Arroganz der digitalen Business-Diktatur

Travis Kalanick von Uber, Mark Zuckerberg von Facebook, Jeff Bezos von Amazon oder Marc Benioff von Airbnb – sie alle revolutionieren mit ihren Digitalisierungsstrategien die Weltmärkte. Und mit ihrer Marktmacht die Demokratie. Da ist es gut, dass Kalanick nun über seine eigene Aggressivität gestolpert ist, mit der er seine Fahrdienst-App weltweit auf dem Rücken des Taxi-Gewerbes durchgedrückt hat.

Billiger und schneller sollte alles werden, so die Verheißung der Internetpioniere aus dem Silicon Valley. Die Welt „demokratisieren“ und mit „shared economy“ die Menschheit beglücken, heißen die Allmachtsphantasien, mit denen die milliardenschweren Konzerne teils Rechtsstaatsprinzipien umgehen, Steuern vermeiden und Suchoptionen manipulieren.

Dabei ist eine Machokultur gewachsen, die die Arroganz vermeintlicher Weltverbesserer genährt hat, die die sozialen Verwerfungen ihrer digitalen Revolution ignorieren und Empathie und soziale Verantwortung vermissen lassen. Immenser Arbeitsdruck, grenzenlose Arbeitszeiten und unmenschlicher Tempowahn beschreiben die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter an der US-Westküste.

Dass in den Digital-Konzernen zudem fast ausschließlich gebildete weiße Männer arbeiten, kommt erschwerend hinzu und begünstigt den Machoismus, der Frauen und Minderheiten diskriminiert und ungebildete wie Lagerarbeiter oder Kurier- und Taxi-Fahrer ausbeutet. Fast wünsche ich mir, dass Konzerne wie Daimler oder VW mit ihren sozialen Standards und starken Gewerkschaften im Aufsichtsrat das Geschäft mit dem Mobilitätsmanagement übernehmen.

Denn die eigentliche Wertschöpfung liegt in der Produktion von Autos, von Büchern, von Zeitungen oder Hotellerie-Dienstleistungen – und nicht im skrupellosen Dealen damit. Denn die konventionellen Wertschöpfer schaffen Jobs, zahlen Steuern und Sozialabgaben. Die hoch gelobten Unternehmen der Digitalwirtschaft, insbesondere Facebook, oder steuerlich gesehen auch Apple, entziehen sich dqagegen ihrer sozialen Verantwortung.

Sie blenden die Öffentlichkeit sogar mit vermeintlichen Milliardenspenden für soziale Zwecke ihrer Wahl. Aber erstens ist das Geld ein Teil der vermiedenen Steuern und zweitens ist dieses Mäzenatentum anti-demokratisch und absolutistisch. Denn hier entscheidet im Zweifel ein Einzelner, was wächst und was stirbt, und nicht das Volk. Zudem sind diese vermeintlichen Mega-Spenden Teil einer subversiven Marketing-Strategie. Für mich stinkt diese digitale Diktatur zum Himmel und ich boykottiere sie, wo ich kann.

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