Digitale Kommunikation

Drei Abenteuer-Angebote für Männer 2017

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Die Abenteuerreise für je 15 Männer findet 2017 dreimal statt: Raum und Rahmen sind bereitet. Die Teilnehmer können sich jetzt anmelden. FOTO: MICHOR

Mein größter Wunsch für 2017: Dass eines, zwei oder drei meiner gestalttherapeutischen Männer-Wochenenden stattfindet, die ich erstmals offen anbiete. Denn für solche Themen und Angebote eine Community aufzubauen, ist harte Arbeit. Viele Männer reagieren mit der Bemerkung „danke, aber ich bin gesund und privat und im Beruf habe ich aktuell auch keine Probleme“.

Die machen aber auch Sport und achten auf ihre Ernährung – ohne krank zu sein. Sport gilt eben als schick, zumal man sich letztlich nicht mit sich selbst, sondern „nur“ mit dem Körper befassen muss. Wieder andere sagen „so Psycho-Seminare sind nichts für mich“ und wissen überhaupt nicht, wogegen sie sich entscheiden. Viele sagen „ich habe keine Zeit“ (Opfer) und müssten besser sagen „ich nehme mir keine Zeit“ (Täter).

Weil ich aber den Kurs halten will, werbe ich um jeden Mann. Zum Beispiel über diesen Blogeintrag. Bis vor acht Jahren hätte ich vermutlich selbst ein solches Seminar nicht besucht. Dabei hatte ich viele Verhaltens- und Bewertungsmuster, weil ich aus einer sehr moralischen Familie komme. Diese Muster haben mich weit gebracht (Leistung, Durchhaltevermögen, Selbstbewußtsein), aber eben auf Dauer auch beengt.

Nach meiner zweiten Scheidung 2009 habe ich gelernt, virtuoser mit meinen Ressourcen und „Glaubens-Sätzen“ umzugehen und meine Handlungsklaviatur deutlich zu erweitern. Heute bestimme ich, welche Sätze wann für mich gelten – und nicht mehr meine Eltern, Konventionen oder eine Moral. Meine Lebensqualität hat sich dadurch massiv gesteigert.

Als Kommunikationsberater arbeite ich bereits vereinzelt – auf Wunsch meiner Kunden – mit diesen Coaching-Dienstleistungen. Diese sind dort unüblich und gewöhnungsbedürftig, weil ich nicht primär Techniken vermittle, sondern vor allem Haltungen. Letztere zielen auf die (Weiter-)Entwicklung der spezifischen Persönlichkeit ab, wobei ich unterstützen kann. Bei diesen Kunden gibt mir (und meinem Kollegen Michael Sudahl) aber der fast schon messbare Erfolg recht: Mitarbeiter verändern sich.

Im Sommer 2016 habe ich meine vierjährige Ausbildung zum Gestalttherapeuten abgeschlossen; habe seit 2015 Klienten im Einzel und biete nun 2017 erstmals mit zwei bewährten Trainern diese drei offenen Seminare an. Robert Michor war mein Trainer bei meiner gestaltpädagogischen Ausbildung (IGBW) 2010 bis 12. Über ihn bin ich auch mit dem internationalen Männernetzwerk www.mkp-deutschland.de in Kontakt gekommen, das u.a. Regionalgruppen in Stuttgart, Schorndorf und Schwäbisch Hall unterhält. Unsere Mission: Mehr „gelingendes Leben“ in die Welt bringen. Dazu klären wir uns regelmäßig selbst und unterstützen uns gegenseitig dabei.

So nach außen zu gehen mit meinen Seminar-Angeboten ist auch ein Experiment für mich, das mich (noch) Überwindung und Kraft kostet. Denn mit den Seminaren „zeige ich mich“, übernehme Verantwortung und gebe Kontrolle ab. Schließlich könnte mein Angebot auch nicht auf die Resonanz stoßen, die ich mir wünsche. Andererseits habe ich als Medienberater, der ich gerne bin und bleibe, mein Auskommen. Ich handele und entwickle mich also in großer Freiheit.

Die Termine sind 12.-14. Mai, 29.09.-01. Oktober sowie 6.-8. Oktober jeweils in Hohenberg in einem abgelegenen Selbstversorgerhaus auf der Ostalb. Unter fromm@der-medienberater.de schicke ich gerne einen Flyer per e-Mail zu oder schicke ihn per Post, wenn ich eine Anschrift erhalte. Rückfragen gerne unter 0173-6955822 an mich. Das Abenteuer kann beginnen.

 

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4000 Mitfeiernde auf Schorndorfer Marktplatz

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Fürchtet euch nicht: 4000 Schorndorfer bekennen sich an Heiligabend auf ihrem Marktplatz zur Weihnachtsbotschaft, machen sich gegenseitig Mut und intonieren am Ende „Oh, Du fröhliche.“ Welch‘ ein Geschenk. FOTO: FROMM

Mehr als 100 Mitwirkende vom Posaunenchor über einen vom Kirchenchor unterstützten Projektchor bis hin zum Kinderchor und der Jugendkantorei haben an Heiligabend auf dem Schorndorfer Marktplatz nach der Premiere 2012 öffentlich Weihnachten gefeiert. Rund 4000 Gläubige, Zweifler und vielleicht Ungläubige nahmen an dem 50-minütigen Gottesdienst teil.

In dessen Mittelpunkt stand das Lukas-Evangelium von der Geburt Jesu; den als erste die Hirten besuchten, die zu den Ärmsten der Gesellschaft gehörten; und schließlich die neugierigen Könige, die ihre Komfortzone verlassen hatten, um sich auf eine neue (Welt-)Ordnung einzulassen. Zentral war der Satz an die Hirten „Fürchtet euch nicht!“, der auch heute gilt.

„Weil die Angst der schlechteste aller Ratgeber ist,“ so Pfarrer Steffen Kläger-Lißmann in seiner Predigt, „weil wir sonst alles zu verlieren drohen, was uns wichtig ist: Unseren Zusammenhalt und vielleicht sogar unsere Liebe.“ Dass neben einem Kind und anderen auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer eine Fürbitte vortrug, stimmt mich für die Werteorientierung in unserer Stadt mit ihren 40.000 Einwohnern zuversichtlich.

Schade fand ich, dass die Initiative von Stadtpfarrerin Dorothee Eisrich im Vorfeld unter den Gläubigen offenbar umstritten war: Da sind Befürworter wie ich, die sagen, wir müssen mit der Botschaft zu den Menschen gehen und uns mit unserem Glauben in der Stadt zeigen; und da sind die Konservativen, die das Geheimnis ihres Glaubens in sakraler Umgebung feiern wollen, zumal die für viel Geld 2013 renovierte Kirche 1000 Gläubige fasst, die aber seltenst da sind.

Fakt ist aber, dass auf den Marktplatz viermal soviele Menschen kamen, von denen die meisten in eine Kirche nicht gekommen wären. Und: Bereits am Sonntag, 8. Januar, dürfte die Stadtkirche um 18 Uhr mit mehr als 1000 Besuchern aus allen Nähten platzen, wenn ein Stuttgarter Gospelchor nach dem Erfolg von diesem Jahr erneut ein Benefizkonzert gibt.

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„Wir hacken die neoliberale Wirtschaft“

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Beim ersten Treffen in Karlsruhe entstehen erste interessante Querverbindungen: Rainer Kroll (r.) hatte die Multiplikatoren eingeladen, die bereits in dialogischen Strukturen zum Kapitalismus eine Alternative leben. FOTO: FROMM

Ein Hauch von makro-ökonomischer 1968er-Debatte liegt im Seminarraum der Karlsruher Wohnanlage „Albgrün“, in der zehn Unternehmer aus dem Badischen und der Region Stuttgart über dialogische Unternehmenskultur als Alternative zur materiellen Dialekt sprechen. Ihr Ziel: Ein sozial- und umweltverträgliches Wirtschaftssystem in regionalen Strukturen kreieren.

Beim Eintreffen am Morgen fällt auf: Die Auswärtigen sind per Bahn angereist. Schon in der Vorstellungsrunde fallen Begriffe wie Kapitalismus, Neoliberalismus oder Neu-Feudalismus, die die Redner kritisch sehen. Die Statements machen aber auch deutlich, dass sich hier Unternehmer treffen, die sehr wohl nach den bestehenden Regeln der Marktwirtschaft spielen können – dies aber nicht mehr wollen.

Da ist Ralph Suikat, der mit einem Partner binnen 20 Jahren eine IT-Firma mit 150 Mitarbeitern geschaffen hat, und der heute einer Unternehmerinitiative fairantwortung.org vorsteht. „Die neoliberale Wirtschaft zu hacken, auch mit anderen Aktionen und Initiativen, ist meine vordringliche Aufgabe“, merkt der 51-Jährige mit dem Laptop auf dem Schoß süffisant an. Oder Peter Bauer aus Speyer, der als Konflikt-Coach Großgruppenprozesse mit bis zu 1000 Teilnehmern moderiert und „auf Konzern-Themen immer weniger Lust“ hat.

Auch Gastgeber Rainer Kroll, der seine Karriere als Kaufmann bei BASF gestartet und als Ingenieur mit Schwerpunkt Architektur mit der Gestaltung von Lebensräumen für dm-Gründer Götz Werner fortgesetzt hat, beeindruckt: Das „Wohnprojekt am Albgrün“, das 30 Millionen Euro Bausumme in 100 Wohneinheiten umfasst, hat er als Mehrgenerationen-Anlage initiiert und projektiert. In mehreren Häusern leben ökonomisch Schwache als Mieter der städtischen Wohnbau, zumeist Ältere als Genossen in Gemeinschaftseigentum sowie junge Familien mit KfW-Förderung als Eigentümer zusammen.

In einem der kleineren Gemeinschaftsräume findet das Treffen statt. Kroll erläutert das Konzept solidarischen Wohnens: „Als im Wohndorf-eigenen Kindergarten 2015 die Erzieherinnen wie überall gestreikt haben, haben die Bewohner die Kinderbetreuung selbst organisiert.“ Im Gegenzug kaufen Jüngere für Ältere ein, Bewohner organisieren untereinander Car-Sharing und Mittagstisch und mit zwei Landwirten gibt es Kooperationen für Bioprodukte.

Für den 57-jährigen Kroll, der seit zehn Jahren bundesweit solche Projekte moderiert, sind seine Wohnkonzepte ein Beispiel für Gemeinwohl-Ökonomie. „In den 1910er-Jahren entstanden im Deutschen Reich binnen zehn Jahren sieben Millionen Wohnungen durch regionale Genossenschaften, in denen der Staat die Rentengelder anlegte,“ verweist der gebürtige Bielefelder auf Vorbilder aus der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Otmar Donnenberg, 76-jähriger Organisationsberater, der 35 Jahre in den Niederlanden bei Shell und Exxon beschäftigt war und Action-Learning-Projekte im Gesundheitswesen durchgeführt hat, möchte an seinem jetzigen Wohnort Weil am Rhein Krolls Konzept in die Stadtteilarbeit einbringen. Einzige Nicht-Unternehmerin in der Runde ist Monika Spahl. Die promovierte Oberärztin einer Psychosomatischen Fachklinik ist gekommen, „weil das bisherige Wirtschaftssystem die Menschen krank macht.“ Unter ihren Patienten seien „viele Manager, die am Ende sind.“

Sehr viel gearbeitet hat in seinem Leben auch schon Günter Rickert. Als Immobilienfinanzierer hat er nach der Wende ein Vermögen gemacht, das er heute verwaltet. In Dresden gründete der vierfache Vater nebenbei zunächst einen Waldorf-Kindergarten und dann eine –Schule, damit seine Kinder diese besuchen konnten. Mit 65 anderen Kapitalgebern hat er eine Null-Zins-Initiative gegründet, die nachhaltige Projekte finanziert. Dazu zählt eine solidarische Agrar-Initiative, deren Mitinitiator und Buchhalter der Privatier ist.

Dass seine Finanzierungsinitiative Bafin-konform wurde, verdankt der Zahlenmensch einem spezialisierten Finanz-Juristen. Denn zwei Dinge wurden bei dem eintägigen ersten Workshop deutlich: Alternative Modelle müssen rechtskonform sein und ehe das bestehende System nachhaltig verändert wird, wollen sich die Gestalter gegenseitig mit ihren Kompetenzen unterstützen oder in ihren jeweiligen Netzwerken Experten vermitteln.

Für ein zweites Treffen im März wollen sie Vordenker wie Götz Werner (bedingungsloses Grundeinkommen), Rudolf Bühler (schwäbisch-hällisches Landschwein) oder Manfred Gebauer (Edeka-Märkte als Plattform für regionale Produkte) gewinnen. Wichtige Multiplikatoren seien auch Vorstände von Geno-Banken und Kreissparkassen, die regional verwurzelt und auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen sind. Kluge Köpfe ahnen es: Als Kommunikationsprofi gehöre ich diesem Netzwerk an, damit es in den Medien auch Gehör findet.

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Konsum: Quadratur der Schizophrenie

Bereits zum wiederholten Mal gefällt mir ein Werbevideo von Edeka, das emotionalisiert und eine ethische Botschaft wie das aktuell hier gezeigte auf den Punkt bringt. Als Medienprofi kann ich nur bestätigen, dass dieser Weg der sympathischen Präsenz klug und richtig ist. Denn dass der Lebensmittler für gute Produkte und kompetenten Service steht, braucht man nicht mehr thematisieren.

Demnach ist das Video eine sympathische Erinnerung daran, dass es Edeka gibt – in Abgrenzung zu Rewe, Aldi & Co., die alle auch Umsätze machen wollen. Und da beginnt für mich die Schizophrenie: Edeka thematisiert im Video, Eltern sollen sich Zeit für ihre Kinder nehmen. Selbst aber weiten sie die Öffnungszeiten – im Wettbewerb mit Rewe, Aldi & Co. – bis 21 Uhr und später aus, einschließlich samstags. So bleibt Familien (noch) weniger gemeinsame Zeit.

Mehr noch: Die meisten von uns sind übergewichtig, die Kühlschränke immer voll und viele Lebensmittel werden weggeschmissen. Da wäre eher die B0tschaft angesagt, mal drei Tage gar nicht einkaufen zu gehen oder ein Jahr lang (!!!) keine Textilien zu kaufen, um Ressourcen (und Geld, das zuvor durch Nebenjobs dazuverdient werden muss) zu sparen und sich bewusst zu machen, wie viel (zuviel) man hat. Das wäre Pädagogik.

Aber der Widersinn hat noch viel mehr Methode: Vor zwei Wochen war ich beim Energiekongress des Einzelhandels in Köln.  Dort referierten Energiemanager von Aldi, C&A oder Shoppingcenter-Betreibern wie ECE wie sie Energie sparen oder regenerativ erzeugen, um das klimaschädliche CO2 einzusparen. Letztlich geht es hierbei nämlich um das Überleben der Menschheit auf diesem Planeten. Das wäre wahrlich ein wichtiges Weinachtsgeschenk, wenn uns das gelingt.

Und tatsächlich leisten die Verantwortlichen teils Erstaunliches. Doch andererseits werden viele CO2-Einsparungen durch wachsende Konsumansprüche (noch mehr Kühltheken, Backshops, Videowände etc.) nahezu neutralisiert. Und wenn man dann hört, wie etwa Beleuchtung von „Lightning-Managern“ eingesetzt wird, um satte Verbraucher, die nichts brauchen, zum Stoppen und Zugreifen zu bringen, frage ich mich schon, wie pervers und dekadent unsere Spezies ist.

Da referiert die Sustanability-Verantwortliche der marktführenden Shoppingcenter-Kette, wie die Hamburger nachhaltig bauen und über Steuerungstechnik etc. CO2 einsparen. Und niemand im Saal – oder die Referentin selbst – kommt auf die Idee, mal zu hinterfragen, welchen Geschäftszweck diese Konsumtempel verfolgen: Nämlich Menschen permanent zu verführen und zu manipulieren statt zu informieren oder gar zu bilden.

Zum Beispiel darüber wie Ausbeutungsstrukturen von Filialisten entlang der gesamten Wertschöpfungskette funktionieren, um T-Shirts und Hosen, die keiner braucht, für fünf Euro in ihren Stores zu verkaufen. Oder darüber, dass nicht Erwerb und Besitz glücklich machen, sondern Beziehungen und Gemeinschaft. Wir sollten uns gegenseitig bei Letzterem unterstützen statt beim Ausbeuten. Frohe Weihnachten. Hoho-hohoooo.

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Stadtführung für meine ehemaligen Pfadfinder

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Doppelte Begegnung mit der Vergangenheit: Neckarsulmer Pfadfinder aus meiner Kindheit haben am Samstag in Schorndorf eine Stadtführung auf den Spuren Gottlieb Daimlers unternommen. FOTO: FROMM

Karl-Otto Völker, ein Schorndorfer Urgestein und exzellenter Kenner der Stadtgeschichte, hat am Samstag für Neckarsulmer, mit denen ich in Kindheit und Jugend bei den katholischen Georgs-Pfadfindern war, eine Stadtführung gegeben. Seine Spezialität: Im Outfit Gottlieb Daimlers führt der 70-Jährige durch dessen Geburtsstadt (1834-1900).

So kam Daimler als zweiter Sohn einer kinderreichen Bäcker- und Gastwirtsfamilie zur Welt und machte nach dem Realschulabschluss ab 1848 eine vierjährige Ausbildung zum Büchsenmacher, ehe er im Elsaß in Geislingen, in England und bei Deutz in Köln arbeitete. Dadurch spach er Englisch und Französisch, hatte Eindrücke von der Industrialisierung und mit der Abfindung von Deutz das Startkapital für seine Selbstständigkeit.

Denn der begnadete Zeichner wollte – im Gegensatz zu Otto Benz in Karlsruhe – in Bad Cannstatt wohnend einen Universalmotor entwickeln, der zu Land, zu Wasser und in der Luft Mobilität ermöglicht. Zusammen mit dem begnadeten Ingenieur Wilhelm Maybach gelang ihm dies auch, wenngleich er verarmt starb. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise musste die Marke Daimler übrigens 1924 auf Druck der Banken mit der Marke Benz fusionieren. Sitz der Firma wurde Untertürkheim.

Nach 90 kurzweiligen Minuten Führung, die im Geburtshaus Daimlers endete, gingen wir auf dem Schorndorfer Weihnachtsmarkt, der just am Samstag eröffnet hat, noch eine Wurst essen und einen Glühwein trinken. Den Neckarsulmer Pfadfindern fühle ich mich noch immer eng verbunden, wofür solche Anlässe hilfreich sind, diese Beziehung zu leben.

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Solidarisch Wohnen eine Frage der Haltung

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Fragen und Antworten werden immer konkreter: Die Pläne von Architekt Andreas Ocker überzeugen die SoLeWo-Interessierten, bei denen sich bereits beim zweiten Treffen ein Kern von Bauwilligen herauskristallisiert. FOTO: FROMM

Ein mittelalter Rollstuhlfahrer interessiert sich für eine barrierearme Drei-Zimmer-Wohnung „nicht im Erdgeschoss“, mehrere Rentnerpaare für 80 oder 100 Quadratmeter in „sympathischer Nachbarschaft in der Stadt“ oder noch konkreter „unterm Dach mit Südwest-Ausrichtung.“ Bis zu den Quadratmeterpreisen und konkreten juristischen Schritten werden beim dritten Treffen der Bauherrengemeinschaft SoLeWo Vorstellungen und Umsetzung konkret.

Erneut sind fünf bis sechs Bauinteressenten zum ersten Mal bei einem solchen Treffen, weil sie bei der Stadt Schwäbisch Gmünd oder von Freunden von der Initiative gehört haben. Zugleich kristallisiert sich im Bettringer Begegnungszentrum Riedäcker ein Kern Entschlossener heraus, die bereits zum drittenmal da sind. Die obligatorische Vorstellungsrunde im Stuhlkreis reduziert die Distanz; klärt, dass etliche im Ruhestand sind oder für die Zeit nach dem Auszug der Kinder planen.

So wird schnell klar, dass die meisten sogar Häuser mit großem Garten in Schwäbisch Gmünd und Umgebung zu verkaufen haben, um sich für den Ruhestand zu entlasten. Mancher ist beeindruckt, als Projektentwickler Reiner Kroll erzählt, dass er selbst in Karlsruhe in einer solchen Wohnform lebt, von denen der 56-jährige Architekt im Südwesten schon etliche mit zusammen 300 Wohneinheiten realisiert hat.

Nach Gmünd geholt hat ihn Uli Bopp, der als IT-Experte mit Erfahrung im Quartiermanagement SoLeWo kreiert hat, damit er den Findungsprozess der Bauherrengemeinschaft moderiert. „Solidarisch wohnen ist keine Frage des Alters, sondern der Haltung“, skizziert Bopp sein Credo, der die Neuen informieren möchte, ohne die Stammbesucher zu langweilen. Schon diese Situation zeigt, wie viel Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme von allen gefordert ist.

Damit das Projekt gelingt, so Bopp, dürfen nicht alle Bewohner gleich alt sein. Und die gegenseitige Hilfe basiert auf Freiwilligkeit. Für den großen Rest gebe es inmitten der Stadt viele Anbieter und Angebote, die die Bewohner auch gemeinsam nutzen könnten, um günstigere Konditionen bei besseren Services zu erzielen.

Wichtig ist Bopp, der mit Frau und Schwiegermutter selbst einziehen möchte, dass hier Gleichgesinnte wohnen, die über geteilte Werte sicher auch Freunde werden. Denn intakte Beziehungen, die Bopp „soziale Lebensversicherung“ nennt, und Barrierearmut beugten der Pflegebedürftigkeit vor. Ein Gemeinschaftsraum, Car-Sharing oder die digitale Infrastruktur seien weitere Pluspunkte von SoLeWo.

Kroll stellt klar, dass nicht er die Gruppe zusammenstellt, sondern diese sich bildet. Damit sich eine Planungsgruppe konstituiert, schlägt der Moderator vor, dass jeder zehn Euro je Quadratmeter, den er im Haus erwerben möchte, auf ein Treuhandkonto einzahlt. In Summe sind 820 Quadratmeter verfügbar, davon bislang 55 als Gemeinschaftsraum geplant. Damit stellt jeder Finanzier Verbindlichkeit her, verleiht seinen Positionen Gewicht und sendet zugleich Signale an andere aus, die diese ansprechen oder abstoßen.

Nach gut einer Stunde haben sich sechs Partner erklärt, diesen Weg gehen zu wollen. Auch liegen konkrete Zahlen vor: Demnach wird der Quadratmeter bezugsfertig 3800 Euro kosten zzgl. 200 Euro anteilig für den Gemeinschaftsraum. Zu diesen 4000 Euro kommen 6,5 Prozent Aufwand für Notar und Grunderwerb, wobei sich die Steuer nicht auf den Wohnraum, sondern den deutlich günstigeren Grund bezieht, „denn Bauherr sind Sie ja selbst“, wie Kroll betont.

Auf Nachfrage bestätigt der Moderator, dass der dadurch gesparte Betrag in etwa dem Anteil für den Gemeinschaftsraum entspricht. Zum Kauf des Grundstücks löst sich die Planungsgemeinschaft dann auf und gründet die Bauherrengemeinschaft, die kauft. Diese spart neben Steuern deshalb auch die Marge für den Bauträger und zahlt im Gegenzug gemeinsam den Architekten und den Aufwand für die Projektsteuerung und Moderation von Kroll und Bopp.

Bis 5. Dezember müssen die Planungsgruppen beim Gemeinderat ihren Antrag gestellt haben, der vermutlich Anfang 2017 das Topp-Areal vergibt. Diese Gruppe hat dann ein Jahr Zeit, ihre Pläne zu konkretisieren und das Grundstück zu erwerben. Dieses wird ohnehin erst im Oktober 2018 frei sein, da bis dahin noch Unterrichtscontainer des benachbarten Gymnasiums auf dem Areal stehen.

Bis dahin kann geplant und die Baufreigabe eingeholt werden. Um günstige Preise zu erzielen, werde der Architekt die Gewerke mit zehn Monaten Vorlauf ausschreiben. Fertigstellung sei dann idealerweise Mitte 2020. Am Donnerstag, 24. November, um 18 Uhr treffen sich die Interessierten und neue Interessenten im „Hirsch“ in Bettringen zum vierten Mal.

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Kirche und Wirtschaft im Dialog in Pforzheim

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Engagieren sich, damit Kirchenthemen in den Medien stattfinden: Verleger Albert Esslinger-Kiefer (v.l.), Chefredakteur Magnus Schlecht, PR-Berater Leonhard Fromm, Bernhard Würfel und Pfarrer Ulrich Hilzinger. FOTO: PZ

Rund 20 Unternehmer aus dem Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland, Regionalgruppe Württemberg, um Pfarrer Ulrich Hilzinger haben am Freitag bei der Pforzheimer Zeitung mit deren Verleger Albert Esslinger-Kiefer, deren Chefredakteur Magnus Schlecht und mir diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kirche heute in der Öffentlichkeit noch stattfinden kann.

Mit Bedauern hörte ich, dass die Zeitung ihre wöchentliche Kirchenseite u.a. deshalb abgeschafft hatte, weil die Kirchen zu wenig Input lieferten. Das deckte sich mit meiner Erfahrung aus zahlreichen kirchlichen Beratungen und Engagements. Während aber einige Teilnehmer dies von sich wiesen bzw. mehr Pressereferenten in Kirchenkreisen forderten, halte ich davon nichts.

Denn auch hier lehrt die Erfahrung, dass interne Kommunikatoren es vor allem ihren Vorgesetzten recht machen wollen statt sich als Dienstleister der Medien zu verstehen. Und in Kirchenkreisen, auch das weiß ich aus Erfahrung, sind Kontrolle und die Sehnsucht „gut dastehen“ zu wollen, größer als einfach wertfrei zu kommunizieren, was ist.

So antwortete ich auf die Frage, welche Medienstrategie ich der Kirche empfehlen würde: Gehen sie zu ihrer (Lokal-)Redaktionen; fragen Sie, wer für sie zuständig ist; erzählen sie, was bei ihnen so läuft und fragen sie den Redakteur, was ihn wie (z.B. als Anruf, Vorankündigung per e-Mail oder Nachbericht) interessiert. Dabei ist hilfreich, auch die Redaktionsrichtlinien zu erfragen, weil die Zeitungsmacher nach dem Gleichheitsgrundsatz verfahren.

Dass die Kirche genügend Themen hat, dürfte für Insider unstrittig sein. Allerdings braucht es dazu auch ein wenig Selbstkritik. Dann kann man z.B. Themen unter dem Blickwinkel anbieten, was Gemeinden tun, um ihren Bedeutungsverlust und ihre Überalterung zu stoppen. Oder wie sie Konflikte lösen. Spannend wäre auch die Recherche, wie in Kirchenkreisen die Migrationsthematik gesehen wird und was konkret dazu in Gemeinden getan wird (nämlich sehr viel).

Doch dann sollten auch kritische Stimmen zu Wort kommen und nicht nur die offiziellen Verlautbarungen. Denn ich weiß zum Beispeil aus Schorndorf, welchen Zoff wir hinter den Kulisse hatten, nur weil der Leiter der muslimischen Gemeinde in einem evangelischen Gottesdienst zu Wort kam. Für Redakteure und deren Leser sind aber vor allem Themen beliebt, die kontrovers sind.

Auch interessiert niemanden eine Lösung, wenn es zuvor vermeintlich kein Problem gab. Gerade die Kirchen, die vielen als nicht mehr relevant gelten, dürften hier kantiger in den Markt, um das Überraschungsmoment für sich zu nutzen. So übernehme ich bis Ostern nun eine Firmgruppe, obwohl ich fast keine Zeit habe. Aber ich möchte bei den 14-Jährigen einen überraschenden Eindruck von Kirche hinterlassen.

So werde ich von meinen beiden Scheidungen erzählen und die Jugendlichen fragen, wessen Eltern auch geschieden sind. Dann werde ich darüber sprechen, wie mir mein Glaube geholfen hat, dieses existenzielle Scheitern zweimal zu überleben. Beim nächsten Mal lade ich vielleicht meinen Bruder ein, damit er erzählt, wie es ihm ging, als seine Tochter an Krebs starb. Die Jugendlichen dürfen dann Fragen stellen. Vermutlich sind wir dann schon „mitten drin“.

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„Wohnqualität entsteht durch die Gemeinschaft“

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Faszinieren die Zuhörer im Nebenraum eines Gasthofes mit ihren Konzepten für solidarisches Wohnen: Rainer Kroll (v.l.), Sabine Weineck und Uli Bopp. FOTO: FROMM

Betriebswirt, Bankdirektor und Steuerberaterin sitzen mit Krankenschwester, Ergotherapeutin und Lehrerin in einem Stuhlkreis. Die Atmosphäre beim Ankommen und nun der Vorstellungsrunde ist freundlich-neugierig, aber zunächst auch reserviert, geht es doch letztlich um ein gemeinsames Bauherrenmodell und damit um viel Geld. Entsprechend sind die Erwartungen der 17 Teilnehmer groß, Details zum Wohnkonzept, den Kosten, der Rechtsform und dem Prozedere zu erfahren, wie sich am Ende die zehn, elf richtigen Partner finden.

Erstaunlich jung ist die Schnupperrunde dafür, dass es bei dem Wohnprojekt „Mörike-Park“ in bester Schwäbisch Gmünder City-Lage darum geht, dass man idealerweise bis an sein Lebensende darin bleiben kann. Ausgeprägte Nachbarschaftshilfe und Hightech-verkabelte Wohneinheiten, die im Bedarfsfall ohne Aufwand mit Sensoren, Bewegungsmeldern und Telemedizin-Monitoring nachgerüstet sind, sollen dies ermöglichen. Denn das letzte von drei Baufeldern wird auf diese Weise kultiviert.

Neben Ideengeber Uli Bopp, einem IT-Spezialisten aus Donzdorf, der den illustren Kreis in seinem sozialen Umfeld organisiert hat, präsentiert Rainer Kroll als Wohnprojektberater  aus Karlsruhe das Konzept. Der 56-jährige Kaufmann und Architekt hat mit seiner Firma „wohnprojekt-beratung und entwicklung“ vor allem im Südwesten von Deutschland mehrere solche Objekte mit 300 Eigentümern realisiert und Prozesse mit bis zu 120 Partnern moderiert.

Konkret geht es nun in Gmünd um ein städtisches Filet-Grundstück mit 900 Quadratmetern, auf das sich Bauherrengemeinschaften bis 5. Oktober bewerben konnten. Bopp tat dies kommissarisch, um das gemeinsame Projekt am Montag, 19. Dezember, im Gemeinderat präsentieren zu dürfen, der dann entscheidet. Die Folge: Bopp und Kroll brauchen bis dahin mindestens sieben Bauinteressierte, die gut 2000 Euro im ersten Schritt investieren, um das Vorhaben weiterzutreiben.

Denn das Duo ist schon jetzt deutlich in Vorleistung gegangen und es braucht noch viel gute Arbeit von Architekten. Daher soll das Risiko zwischen allen Beteiligten ab jetzt zumindest bedingt gesplittet werden, um Verbindlichkeit herzustellen und gegenüber der Stadt glaubwürdig zu sein. Krolls Erfahrung aus zehn Jahren mit solchen Projekten: „Wir brauchen 100 bis 200 Interessierte, um am Ende Bewohner für zehn, elf Wohnungen beisammen zu haben.“

Das Faszinosum für die Besucher, die beim ersten Treffen gebannt den sozialen, baulichen, kaufmännischen und juristischen Ausführungen folgen: Bislang seien nur zwei Projekte gescheitert. Und beide Male nicht an fehlender Nachfrage, sondern an äußeren Umständen wie etwa Mängeln am Baugrundstück. In Gmünd dagegen verkauft die Stadt das Areal deutlich unter Wert, möchte aber im Gegenzug ein bundesweit möglichst einmaliges Nutzungskonzept.

Daher ist Bopp mit seinem SoLeWo-Konzept (Solidarisch Leben und Wohnen), für das er zwei Drittel Interessenten aus dem Kreis Göppingen, Schorndorf oder Oberkochen in der ersten Runde sitzen hat, für das Areal interessant. „Der übliche Weg einer Immobilienvermarktung ist es ja, etwas vermeintlich Individuelles via Hochglanzprospekt anzubieten, aber letzlich ist das Interesse der Macher nur die Marge“, sagt Ex-BASF-Kaufmann Kroll, der schon für dm-Gründer Götz Werner geplant hat. Er geht den umgekehrten Weg, wie der Abend im Nebenzimmer eines Gasthofs in Waldstetten belegt: Die Käufer passen sich nicht einem fertig geplanten Haus an, sondern gestalten es von Grund auf selbst.

„Die Entwicklung eines Gemeinschafts-Wohnprojektes erfolgt im Rahmen einer dialogischen Projektentwicklung“, beschreibt Kroll seine Methode. „Das Gespräch miteinander ist die beste Voraussetzung, dass sich die Beteiligten kennenlernen und eine gute und verbindliche Gemeinschaft bilden.“ Das Projekt gelingt demnach mit den Beteiligten, die miteinander können und wollen „Die Moderation ist deshalb wichtiger als die Planung“, sagt Kroll der zwar Architekt ist, aber als Moderator selbst nicht mehr plant. Er und Bopp haben für das Planen einen renommierten, ortsansässigen Architekten gewonnen, der dann die individuellen Kundenwünsche mit lokalen Handwerkern umsetzt.

„Wir werden trotzdem nicht teurer sein und sind auf lange Sicht definitiv günstiger“, prophezeit Kroll, der immer wieder Nachfragen aus der Runde zulässt, die teils seine Kollegin Sabine Weineck beantwortet. So seien von einer Eigentümergemeinschaft über eine Genossenschaft bis zur Aktiengesellschaft viele Finanzierungsformen möglich und anderenorts erprobt.

All diese Details, so wird den Interessenten immer klarer, entscheidet die Bauherrengemeinschaft gemeinsam nach Abwägung aller Details, Befürchtungen und Spezifika. Dasselbe gilt, unter welchen Bedingungen vererbt, verkauft oder vermietet werden darf. Auch das muss diskutiert werden und lässt sich regeln.

„Jedes Betreibermodell ist anders,“ sagt Kroll. Bauten etwa überwiegend junge Familien mit den auf sie abgestimmten Fördermitteln, werde die Rechtsform darauf angepasst. Kauften überwiegend ältere Barzahler, spiele dieser Aspekt keine Rolle. Dasselbe gilt für Größe und Zuschnitt der Wohnungen oder Proporz von Privat- und Gemeinschaftsflächen. Letztere umfassen bei anderen von Kroll projektierten Objekten Multifunktionsräume für Hausveranstaltungen, halb-öffentliche Cafés oder Gästezimmer.

In Karlsruhe entwickelte er mit beteiligten Bürgern ein mehrteiliges Projekt mit einem Gesamtvolumen von 100 Wohneinheiten und 30 Millionen Euro, das in drei Rechtsformen sogar Geschäftsräume für eine Arztpraxis, einen ambulanten Pflegedienst und eine Kita umfasst. Hier organisieren die Bewohner untereinander Kinderbetreuung, Nachbarschaftshilfe und Car-Sharing. Mit zwei Biobauern bestehen Kooperationen, die die Bewohner mit Naturalien beliefern. Im Gegenzug gärtnern diese dort teils mit und für Kinder finden erlebnispädagogische Aktivitäten auf den Höfen statt.

Bopp arbeitet in Gmünd seit 2010. In einer städtischen Immobilie organisiert er im Auftrag des Fördervereins Riedäcker in Bettringen Gemeinwesenarbeit. Dabei verknüpft er die Belange von knapp 60 Senioren, die von dem Träger Vinzenz-von-Paul betreut werden, und Anwohnern des Quartiers. Beide Gruppen führt er in kulturellen und sozialen Angeboten zusammen. Dabei vernetzt er generationenübergreifend die personellen Ressourcen von Kirche, Stadt und Sozialträger.

„Hier habe ich viel gelernt, etwa wie man Verträge gestaltet, Ehrenamtliche gewinnt oder dass sich Menschen im Alter verändern“, sagt Bopp, der auf Grund seiner Arbeit vielfältig mit der Stadt verbunden ist und deshalb seine Chance gekommen sah, als die Stadt das Bauherrenmodell ausschrieb. „Wohnqualität entsteht nicht durch das Gebäude, sondern durch die Gemeinschaft“, ist Bopp überzeugt, der selbst nach Gmünd in sein Objekt ziehen würde und die Schwiegermutter gleich mitbrächte.

In der offenen und lebhaften Diskussion zeigt sich an dem spannenden, intensiven Abend rasch das Spektrum menschlicher Vielfalt: Sehen die einen die Chancen, thematisieren die anderen die Risiken. Und wollen die einen über Baustandards diskutieren, ist den anderen wichtig, wie man Nähe und Distanz idealerweise in einer solchen Gemeinschaft auslotet.

Kroll bedauert, dass man nun diesen Zeitdruck hat, was die übliche Teamentwicklung erschwere. Andererseits hätten auch die fünf, sechs Mitbewerber, die Anfang Dezember ihre Konzepte öffentlich vorstellen, dieses Problem. An dem noch festzulegenden Samstag können sich Bauinteressierte Alternativen anschauen und ihren Anbieter noch wechseln.

Das anspruchsvolle Konzept, das sich Bopp unter dem Label SoLeWo hat schützen lassen, steht dann im offenen Wettbewerb. Dem Vernehmen nach gibt es mindestens 30 Interessierte, die dort jetzt schon kaufen und wohnen wollen. Bislang vor allem wegen der Lage. Das nächste Treffen, das Bopp und Kroll für Interessierte am „Mörike-Park“ ausrichten, findet am Montag, 24. Oktober, um 18.30 Uhr im Bettringer Begegnungszentrum, In den Riedäckern 31, statt. Dort, wo Bopp die Gemeinwesenarbeit macht.

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Eichenkreuzsport zeigt mehr Flagge

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Landesebene und Pfarreibasis verzahnen sich in Leonberg: Die Workshops des Eichenkreuzsports beim Jahresforum waren sehr praxisorientiert und boten den Teilnehmern konkrete Handlungsorientierung für ihre Vereinsarbeit. FOTO: FROMM

Integration von Migranten, Pressearbeit, Projektmanagement: Die Verantwortlichen in den 150 Ortsvereinen des Eichenkreuzsports in Württemberg wollen in der Gesellschaft mehr Flagge zeigen. In Leonberg haben sich nun 80 Delegierte beim diesjährigen Sport-Forum kundig gemacht und ausgetauscht. Einer der drei Referenten war ich.

„Wir haben eine Aufbruchstimmung erzielt und Strukturen geschaffen, die die Basis und die Führung besser miteinander verzahnen“, sagt Henrik Struve. Der 40-Jährige ist hauptamtlicher Geschäftsführer beim Eichenkreuz, dem evangelischen Sportverband. In Personalunion ist der Diakon auch Sportjugendreferent beim Evangelischen Jugendwerk Württemberg (EJW).

Der Kick kommt gerade recht. Seit Jahren leiden viele Ortsgruppen unter schwindenden Mitgliederzahlen, Überalterung und Bedeutungsverlust. „Wir machen einen super Job und keiner bekommt es mit“, sagt etwa ein Handball-Trainer im Workshop, in dem es um effiziente Strukturen geht. Auch wird es immer schwieriger, Ehrenamtliche für den Sportbetrieb zu interessieren.

Eine Schwierigkeit liegt darin, dass die Eichenkreuzsport-Strukturen komplexer sind als die eines klassischen Sportvereins und viele Mannschaften nicht am Liga-Betrieb des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) teilnehmen. Letzteres aber ist oft Kriterium für die Berichterstattung der Lokalzeitungen, kläre ich die Teilnehmer auf.

„Bei uns steht nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern die Gemeinschaft“, begründet Anastasios Leontopoulos diesen Unterschied. „Wir wollen Jugendlichen beibringen, dass man auch aus Niederlagen etwas lernen kann“, begründet der Leonberger EJW-Jugendreferent diese Haltung. Zudem sei Sport nur eine Möglichkeit, seine Persönlichkeit zu entwickeln.

Das wird im Workshop von David Scholz deutlich. Bei dem WLSB-Referenten für Flüchtlingsintegration holen sich rund 20 Teilnehmer Anregungen, wie sie in ihren lokalen Sportgruppen auf Migranten zugehen können und worauf dabei zu achten ist. „Als Christen gebietet uns die Nächstenliebe, diesen Schritt zu gehen, aber auch als Bürger dieses Landes ist es klug, dass aus Fremden bald Freunde werden“, sagt ein Übungsleiter. Und ein Schiedsrichter ergänzt: „Diese unverhofften Neuzugänge stärken unsere Vereinsstrukturen.“

Dass die Jugendarbeit im christlichen Sportverein viele Themen bietet, die auch für die Presse interessant sind, arbeite ich in meinem Workshop vor großer Kulisse heraus. So kann interessant sein, wie und warum ein Verein ein polizeiliches Führungszeugnis für seine Trainer eingeführt hat. „Damit kommen wir unserer Sorgfaltspflicht gegenüber den Eltern nach,“ sagt der Fellbacher Sportchef, dem die 15 Euro je Testat die Stadt bezahlt hat.

Ein anderer erzählt, was sie gegen Koma-Saufen unter jungen Leuten tun; wie sehr überfürsorgliche Mütter die Jugendarbeit behindern oder wie sie Ehrenamtliche für ihren Verein finden. Den Teilnehmern empfehle ich, in ihrer Lokalredaktion zu identifizieren, welcher Journalist für sie zuständig ist und ihm offen zu erzählen, welche Themen den Vereinsalltag begleiten.

Im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg betreuen über 350 Haupt- und 53.400 Ehrenamtliche mehr als 300.000 Kinder und Jugendliche in 1400 Pfarreien. Hinzu kommen 100 FSJ-ler (Freiwilliges Soziales Jahr) in Pfarreien, die beim EJW angestellt sind. Unter dessen Dach sind 10.000 Sportler in 600 Gruppen in 150 Pfarreien im Eichenkreuz organisiert. Diese bilden in 48 Bezirken oft eigene Ligen und tragen Turniere aus.

Neben Wintersport sind vor allem Fußball, Handball, Volleyball und Indiaca populär. Vereinzelt auch Lauf- und Radsport. Neben dem Eichenkreuzsport gehören zum EJW vor allem der CVJM (Christlicher Verein junger Menschen) und Jugendgruppen in Pfarreien. Der Haushalt des EJW von zehn Millionen Euro finanziert sich zu je einem Drittel aus Mitteln der Evangelischen Landeskirche; öffentlichen Zuschüssen, Projektgeldern und Spenden; sowie Freizeit-/Bildungsarbeit und sonstigen Ersätzen.

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PR-Workshop am Sonntag in Leonberg

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Am Sonntag beim SportForum in Leonberg: Beim Evangelischen Jugendwerk spreche ich über Öffentlichkeitsarbeit und im Workshop geht es darum, warum Kinder und Eltern sich für einen christlichen Verein entscheiden sollten.

Über Öffentlichkeitsarbeit referiere ich am Sonntag beim SportForum des Evangelischen Jugendwerks in Leonberg im Haus der Begegnung. Erwartet werden 100 Teilnehmer aus 48 Bezirken, die im Evangelischen Sportverband, dem Eichenkreuz-Sport Württemberg oder der CVJM organisiert sind. Denn nicht zuletzt nehmen die Konfirmanden aller Gemeinden jährlich an einem Turnier, dem sogenannten Konficup, teil.

Über diese Schiene hat die evangelische Landeskirche gute Strukturen für ihr Nachwuchsrekruiting. Und dennoch scheint es an Bindekraft zu fehlen, weshalb man auf mich als einer von drei Referenten für den Tag kam. Am Nachmittag vertiefe ich mit Interessierten in einem Workshop, warum Jugendliche gerade bei ihnen Sport treiben sollen und wie die Verantwortlichen mit diesen Argumenten ihre  lokale Öffentlichkeit erreichen.

Im Kern geht es letztlich ums Verkaufen, worin erfahrungsgemäß nahezu alle kirchlichen Mitarbeiter und Ehrenamtlichen schlecht sind. Meine Vermutung: Die christliche Erziehung zur Bescheidenheit stellt den Betreffenden genau an dieser Stelle ein sehr kontraproduktives Bein. Aber auch: Weil es früher zur Kirche keine Alternative gab, haben die Verantwortlichen nicht gelernt, wie Wettbewerb geht. Im Kern geht es dabei auch uim Verdrängung, denn Jugendliche können sich ja nicht klonen.

Das Spannende ist die Analyse: Mit welcher Begründung soll ein Kind in meine kirchliche Jugendarbeit statt in den Klavierunterricht der städtischen Musikkschule, ins Balett der privaten Tanzschule oder ins Training eines säkularen Vereins? Einiges ist da sicher auch Zufall, wohin die Freunde gehen, wie andere Termine liegen etc. Im Kern geht es aber auch darum, was ich in meiner Jugendarbeit leiste und an Mehrwert biete, z.B. soziale Kompetenzschulung, Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität, Bewältigung von Lebenskrisen.

Interessiert? Neugierig? Mehr dazu in meinem Workshop am Sonntag ab 14 Uhr. Am Morgen findet um 10 Uhr in der Stadtkirche ein Gottesdienst statt, ehe es im Plenum zu den Vorträgen geht. Ich freue mich auf den Tag, die Begegnungen und die Impulse. Am Freitag, 14.10., bin ich übrigens ab 17 Uhr bei der Pforzheimer Zeitung, wo ich beim Arbeitskreis „Kirche & Wirtschaft“ vor christlichen Unternehmern spreche. Montag, 17.10., referiere ich um 19 Uhr bei der IHK in Heidenheim.

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