Digitale Kommunikation

Wenn schon Online-Akteure Zeitungen kaufen

Der Haupteigner des FC Liverpool hat die Regionalzeitung „Boston Globe“ gekauft, die WAZ-Inhaber weite Teile des Springer-Print-Verlags und nun hat sich auch noch Amazon-Gründer Jeff Bezos in der „good old economy“ engagiert und die „Washington Post“ gekauft. Weil keiner der Genannten Geld vernichten will, sind diese Fakten also ein Indiz, dass ich nicht der Einzige bin, der Print auch in Zukunft eine Chance gibt.

Genialer Vordenker: Amazon-Gründer Jeff Bezos

Andererseits zeigen die Verkäufe, dass mancher – wie etwa die New York Times, die den Boston Globe verkauft hat – mit seinem Latein offenbar am Ende ist. Auch Andreas Schweickert dürfte um 2000 bei der Handball-Traditionsmarke Frisch Auf erst ran, als die Altvorderen mit ihrer Ideen- und Konzeptionslosigkeit den Karren so weit in den Dreck gefahren hatten, dass die Grün-Weißen der Dritten Liga näher waren als der Ersten.

Ähnlich zeigt sich mir das Bild bei der NWZ, aber auch anderen Lokalzeitungen. Von außen sieht man kaum, was schneller in den Keller geht: Die Zahl der Leser oder die Erlöse aus Anzeigen. Der Preisverfall des „Boston Globe“ stimmt mich jedenfalls zuversichtlich, dass ich die nächsten 20 Jahre noch ins (lokale) Zeitungsgeschäft einsteige. Mehr als eine Milliarde Dollar kostete das US-Blatt vor 20 Jahren. Nun war es für 70 Millionen zu haben. Was dürfte demnach also eine NWZ Wert sein, rechnet man rund 20 Arbeitsverträge von Redakteure dagegen, deren Leistung man dem Blatt nicht ansieht?

Klar und mutig auf allen Ebenen führen; Redakteure motivieren und führen können; Nachqualifizierung (oder Eliminierung), wo es an handwerklicher oder sozialer Kompetenz fehlt; ausscheidende Redakteure mit 14 Monatsgehältern durch gut honorierte freie Mitarbeiter ersetzen, um den Kostenblock deutlich zu reduzieren und keine Beamten auf Lebenszeit zu kultivieren, sind wichtige Schritte auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite aber braucht es Leidenschaft für den Journalismus; unbändige Neugierde und Liebe zu den Menschen, die dann immer häufiger auch die eigenen Leser werden; und viel Persönlichkeit und Charakter, um im Dickicht lokaler Nähe kritische Distanz zu wahren. Auch zu sich selbst. Wer sich über den Job Liebe und Zuwendung holt, ist fehl am Platz, weil er sich abhängig macht. Genauso wie der Stinkstiefel, der sich nur zu spüren scheint, wenn er wieder einen durchsichtigen Krawall inszeniert hat, wo eine profunde Recherche und klare Fakten den mündigen Leser bedient hätten.

Das Schöne: All das und vieles mehr kann man lernen. Man muss es allerdings wollen. Gerne darf der ein oder andere über meine Zeilen lachen. NWZ-Redaktionsleiter Rüdinger Gramsch empfahl mir zum Beispiel 2001, NWZ-Redakteur zu bleiben, weil er das Potential für meine PR-Dienstleistungen nicht sah und ich immerhin schon damals mehr als 100.000 Mark verdiente. Er führt noch heute eine Lokalredaktion (dieselbe) und seine freundschaftliche Fürsorge von damals klingt in mir nach.

Viel lernen aber können wir von Typen wie Amazon-Chef Jeff Bezos, über den anfangs auch heftig gelacht wurde (wie über Andreas Schweickert und seine risch Auf-Ideen auch): Der US-Amerikaner öffnete z.B. seine Bücher-Plattform für Konkurrenten, also andere Internethändler, denen er damit immer mehr Logistik- und Marketingaufgaben abnahm. Ein Service. Zugleich fanden Suchende auf seiner Plattform alles. Auch dies ein Service.

Längst ist Amazon eine milliardenschwere Plattform, die niemand übersieht, weil alle Onlinehändler über diese Adresse verkaufen und Bezos von den Gebühren lebt. Für das Zeitungswesen, in dem ich zu Hause bin, habe ich ähnliche Konzepte, die den Nutzen für alle Beteiligten sehen. Schon zu Zeiten des Zeitungsmonopols war mir bspw. wichtig, dass Leser verstanden, warum bestimmte Berichte oder Themen NICHT stattfinden oder warum ein Bericht genau deshalb so seriös ist, wie er in der Zeitung steht. Dieses Leser-Reporting etwa würde ich mit Redakteuren üben. Dabei würde mancher Mitarbeiter sicher sogar zu ganz neuen Erkenntnissen kommen.

Den meisten Kollegen war der Leser letztlich egal oder sie haben psychologisch nicht verstanden, was zwischen beiden Seiten „läuft“, nämlich immer ein Geben und Nehmen. Dies ist ein Ur-Prinzip. Erzogen aber wurden wir als junge Redakteure, dass wir mächtig und unabhängig seien. Ich habe immer auch gehört, dass mir die Macht verliehen sei, diese verantwortungsvoll zu gebrauchen – und zwar niemals für mich selbst und meine Bequemlichkeit. Zum Glück haben die Leser heute Alternativen, denn nur Konkurrenz belebt das Geschäft. Auch so ein Ur-Prinzip. Und die Zeitung bietet für das Gestalten wunderbare Freiräume. Man muss sie nur begehen können. Eine Pionieraufgabe.

 

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Blog im neuen Look

Nachdem wir nun endllich meinem Blog den langersehnten Relaunch gegönnt haben, steht er im Firmen-CI seit ein paar Wochen online. Unser Corporate Design verdanken wir der großartigen Arbeit der Bad Boller Werbeagentur Projekt e, die in diesem Style bereits unser Kundenmagazin, unser Roll-up und unsere Visitenkarten gestaltet hat. Im nächsten Schritt folgt mit unserem Umzug ins Schorndorfer Röhm das Briefpapier.Blog Relaunch Screenshot 12.08.13

Was vor allem für uns wichtig war: Statt einer großen Wolke verschiedenster Themen, haben wir nun unter „Themen und Tags“ aufgelistet, was ich im Kern hier thematisiere und was unser Büro leistet. Denn unser Portfolio ist weitaus umfassender, als vielen bekannt ist. Zudem lässt sich der Blog nun auch auf Mobilgeräten sehr gut lesen.

Der Footer unseres Blogs: Hier ist auch der Link, mit dem sich die Einträge auch mit einem Klick abonnieren lassen
Der Footer unseres Blogs: Hier ist auch der Link, mit dem sich die Einträge mit einem Klick abonnieren lassen

Ich hatte einige Anfragen in der vergangenen Zeit, wie sich der Blog abonnieren lässt. Per E-Mail ist es vielen am liebsten. Also: Sobald Sie auf eine Überschrift oder „Kontakt“ klicken, lässt es sich sehr schnell an den Fuß der Seite scrollen und hier finden Sie den Link „Einträge per E-Mail abonnieren“. Wenn Sie auf dieser Seite Ihre E-Mailadresse eingeben, erhalten Sie eine Nachricht und den Link dazu, sobald ich etwas Neues gepostet habe. Ihre Adresse wird dazu auf unserem Server gespeichert, aber wir verwenden sie für nichts anderes und und geben sie niemals an Dritte weiter. (Mehr dazu unter unserer Datenschutzerklärung.)

Die Arbeit hinter dem Ganzen haben sich Janis und Chris von Gestaltenswert gemacht. Herzlichen Dank und ein dickes Lob an euch!

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Freundlicher Empfang: Wirtschaftsjunioren Rems-Murr

042 Scholz und Kohlberger
Interessant, sympathisch, jung: Sven Scholz (l.) und Steffen Kohlberger engagieren sich bei den neu gegründeten Wirtschaftsjunioren Rems-Murr. FOTO: OSWALD

Unser Büro zieht zwar erst Mitte September ins Röhm nach Schorndorf um, doch der Empfang ist jetzt schon herzlich. Nicht nur, dass Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) zu unserer Eröffnung kommen will. Auch mein Besuch bei den Wirtschaftsjunioren Rems-Murr am Montag in der IHK-Bezirkskammer in Waiblingen war sehr wertschätzend für mich.  Fleißig, motiviert und strukturiert habe ich den Führungskräftenachwuchs erlebt, der sich um Akteure wie Sven Scholz und Steffen Kohlberger erst im Dezember formiert hatte.

Trotz sommerlicher Hitze waren 22 von bislang 27 Mitgliedern, darunter drei Frauen, in legerem Dresscode gekommen. Als es um das erste WJ-Sommerfest am Freitag, 30. August, geht, zu dem ich eingeladen bin, erleben die Besucher den Vorteil eines solchen Business-Netzwerkes: Binnen Minuten steht, wer Catering macht, wer die Location stellt oder Toiletten-Wagen besorgt. Ein geöltes Räderwerk, das sich nun auch Impulse von mir für seine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erwartet.

Dazu bin ich gerne bereit und habe gestern bereits Berichte an Backnanger Kreiszeitung (BKZ), Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) und IHK-Magazin gesandt, wo die Redakteure jeweils gerne auf meine professionelle, externe Dienstleistung zurückgreifen. Aus diesem Netzwerk ergeben sich sicher auch für die Redaktionen mittelfristig spannende Themen, die ihre Blätter besser machen.

Denn nicht nur die Wirtschaftsjunioren selbst wollen mit ihren Veranstaltungen das kulturelle Leben bereichern und mit ihren Aktivitäten, z.B. Förderung benachteiligter Jugendlicher, den Wirtschaftsstandort Rems-Murr stärken. Die
Prokuristen, Bereichsleiter, Inhaber und Freiberufler sind auch ein gutes Netzwerk, um lokale Wirtschaftsthemen aus erster Hand zu erfahren oder auch einzelne Macher und Betriebe in den Medien vorzustellen.

Das Netzwerk bietet auch nicht zuletzt unserer Agentur eine Plattform, unsere Kompetenzen und unseren Nutzen sichtbar zu machen, Dienstleistungen wie etwa ein Presseseminar in diesem Rahmen anzubieten oder den ein oder anderen neuen Kunden zu gewinnen. Was mir an dem Netzwerk aber bisher gefällt: Nicht der persönliche schnelle Vorteil steht im Vordergrund, sondern die Freude am gemeinsamen Tun und Gestalten. Wenn Marktwirtschaft nur immer so liefe.

 

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Spannendes Projekt: Seifert goes Facebook

Machen gemeinsame Sache beim Facebookauftritt: Michael Hefft (v.l.), Daniela Fuchs, Benedikt Finkbeiner und Christian Erber. FOTO: FROMM
Machen gemeinsame Sache beim Facebookauftritt: Michael Hefft (v.l.), Daniela Fuchs, Benedikt Finkbeiner und Christian Erber. FOTO: FROMM

Ein spannendes Projekt bearbeiten wir derzeit bei der Seifert Logistics Group: Der Logistikdiensleister mit aktuell bundesweit rund 750 Mitarbeitern, der allein im vergangenen Jahr knapp 170 neue Arbeitsplätze geschaffen hatte, will bis Herbst in Facebook auf einer eigenen Plattform für seine acht Ausbildungsberufe werben. Die Ulmer haben hierzu ein Projektteam gegründet, dem IT-Azubi Benedikt Finkbeiner, BWL-Werkstudentin Daniela Fuchs, Christian Erber als Assistent der Geschäftsleitung, Personalchef Michael Hefft und ich als externer PR-Berater angehören.

Heute hat sich unser Team zum zweiten Mal getroffen und die Konturen dessen, was wir kreieren wollen, werden immer deutlicher sichtbar. Vor allem soll es eine Plattform der 15- bis 25-Jährigen werden, auf der aktuelle Azubis potentiellen Interessenten aus ihrem Berufsalltag erzählen. Damit wird Inhaber Harald Seifert ein großes Stück Kontrolle aus der Hand geben, wenn das Konzept greift.

Entsprechend ist es unsere Aufgabe, ein solch durchdachtes Konzept auszuarbeiten, dass möglichst alle Eventualitäten, insbesondere auch rechtlicher Art, bedacht sind. Zugleich schwebt mir vor, aus den Reihen der aktuell 48 Azubis eine Art Kompetenzteam zu entwickeln, das selbst Regie führt und etwa Strukturen wie einen Redaktionsbeirat herausbildet, der Themen entwickelt, strategisch handelt, seine Plattform auch extern bewirbt und konsequent sein Ziel verfolgt.

Damit wäre der Facebook-Auftritt selbst ein lebendes Trainingsfeld, auf dem die jungen Leute ihre Sprache und ihre Mediennutzung reflektieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass damit auch mehr Contenttiefe und -substanz in das Internet sickert. Bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt; wievielm Aufwand es erfordert und welchen Nutzen es entfaltet. Auf jeden Fall kommuniziert es schon viel über die Seifert’sche Firmenkultur: Innovation, Veränderung und Ausprobieren sind gewollt. Vorausgesetzt, das Handen ist durchdacht und die Akteure kompetent. Da arbeitet man doch gerne.

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Internationalität und Social Media

Digitalisierung und Internationalisierung gehören zu den acht Trends, die ich im Frühjahr hier in einer achtteiligen Serie vorgestellt habe. Beide sind auch Teil unseres PR-Portfolios, das längst über nationale Pressearbeit hinausreicht. Auf der diesjährigen Holzfachmesse Ligna, die in Hannover 90.000 Fachbesucher aus 100 Ländern zählte, haben wir mit einfachen Mitteln beide Aspekte, Social Media und Internationalität, mit einem englischsprachigen Film für unseren Kunden Robert Bürkle GmbH umgesetzt.

Geschäftsführer Ralf Spindler erzählt in den bewegten Bildern, worum es geht: Stromkosten senken, Lackverbrauch reduzieren, Durchlaufzeiten verkürzen. Die Maschinen des Weltmarktführers für Parkettanlagenbau stehen für effizientes und damit nachhaltiges Produzieren. Das haben die Schwarzwälder auf der Leitmesse erneut bewiesen. Mit wartungsarmen Anlagenkonzepten, weltweitem Service, materialsparenden Konstruktionen sowie intuitiv bedienbaren und intelligenten Steuerungen überzeugt der Mittelständler (700 Jobs, 90 Mio. Euro Umsatz) das Fachpublikum.

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