Digitale Kommunikation

Hype um vermeintliche Schorndorfer Krawalle

Ein Beispiel, wie heute ein Medien- und Hysteriehype entsteht, hatte ich in den vergangen Tagen 700 Meter von meinem Wohnsitz entfernt und in nahezu sämtlichen Medien. Denn im Rahmen der Schorndorfer Woche, die von Freitag bis Dienstag dauerte, und die das jährliche Stadtfest darstellt, war es in den Medien bundesweit und international (!) zur Berichterstattung über vermeintlich migrantenbedingte Krawalle gekommen.

Unser Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) schaffte es daraufhin u.a. in die SWR-Landesschau und ins ARD-Morgen-Magazin und das Stadtfest sogar in die New York Times, die mit einem Foto vom Münchner Oktoberfest illustrierte, dass Deutschland nicht mehr sicher sei und nach den Übergriffen von Silvester 2015/16 in Köln und den Krawallen vom jüngsten G20-Gipfel in Hamburg das Chaos nun auch in der Provinz angekommen sei.

Fast schon erfrischend nüchtern wirkt dagegen der Beitrag auf Focus-online, der recherchiert und einordnet statt nur abzuschreiben, was bereits andere getextet haben und dabei jeweils nochmal „prägnanter zu werden“ oder „zuzuspitzen“. Denn das Allermeiste, was zu lesen war, ist Quatsch. Als Besucher und Anwohner des Festes habe ich sogar erst am Montag aus der Presse erfahren, was scheinbar Samstagnacht alles passiert sein soll.

Besonders bedauerlich waren für mich die Reflexe in den „sozialen Medien“ (was ist an Hass-Tiraden sozial?), in denen jenseits der Faktenlage oder -kenntnis daraufhin gegen Ausländer, Migranten und Flüchtlinge gehetzt wurde. In vielen Antworten erfuhr ich als Zugezogener immerhin, dass die Schorndorfer Männer schon vor 30 und 45 Jahren teils über den Durst getrunken, gepöbelt und den Frauen an die Wäsche gegangen sind. In den Städten, in denen ich erwachsen wurde, übrigens auch. Und für manches, was ich damals getan (oder versucht) habe, schäme ich mich noch heute.

Umso entspannter waren diese Woche bisher die Telefonate, die ich bundesweit mit Kunden, Redakteuren (als PR-Berater habe ich berufsbedingt täglich mit Journalisten zu tun) oder Recherchepartnern in Berlin, München oder Hamburg geführt habe. Geglaubt hat von denen allen niemand, was sie in Medien über das aktuelle Schorndorf hörten. Gängig war der Tenor: So, hat die Hysterie jetzt euch erwischt?

Mein Fazit: Meine geliebte (Zeitungs-)Branche beschleunigt damit ihren Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Lokale Kompetenz hat aber dagegen die lokale Tageszeitung bewiesen, deren Redakteure sich selbst auf dem Fest seit Jahrzehnten bis spät in die Nacht tummeln und die lokalen Akteure vom Veranstalter bis zum Polizeieinsatzleiter kennen. Das merke ich der Berichterstattung wohltuend an.

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Arroganz der digitalen Business-Diktatur

Travis Kalanick von Uber, Mark Zuckerberg von Facebook, Jeff Bezos von Amazon oder Marc Benioff von Airbnb – sie alle revolutionieren mit ihren Digitalisierungsstrategien die Weltmärkte. Und mit ihrer Marktmacht die Demokratie. Da ist es gut, dass Kalanick nun über seine eigene Aggressivität gestolpert ist, mit der er seine Fahrdienst-App weltweit auf dem Rücken des Taxi-Gewerbes durchgedrückt hat.

Billiger und schneller sollte alles werden, so die Verheißung der Internetpioniere aus dem Silicon Valley. Die Welt „demokratisieren“ und mit „shared economy“ die Menschheit beglücken, heißen die Allmachtsphantasien, mit denen die milliardenschweren Konzerne teils Rechtsstaatsprinzipien umgehen, Steuern vermeiden und Suchoptionen manipulieren.

Dabei ist eine Machokultur gewachsen, die die Arroganz vermeintlicher Weltverbesserer genährt hat, die die sozialen Verwerfungen ihrer digitalen Revolution ignorieren und Empathie und soziale Verantwortung vermissen lassen. Immenser Arbeitsdruck, grenzenlose Arbeitszeiten und unmenschlicher Tempowahn beschreiben die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter an der US-Westküste.

Dass in den Digital-Konzernen zudem fast ausschließlich gebildete weiße Männer arbeiten, kommt erschwerend hinzu und begünstigt den Machoismus, der Frauen und Minderheiten diskriminiert und ungebildete wie Lagerarbeiter oder Kurier- und Taxi-Fahrer ausbeutet. Fast wünsche ich mir, dass Konzerne wie Daimler oder VW mit ihren sozialen Standards und starken Gewerkschaften im Aufsichtsrat das Geschäft mit dem Mobilitätsmanagement übernehmen.

Denn die eigentliche Wertschöpfung liegt in der Produktion von Autos, von Büchern, von Zeitungen oder Hotellerie-Dienstleistungen – und nicht im skrupellosen Dealen damit. Denn die konventionellen Wertschöpfer schaffen Jobs, zahlen Steuern und Sozialabgaben. Die hoch gelobten Unternehmen der Digitalwirtschaft, insbesondere Facebook, oder steuerlich gesehen auch Apple, entziehen sich dqagegen ihrer sozialen Verantwortung.

Sie blenden die Öffentlichkeit sogar mit vermeintlichen Milliardenspenden für soziale Zwecke ihrer Wahl. Aber erstens ist das Geld ein Teil der vermiedenen Steuern und zweitens ist dieses Mäzenatentum anti-demokratisch und absolutistisch. Denn hier entscheidet im Zweifel ein Einzelner, was wächst und was stirbt, und nicht das Volk. Zudem sind diese vermeintlichen Mega-Spenden Teil einer subversiven Marketing-Strategie. Für mich stinkt diese digitale Diktatur zum Himmel und ich boykottiere sie, wo ich kann.

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Muver: Veränderung beginnt im Kopf

Mit „Aufschlagen und Einschlagen – Der Tatgeber für den Muve nach oben“ hat Manuel Marburger im Mai 2017 im Klecks Verlag einen Leitfaden für Erfolg herausgebracht. Auf 198 Seiten legt der 43-Jährige, für den wir seit März die Kommunikation machen, in 45 Kapitelchen unterhaltsam dar, was einen Existenzgründer oder Unternehmer erfolgreich macht. Die Fibel dient im Kern der Selbstmotivation und transportiert die Botschaften: Glaube an Dich und fokussiere Dich auf ein Ziel.

Das Neue und Sympathische an dem Büchlein: Hier schreibt kein Besserwisser, sondern ein Pragmatiker, der jede Hirnwindung seiner Leser zu kennen scheint. Einfühlsam und liebevoll geht der Unternehmensberater und Speaker (siehe Video), der mit 25 Jahren seine erste Firma gegründet hat, auf die Selbstzweifel und die Ängste vor dem Scheitern ein, die oft schon die halbe Energie rauben. Die fehlt dann dem Handelnden, eben dem Muver, beim Erreichen seiner Ziele.

Konsequent duzt der Autor seine Leser, was Distanz abbaut, Vertrauen stiftet und die Glaubwürdigkeit der flott geschriebenen Zeilen erhöht. Fast hat der Leser den Eindruck, mit einem „kleinen Mann im Ohr“ Zwiesprache zu halten, der ihn mal anspornt, mal warnt. Dieser ganz besondere Duktus, die Schlichtheit der Sprache und die transportierten Lebensweisheiten machen die Lektüre so lesenswert.

An vielen Stellen fühlt man sich ertappt oder zum Ausprobieren eingeladen. „Wir blicken Dir ins Hirn, nicht bloß auf die Stirn. Verlass Dich drauf,“ ist so ein appellativer Satz. Oder „Bleib dran! Bleib echt! Bleib ehrlich! Bleib Du!“, so eine Formel für den Erfolg, die der Leser regelrecht meditieren kann. Man spürt dem Autor, der selbst drei Berufe erlernt und 2013 seine größte Firma mit einem Millionengewinn verkauft hat, an, dass er sich viel mit Psychologie und Glaubenssätzen befasst hat, die jeden von uns prägen – aber auch behindern.

„Aufschlagen und Einschlagen“ mit einem Vorwort von Commedian Bernhard Hoecker lädt niederschwellig dazu ein, sich diese Muster für sich selbst mal näher anzuschauen und Freude am Experiment zu entwickeln. Um damit eben ein Muver zu werden, wie Marburger diesen Menschentypus nennt, der alte Zöpfe abschneidet und sich neue Freiräume durch Handeln erschließt.

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„Gebrauchsanweisung für die Zukunft“

014 HirschmannMit großer Lust lese ich aktuell „Gebrauchsanweisung für die Zukunft – 5 Schritte, wie Sie Ihre Firma voran bringen“ von Vertriebs-Profi Wolf Hirschmann. Zwar habe ich das Meiste alles irgendwo schon gehört oder gelesen, doch der Inhaber der Marketing-Agentur slogan fügt es hier auf 300 Seiten so zusammen, dass ich auch nach einem konzentrierten Arbeitstag gut noch zehn, 15 Seiten verschlingen kann.

Mehr empfiehlt sich ohnehin nicht, weil sich das Gelesene auch setzen muss. Hilfreich sind die vielen Checklisten, die mit Fragen in die Reflexion der eigenen Unternehmung zwingen, oder die grau hinterlegten Textboxen, in denen quasi das Exstrakt für Schnellleser und „Überflieger“ steht. Letztere verpassen bei ihrer Hast aber manches Lesenswerte.

So hat mich das Scheitern von Charles Goodyear sehr angerührt, der bettelarm starb und doch den Grundstein für ein Imperium mit seiner Beharrlichkeit legte. Einfühlsam trotz aller Fakten hat der 58-Jährige, der beim renommuierten Haufe-Verlag  publiziert, viele Unternehmerviten skizziert und ausgewertet, um das Mysterium und Faszinosum des Unternehmertums zu extrahieren.

An vielen Stellen erkenne ich mich selbst wieder in meinen Selbstzweifeln, meiner Einsamkeit mit schwierigen Entscheidungen (die sich später meist zum Glück als richtig erweisen) oder meiner gelegentlichen Vermutung, nur von Ignorantenund Dilettanten umgeben zu sein. In diesem Sinn ist das Buch auch ein Therapeutikum.

Und da der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner ob der WAhlen in NRW jetzt und im September im Bund in aller Munde ist, ist auch ein Passus über das Scheitern in Hirschmanns Buch brandaktuell. So setzte der brilliante Kopf in der Phase der „new economy“ selbst ein Start-up, das sich mit Avataren in der virtuellen Welt befasste, binnn 18 Monaten grandios in den Sand, die KfW-finanzierte Moomax.

Ehrlich: Ich wusste das gar nicht. Was mir aber an Hirschmanns Buch gefällt, ist das Pladoyer für das Scheitern. Denn tatsächlich gelten Pleitiers in unserer Gesellchaft als Loser, denen wir in der Regel nicht über den Weg trauen und ihnen deshalb uch als Angestellte nur zögerlich eine Chance geben. In den USA dagegen, so Hirschmann, sind das – auf Grund ihrer Zusatzkompetenz – gefragte Kräfte.

Tatsächlich hatte ich 2001 bei meiner Gründung auch am meisten Angst vor dem Scheitern – und der Häme. Glückwunsch, Wolf, ein leseswertes Buch. Und Respekt für die Disziplin, mit der Du es geschrieben hast. Die hätte ich nicht, obwohl mir Schreiben wirklich leicht fällt.

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Oikocredit: Strategie für mehr Gerechtigkeit

013 Oikokredit mit GF
Die Mitglieder diskutieren kontrovers die Erwartung künftiger Dividenden: Am Pult der Vorsitzende Dr. Dieter Heidtmann und in der Mitte Schatzmeister Helmut Götz. FOTO: FROMM

Mit 125 weiteren Stimmberechtigten habe ich am Samstag an der Mitgliederversammlung des Fördervereins von Oikocredit Baden-Württemberg teilgenommen, der im Mai 2018 sein 40-jähriges Bestehen feiert . Der Verein umfasst aktuell 7323 Mitglieder (+ 470 binnen eines Jahres), die zusammen Genossenschaftsanteile im Wert von 132,6 Mio. Euro (+14,3 %) bei der internationalen Kreditgenossenschaft halten.

Insgesamt gibt es bundesweit acht solcher Fördervereine, die zusammen 24.752 Mitglieder (+5,2%) und 439 Mio. Euro (+12,8%) Einlagen haben. Damit sind die Baden-Württemberger mit im Schnitt 18.000 Euro Einlage je Person der stärkste Förderkreis bundesweit und die Deutschen innerhalb von Oikocredit die wichtigste Nation. Denn in Summe ist Oikocredit mit 1,2 Mrd. Euro (+17,8%) die weltweit größte Nicht-Regierungsorganisation in diesem Segment.

Oikocredit finanziert weltweit Mikrokredite für Frauen, die anders nicht an Kapital kämen. Gegründet wurde das Institut seinerzeit im Kontext des Weltkirchenrats. Die Hälfte der Kredite werden noch immer nach Südamerika vergeben. Mit 22 Prozent folgen Asien und mit 18 Prozent Afrika, wo sich das Engagement binnen dreier Jahre verdoppelt hat.

Aktuell liegt der Schwerpunkt territiorial auf Afrika und inhaltlich traditionell auf Existenzgründungen (78%). Immer sichtbarer aber werden strategische Investitionen in Landwirtschaft (15%) und erneuerbare Energien (4%), um strukturelle Veränderungen zu organisieren. Das Ziel für 2017, so der neue Vorstandsvorsitzende von Oikocredit International, der Niederländer Thos Gieskes, ist ein Wachstum von zehn Prozent. Noch wichtiger aber sei, die Bank zukunftsfähig zu gestalten.

Denn schon heute drücken niedrige Zinsen und Digitalisierung der Bankenbranche auf den Ertrag, der nur durch den Sondereffekt des Verkaufs einer Beteiligung in Kambodscha, was 22 Mio. Euro erbrachte, auf 27 Mio. Euro kam. Ohne diesen Effekt hätte sich der Überschuss gegenüber 2015 halbiert. Solche Sondereffekte durch Verkäufe werden immer wieder anstehen, da Beteiligungen strategisch ausgebaut werden.

Vor diesem Hintergrund diskutierten die Mitglieder kontrovers, ob sie weiterhin eine stabile Dividende von zwei Prozent wünschen, sofern der Jahresüberschuss das hergibt, oder diese senken und stattdessen lieber die Rücklagen stärken. Allerdings wehrten sich dagegen strategische Investoren, die bspw. die Rücklagen von Solarparks und anderen Genossenschaften hier parken und mit einer Dividende von zwei Prozent rechnen.

 

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Pulse of Europe: 100 Schorndorfer erstmals dabei

012 Demo für Europa
Premiere in Schorndorf: Gestern haben sich erstmals 100 Bürger auf dem Marktplatz versammelt, um für ein vereintes Europa die Stimmen zu erheben. Bis September soll das Treffen wöchentlich stattfinden. FOTO: FROMM

Mehr als 100 Schorndorfer sind gestern spontan zur ersten Pro-Europa-Kundgebung „Pulse of Europa“ gekommen, die europaweit zeitgleich immer sonntags um 14 Uhr stattfindet. In der Daimler-Stadt hatten Alt-Stadtrat Karl-Otto Völker (SPD) und die Künstlerin Dorothea Schütz die Initiative ergriffen, mit der bundesweit in bereits 70 Städten Bürger sich zu Europa bekennen.

Die gut halbstündige Veranstaltung auf dem Marktplatz, zu der etliche Teilnehmer mit Europa- und EU-Flaggen kamen, war so gestaltet, dass Völker kurz begrüßte, ehe der Vorsitzende der Partnerschaftsvereine, Thomas Röder, über seine Beweggründe sprach. So sei er 1972 das erste Mal in der französischen Partnerstadt Thulle gewesen, wo es damals auf Grund deutscher Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg noch viele Vorbehalte gab.

Rund zehn weitere Redner, darunter Oberbürgermeister Matthias Klopfer und der Vorsitzende der Naturfreunde, Klaus Reuster, ergriffen das Mikrophon und sprachen spontan über ihre Motive. Dabei ging es viel um Frieden in Europa seit 1945, Reisefreiheit und Wohlstand dank offener Grenzen, Völkerverständigung, Demokratie und Solidarität.

Bis zur Bundestagswahl soll das Treffen nun wöchentlich wiederholt werden, teils bei der Stadtkirche sofern der Marktplatz durch andere Veranstaltungen belegt ist. Auch sollten mehr Teilnehmer anderer Nationalität für die Kundgebung gewonnen werden, leben doch Menschen aus 100 Nationen in der Stadt mit ihren 40.000 Einwohnern. Auffallend war, daß das Gros der Teilnehmer 55 Jahre und älter war. So sollen auch mehr junge Leute für den Pulse of Europe geworben werden.

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Männerarbeit: Mehr Kooperation und Austausch

Worldcafe in Zierenberg 02-2017
Befindlichkeiten erfragen und Ideen kreieren: Beim Weltcafé im Rahmen der MKP-Mitgliederversammlung haben sich bundesweit 18 Männer eingebracht. FOTO: LANGE

Mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden von MKP Deutschland, Terje Lange aus Stuttgart, habe ich jüngst bei der Mitgliederversammlung und dem „Welt-Café“ in Kassel den Süden Deutschlands vertreten. Nach meiner Initiation 2013 war dies mein erster MKP-Termin auf Bundesebene und es war ein wunderbares Gefühl, die Männer aus Kiel, Hamburg, Münster oder Braunschweig kennenzulernen, die ich teils aus dem Chat und aus Erzählungen kannte.

Als am Nachmittag der Bundesvorsitzende Kai Tesmer und Terje den Stab niederlegten, um zu visualisieren, dass ihn jeder Mann persönlich und individuell aufnehmen kann und soll, erzeugte dies tiefe Kraft in unserer 19-köpfigen Runde. Anschließend erarbeiteten wir an vier Tischen in wechselnden Konstellationen, was wir tun können, um die aktuell bundesweit 28 Regionalgruppen (I-Groups) stärker, deren Leitung vielfältiger und MKP als Anlaufstelle für Männer bekannter zu machen.

So werden wir das Mentoring, also die Verbindung zwischen Trainings auf Bundesebene und den 300 Männern in den Gruppen, systematisieren und regionalisieren, damit mehr New Warrior in die Gruppen münden. Generell ist uns der Austausch der Gruppen untereinander wichtig. Idealerweise besuchen sie sich gegenseitig und Männer nehmen sich vor, etwa jeden vierten Gruppenabend in einer auswärtigen Gruppe zu verbringen.

Angeregt wurde auch, dass sich die 28 Leiter der Gruppen bundesweit austauschen. So hat etwa Kiel sehr gute Erfahrungen damit gemacht, Männer schon früh in die Leitung von Abenden und Prozessen einzubinden, um sie damit zu fördern und innerhalb der Gruppe keine Hierarchien entstehen zu lassen.

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Globalisierung: Wir sind eine große Familie

Seit Wochen wird mir dieses Video per Facebook immer wieder empfohlen. Und einige Male habe ich es dann auch angeschaut, weil es mich immer wieder neu berührt und inspiriert. Es ist solch ein Quatsch, in Ausgrenzungen und Gegensätzen zu denken und zu argumentieren. Wir alle sind Menschen, die sich in unseren Gefühlen und Sehnsüchten sehr ähnlich sind.

Um diese Gemeinsamkeit und Gemeinschaft zu kommunizieren, lade ich dieses Video über eine DNA-Analyse unter Studenten auch in meinem Blog hoch. Ich hoffe, das Barmherzigkeits-Gen und das der Solidarität und Verbundenheit findet sich auch bei all meinen Mitmenschen. Dann ist mir für unsere gemeinsame Zukunft nicht bange. Ohnehin sitzen wir alle in einem Boot.

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Prominente Autorin für unser Online-Magazin

004 mit Katrin Altpeter
Wird Autorin unseres im März 2015 gegründeten Online-Magazins: Ex-Sozialministerin Katrin Altpeter, die ab April Schulleiterin einer Altenpflegeschule wird. Diese Woche haben wir die Zusammenarbeit bersprochen. FOTO: STÜWE

Mit Katrin Altpeter hat die-Pflegebibel.de eine starke Partnerin gewonnen: Die 53-jährige Ex-Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg wird regelmäßige Kolumnistin unseres Online-Magazins, das aktuell bundesweit pro Monat gut 20.000 Leserinnen erreicht, zu 80 Prozent Altenpflege-Fachkräfte und zu einem Fünftel Krankenschwestern und pflegende Angehörige.

Die Sozialdemokratin hat nach der Mittleren Reife in Waiblingen selbst Altenpflegerin gelernt, vier Jahre in dem Beruf gearbeitet und von 1990 bis 92 die Ausbildung zur Lehrerin in dieser Branche gemacht. Bis 2001 hat sie unterrichtet, war aber zwischendurch zwei Jahre Leiterin des ambulanten Pflegedienstes der AWO in Backnang.

1989 in die SPD eingetreten, saß die Mutter einer mittlerweile erwachsenen Tochter von 1994 bis 99 im Gemeinderat ihrer Heimatstadt Waiblingen, war von 2001 bis 2016 Landtagsabgeordnete und von 2002 bis 2006 Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Rems-Murr. Von 2011 bis 2016 war Altpeter Arbeits- und Sozialministerin der grün-roten Landesregierung von Winfried Kretschmann.

Ab 1. April ist die Sozialdemokratin Leiterin der Altenpflegeschule des Berufsfortbildungswerks (bfw) des DGB in Stuttgart-Bad Cannstatt. In dieser Funktion kann sie sowohl über den konkreten Unterricht wie über die Bildungspolitik und vieles mehr in der Pflegebranche schreiben. „Das bekomme ich zeitlich gut hin“, lacht die Waiblingerin, deren Arbeitstage als Ministerin von 6 bis 23 Uhr sechs Tage die Woche gingen.

Zuvor geht sie aber nochmal für vier Wochen nach Dominica in Urlaub. Von dort stammt der Freund ihrer Tochter, der in Deutschland eine Koch-Ausbildung macht. Wir freuen uns auf ihre vielen Kontakte, ihr Wissen und ihre Themenvorschläge, die den Leserinnen der-Pflegebibel.de zu gute kommen werden.

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Mein Pladoyer für mehr soziale Gerechtigkeit

003 SPD-Parteibuch
Ich bekenne mich zur SPD und gerne zu einer „langweiligen Mitte“ mit langwierigen, komplexen Entscheidungsprozessen, weil ich unser Land für seine offene Gesellschaft liebe und wieder mehr soziale Gerechtigkeit will. FOTO: FROMM

Der Absturz der SPD bei der Landtagswahl 2016 im Südwesten auf knapp 13 Prozent hat mich dazu veranlasst, mich zu dieser Traditionspartei mit dem Markenkern der sozialen Gerechtigkeit wieder zu bekennen – und sie bei allen sich bietenden Gelegenheiten zu wählen. Meine Premiere ist deshalb die Bundestagswahl am 24. September.

Für diese Entscheidung war und ist nicht der Kanzlerkandidat ausschlaggebend, sondern mein Demokratieverständnis. Umso mehr hat mich am Sonntagabend Martin Schulz beeindruckt, der als Solist bei Anne Will den richtigen Ton traf und die Themen auf den Punkt brachte. Denn dem – politisch unkorrekt formulierten – „kleinen Mann“ mit dem „normalen Einkommen“ müssen wir alle wieder mehr Respekt entgegen bringen und seinen Dienst für das Gemeinwohl wertschätzen.

Mich empört, dass unsere Gesellschaft immer weiter in arm und reich auseinanderfällt und ich das zwar – akademisch-ökonomisch korrekt – mit Globalisierung und Digitalisierung nachvollziehen und erklären kann, damit aber einerseits Eliten stabilisiere, die sich der Demokratie und dem Wettbewerb durch ihre Privilegien komplett entziehen, und andererseits „kleine Männer“ scharenweise den Radikalen in die Arme treibe, die unsere Gesellschaft und die Welt spalten, zerstören und Hass säen.

Deshalb bekenne ich mich als selbstbewußter Besserverdiener, der formal den Schutz des Staates nicht braucht, zur SPD, die mir hilft, Werte wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit politisch zu kultivieren. Ich wähle die SPD, weil ich gesellschaftliche Probleme durch mein persönliches Engagement vor Ort selbst löse und diese Hilfe organisiere statt sie an überforderte und anonyme Institutionen zu delegieren.

Ich wähle die SPD, weil ich mich durch eigene Anstrengung in dieser Gesellschaft nach oben gearbeitet habe und trotzdem will, dass es gerecht zu geht. Denn nicht jeder hat meine Selbstdisziplin, Konstitution und Resilienz – zumindest noch nicht jetzt. Und wir lernen gemeinsam, weil wir auch nur so stark sind wie der Schwächste in unserer Gesellschaft.

Ich wähle die SPD, weil ich nicht mehr nur mit wenigen nach vorne stürmen will, sondern hinten schauen, dass wieder mehr mitkommen. Denn ein kleiner Schritt gemeinsam macht mehr Spaß und weniger Probleme als ein großer Schritt allein. Ich wähle die SPD, weil ich dieses Land und seine offene Gesellschaft liebe.

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