Digitale Kommunikation

Digitaler Nachruf auf Trauer-Homepage

Durch den Tod eines Kommilitonen bin ich kürzlich auf die Trauer-Homepage der Heilbronner Stimme gestoßen, die mir eine neue, relativ fremde Trauerkultur aufzeigte. Dort sind, bezogen auf jeden Todesfall, die in der Tageszeitung geschalteten Todesanzeigen hinterlegt. In einem digitalen Kondolenzbuch kann man Nachrufe verfassen oder man kann für den Verstorbenen virtuell eine Kerze anzünden.

Wer nicht schreiben will, kann unter „Audio“ eine gesprochene Botschaft hinterlassen. Auch „Videos“, evtl. vom gemeinsamen Urlaub oder einer Feier, sind vorgesehen, sowie in weiteren Rubriken „Erinnerungen“ und „Fotos“. Wenn ich mir überlege, dass der Verstorbene all diese Veröffentlichungen nicht mehr sichten und widerrufen kann, finde ich diese Optionen schon grenzwertig.

Andererseits fand ich es einen schönen Service, als Auswärtiger sämtliche Todesanzeigen lesen zu können, die ihm gewidmet wurden. Und teils als Wertschätzung für ihn, teils als Verarbeitung meiner Trauer um ihn, habe ich im Kondolenzbuch über meine Beziehung und meine Empfindungen für ihn geschrieben.

Ohnehin nehme ich wahr, dass sich unsere Sterbe- und Trauerkultur verändert. So sind jetzt schon mehrfach Bekannte und Freunde von mir nicht mehr klassisch auf dem Friedhof in Sarg oder Urne beigesetzt worden, sondern in einem Friedwald. Und schon zweimal habe ich selbst bei Trauerritualen die Anwesenden eingeladen, mit uns zu teilen, was sie nun bewegt.

Beide Male spürte ich zu Beginn große Verunsicherung in der Gruppe und dann kamen doch zehn bis 15 teils sehr bewegende Wortbeiträge, die den Betrauerten nochmals sehr präsent werden ließen, die Anonymität der Trauernden auflöste und der Feier einen ganz besonderen, feierlich-festlichen Charakter gab. Deshalb stehe ich auch solchen digitalen Plattformen eher positiv gegenüber.

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Ceta-Demo: Gegen den „Freihandel“

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Mein kleiner Beitrag zum politischen Diskurs: Per völlig überfülltem Zug ab Schorndorf angereist, habe ich am Samstag in Stuttgart gegen Ceta und TTIP demonstriert. FOTO: FROMM

Schweren Herzens habe ich am Samstag meinen freien Tag geopfert, um in Stuttgart mit 20.000 (Polizeiangaben) oder 30.000 (Veranstalterangaben) Teilnehmern gegen die Freihandelsabkommen Ceta (mit Kanada) und TTIP (mit den USA) zu demonstrieren. Denn vor allem stört mich der globale Markt, der immer uniformer und kapitalintensiver wird, so dass kleine Anbieter kaum mehr eine Chance haben.

Und mich stört, sofern ich die komplexe Materie halbwegs verstehe, dass sich externe Firmen in nationale Märkte einklagen können, sofern sie sich benachteiligt fühlen. Das kann das Reinheitsgebot des Biers betreffen, gen-veränderte Produkte oder regionale Spezialitäten wie Schwarzwälder Schinken. Ich bin ein Freund des Wettbewerbs, aber der Kapitalismus konterkariert dieses freie Spiel der Kräfte schon lange.

Denn gegen Milliarden Euro oder Dollar kommt auch der Kreativste und Fleißigste mit dem besten Produkt nicht mehr an. In der Regel lässt er sich dann von dem aufkaufen, der den Marktzugang bereits hat oder ihm diesen durch Rabatte, findige Juristen oder andere Druckmittel verwehrt. Irritiert haben mich in diesem Zusammenhang, wie viel (hochgerüstete) Polizei uns Bürger am Samstag flankiert hat und wie mir/uns Andersdenkende Panik, Naivität oder sonstetwas unterstellen.

Diese Populisten (ist auch ein Urteil) bekommen zum Thema auch nicht arg viel mehr zusammen als Schlag-Worte. Dabei hat uns die Bankenkrise gelehrt, dass Menschen nur Sachverhalten zustimmen sollten, die sie auch verstehen und mit eigenen Worten wiedergeben können. Deshalb bin ich weiterhin gegen Ceta und TTIP. Und Angst lasse ich mir auch keine machen.

Denn wenn Nordamerikaner und Asiaten eine Freihandelszone bilden, kreieren die sich u.a. ihre Massenarbeitslosigkeit und Umweltzerstörung, die allein schon dadurch entsteht, dass immer größere Einheiten entstehen, um Produktionskosten zu senken. Ich liebe dagegen Vielfalt, die eine zentrale Ressource ist, damit Wettbewerb stattfindet. Außerdem habe ich die Demo genutzt, mich drei Stunden mit meinem Bruder zu treffen, was auch schön war.

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Urlaubstipp: Rekreation an der Ostsee

016 Luckow
Gestern morgen um 8 Uhr: Blick von der Feuerstelle auf das wunderbare Kleinod, das hinter dem Haus nochmals einen großen Garten hat. Hier verbrachten wir unvergessliche Tage in der Weite der Natur. FOTO: FROMM

Nach elfstündiger Bahnfahrt bin ich gestern gegen 22 Uhr mit meiner Frau von Luckow bei Uekermünde aus einem sechstägigen Urlaub zurückgekehrt. Die Tage an der polnischen Grenze in mitten des Naturschutzgebietes Stettiner Haff waren einmalig erholsam. Mit dem sonnigen Wetter hatten wir zusätzliches Glück.

Das letzte Stück mussten wir mit dem Taxi an- und abreisen, weil Luckow nur wenige hundert Einwohner hat und unser Domizil nochmals rund 1500 Meter außerhalb des Orts an einem Waldrand hinter einem großen Mais- und Schilffeld lag. Im Schuppen standen uns aber Fahrräder zur Verfügung, so dass ich täglich die Fahrt zu Edeka nach Ueckermünde machen konnte, um unseren Tagesbedarf (u.a. für mich Lübzer Pils, Lokalzeitungen wie Nordkurier, Ostsee-Zeitung etc.) zu decken.

Im Nachbardorf Bellin (6 km) gibt es immerhin täglich von 7 bis 9 Uhr frische Brötchen (samstags auch in Luckow im „Saloon“!) und ganz in der Nähe (3 km) hatte täglich ein Obst- und Gemüsestand offen. Und außerdem gibt es noch Carmen und Norbert, die 300 Meter weiter wohnen und bspw. 30 Hühner halten, wo es zehn Eier für zwei Euro und ein Schwätzchen gratis gibt.

In Summe war der Urlaub sehr preisgünstig, weil wir am liebsten „zu Hause“ waren, weshalb wir (also meine Frau) dort auch einfach kochten. Die meiste Zeit haben wir gespielt („Take it easy“), gelesen (hatte zwei Bücher dabei), geschlafen (nachmittags!), im Hauspool zwischen den Sonnenblumen gebadet, sind Spazieren gegangen, ich Rad gefahren und mit Einbruch der Dunkelheit habe ich viermal abends ein Feuerchen gemacht.

Das Haus, die Gegend und diese netten Menschen kann ich nur jedem für einen Urlaub (oder eine Investition) empfehlen. Vielleicht verdrängen die Herzlichkeit der Einheimischen (und deren Fleiß) und die der Gäste dann eines Tages auch wieder die rechtsradikale Gesinnung, die im Vorfeld der heutigen Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern leider sehr unappetittlich in Form von mehr NPD- und AfD- als von SPD- und CDU-Wahlplakaten sichtbar war.

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Flüchtlinge in Deutschland: Klartext reden

014 Ev. Gemeindeblatt
Wohltuender Tabubruch: Das Evangelische Gemeindeblatt lädt seine Leser ein, ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen zu schildern.

Dass die Medien im Kontext der Flüchtlingsberichterstattung als Lügenpresse in Verruf gekommen sind, haben sie meines Erachtens mit selbst verschuldet. Der Grund: Die Verantwortlichen in den Redaktionen glaubten vermutlich, mit einer kritischen, also faktenorientierten Berichterstattung migrationsfeindlichen Tendenzen Vorschub zu leisten. Das Gegenteil aber war der Fall. Verschweigen schürt Mißtrauen.

Das Beispiel zeigt, dass sich in den Redaktionen offenbar nichts geändert hat, seit ich ihnen 2002 den Rücken gekehrt habe. Noch immer meinen Redakteure offenbar zu wissen, was gut ist für ihre Leser und mit welchen Informationen sie überfordert sind. Welche Arroganz. Live erlebt habe ich das während meines Volontariats 1990/91 und meinen ersten Berufsjahren als die Republikaner im Südwesten so stark waren.

Nun lese ich wieder in (fast) keiner Zeitung, wie schlecht bspw. die Qualifikation der allermeisten Flüchtlinge ist; wie reaktionär deren Frauenbild oder ihre Motivation, den vorgeschriebenen Deutschkurs zu besuchen. Und wenn leise Kritik geäußert wird, wird diese sofort mit Fluchttraumata, der (schlechten) Unterbringung oder der Trennung von Familie und Freunden relativiert.

Das alles stimmt. Und doch will ich nicht immer nur diese Seite hören, sondern auch jene, dass in dieser (christlich geprägten Hightech-)Gesellschaft nur ankommt, wer sich schnellstmöglich integriert. Und dazu gehört primär die Sprachkenntnis oder die Fähigkeit des gezügelten Umgangs mit Alkohol, erst recht, wenn man ihn aus religiösen Gründen ohnehin meiden sollte.

Flüchtlinge haben bei allem Respekt vor ihrer Biographie eine Bringschuld, die m.E. groß ist. Schließlich ermöglichen Demokraten und Christen wie ich den Zugang in unser Land, wir finanzieren ihren Aufenthalt und versuchen gleichzeitig noch unsere Mitbürger bei der Stange zu halten, damit diese nicht heimlich oder offenkundig AfD wählen und mit den Pegida-Leuten auf die Straße gehen (, was zu einer weiteren Belastung unserer Polizei führt).

Das Evangelische Gemeindeblatt hat nun mit seiner Doppel-Ausgabe 32-33/2016 vorgemacht, wie ich mir eine ausgewogene Berichterstattung wünsche. Hier kommen Helfer zu Wort, die beschreiben, wie mühselig die Patenschaft für einen Flüchtling ist, weil er etwa Tugenden wie Pünktlichkeit oder Verbindlichkeit erst lernen muss. Ich selbst vermiete bewusst an eine fünfköpfige afghanische Familie und weiß (ein wenig), wovon ich spreche.

Wer etwa als Migrant in einen Rechtsstaat flüchtet, sollte sich an dessen Regeln halten und wenn es Monate dauert, alle Formulare beisammen zu haben. Seinen Pflichten stehen dann aber unverbriefbare Rechte gegenüber. Und er sollte wissen, sein Deutschkurs kostet 1000 Euro,  den deutsche Bürger ihm ermöglichen. Einfach unterzutauchen und zu Verwandten weiterziehen, ist keine Lösung.

Wenn die einen in unserer Gesellschaft den Fremden nicht nur Hass entgegenbrächten und die anderen nicht nur Naivität, kämen wir mit der Integration sicher deutlich weiter. Die zumeist jungen Männer sind klare Ansagen kulturell bedingt gewohnt. Dazu gehört für mich auch, dass unsere Grenzen vorerst zu bleiben bis die Behörden verdaut haben, was da an Mehraufwand kam. Denn auch die Mitarbeiter in den Job-Centern etc. sind meine Nächsten.

Die Serie im Evangelischen Gemeindeblatt werde ich mit Interesse verfolgen. Danke, liebe Kollegen, für euren journalistischen Mut.

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Wasserstofftankstelle am ZSW in Ulm eröffnet

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Meinen es ernst mit dem Wasserstoffantrieb (v.l.): Prof. Dr. Christian Mohrdieck (Daimler), Helmfried Meinel (Umweltministerium), Dr. Klaus Bonhoff (NOW), Guillaume Larroque (Total), Prof. Dr. Werner Tillmetz (ZSW), Dr. Dieter Prangenberg (Linde), Kunde Dr. David Wenger (Wenger Engineering) und Thomas Bystry (Shell, Vorsitzender Clean-Energy-Partnership). FOTO: ZSW

Die Manager von Daimler, Linde, Total und Shell, die am Freitag (15. Juli) am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Ulm die bundesweit 21. Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen haben, zeigen die Ernsthaftigkeit der Industrie, diese Technologie nun marktfähig zu machen.

In diesem Kontext war das ZSW, das heute 220 Hauptamtliche und 100 studentische Hilfskräfte beschäftigt,1988 von den Universitäten Stuttgart und Ulm sowie Playern aus der Automobilindustrie gegründet worden. Bei der Einweihung der Ulmer Tankstelle skizzierte Dr. Klaus Bonhoff die Strategie der Bundesregierung. Für den Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) war der Tag ein Indiz, dass der Hochlauf der Infrastruktur nun „richtig begonnen hat“.

Ministerialdirektor Helmfried Meinel betonte, ein Drittel der aktuell 21 Wasserstofftankstellen stünden in Baden-Württemberg. Fünf weitere seien in Planung. Vor dem Hintergrund des Pariser Klimagipfels plane die Bundesregierung, nach 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen.

Dass die Daimler AG nicht nur deshalb in der jungen Technologie einen Zukunftsmarkt sieht, versicherte Prof. Dr. Christian Mohrdieck. Der Leiter der Fuel Cell-Sparte kündigte an, dass 2017 der GLC, ein Verkaufsschlager der Premiummarke, auch als Plug-In-F-Cell auf den Markt kommt. Das gäbe dem Antrieb „einen richtigen Schub“.

Guillaume Larroque, Manager der französischen Mineralölgesellschaft Total, die die Ulmer Tankstelle betreibt, reklamierte für sein Unternehmen, Wasserstoff seit zwölf Jahren als Antriebsmittel des 21. Jahrhunderts zu forcieren, und ZSW-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Werner Tillmetz wertete es als wichtiges Signal in die Fläche, nun auch direkt am ZSW in Ulm über eine eigene Tankstelle zu verfügen.

Bei der Eröffnung dabei war David Wenger, Geschäftsführer der Wenger Engineering GmbH aus Ulm. Sein Ingenieurbüro hatte seit 2006 wesentliche Beiträge zur Entwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen und Wasserstofftankstellen erbracht. Unter anderem ist das Büro 2016 Preisträger des Automotive Safety Award der SAE für den Beitrag zur Norm SAE J2601, nach der die Fahrzeuge betankt werden.

Dass in Ulm Bedarf für die Tankstelle besteht, belegte der promovierte Ingenieur Wenger, der auf Grund seines beruflichen Engagements ein Brennstoffzellenfahrzeug fährt. Bislang musste dieses in Stuttgart oder München betankt werden.

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80 Gäste bei unserem Agentur-Sommerfest

011 Sommerfest Tobias Köhler referiert
Tobias Köhler fasziniert die Besucher unseres Sommerfestes mit seinem Vortrag: Der Innovationsbeauftragte der Südwestdeutschen Medienholding gab tiefe Einblicke in die Zukunft der Medien. FOTOS: Spantig

Düsseldorf, Jena oder München – unsere Gäste haben teils weite Wege auf sich genommen, um am Freitag an unserem mittlerweile dritten Sommerfest der Agentur im Ambiente von „Raum & Zeit“ am Rems-Ufer teilzunehmen. Tobias Köhler, Chefstratege der Südwestdeutschen Medienholding, die u.a. Stuttgarter Zeitung, Süddeutsche und Rheinpfalz herausbringt, warf einen Blick in die Medienzukunft.

„Redakteure und deren Content bleiben wichtig, aber wir müssen immer mehr Kanäle bespielen“, so der Referent in seinem frei gehaltenen Vortrag vor den 80 Besuchern. Das Lkw-Attentat von Nizza am Tag zuvor hätten bspw. tausende Menschen auf ihren Smartphones teils live in ihre Communities gesendet. Da müsse Exklusivität einer Nachricht neu definiert werden.

011 Sommerfest Foyer (hoch)
Gute Gespräche und interessante Begegnungen: Unser Sommerfest bietet eine Plattform für den persönlichen Kontakt.

Schon heute arbeiteten Redakteure eng mit Technikern zusammen, die die einzelnen Nachrichtenkanäle bedienen, Filme und Fotos bearbeiten oder mit Communities kommunizieren, um sie als Follower zu gewinnen. Wichtig sei auch, einzelne Kanäle nur mit Nachrichten zu bestücken, die für deren Zielgruppe relevant sind. Immer wieder fragte Köhler in das Auditorium hinein, wer welchen Dienst nutzt, wodurch sich leicht Zielgruppen (und Generationen) definieren liesen.

Vor allem die Vernetzung mehrerer Techniken in Verbindung mit einer heute noch globigen Datenbrille, die vielleicht schon in fünf Jahren in eine filigrane Brille und in zehn Jahren in Contactlinsen integriert sein kann, machte die neuen Dimensionen deutlich. So kann man ein Konzert aus der Perspektive eines Rockstars erleben, der in die Gesichter zehntausender Fans blickt.

011 Sommerfest Zuhörer schreiben mit
Wenn die Kunden mitschreiben, war es wohl interessant (v.r.): Tempus-Chef Prof. Jörg Knoblauch, ÜAG-Geschäftsführer David Hirsch und der KEFF-Beauftragte von Ostwürttemberg, Dirk Zoller, mit seiner Partnerin.

Problematisch sei die Entwicklung, dass Marken verschwinden. So hätten Menchen immer häufiger etwas nicht in der Stuttgarter Zeitung, sondern „in Facebook gelesen“, etwas nicht in der ARD gesehen, sondern „bei Youtube“ und nicht mit einem Auto gefahren, sondern „mit Ueber“. Die Zukunft sei also ziemlich offen und „wer mit was wo Geld verdient“, noch lange nicht durchdacht. Klar aber sei, dass digitale Player sich immer massiver zwischen Dienstleister und Nutzer schieben.

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Firma Bogenschütz gehören die Lacher

Den Trailer über die fiktive Textilfirma Bogenschütz auf der Schwäbischen Alb, die zum Globalisierungsopfer wird, möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. In der Rolle des Seniorchefs brilliert Walter Schultheiss. Und nachdem ich es auch selbst vielfach mit inhabergeführten Mittelständlern zu tun habe, kann ich sagen, dass die Parodie gut getroffen ist.

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3XBanktechnik GmbH knüpft Branchennetzwerk

005 Workshop-Treffen in Ulm (Netz)
Für den Erfahrungsaustausch ist Vertrauen wichtig: Die Workshops der 3xBanktechnik beginnen immer mit einer Vorstellungsrunde, in der ein Netz geknüpft wird, das alle Teilnehmer trägt. FOTO: KNETTERMEIER

Vorbildlich finde ich die Initiative des Bankberatungs-Dienstleisters 3XBanktechnik, der aus dem Pool seiner bundesweit rund 220 Kunden seit bald zwei Jahren innovative Führungskräfte zusammenbringt. Jüngst trafen sich bei der Volksbank Ulm-Biberach wieder für 1,5 Tage Prokuristen und Bereichsleiter von Geno-Banken und Sparkassen aus dem gesamten Bundesgebiet zum „herrschaftsfreien Diskurs“.

Regelmäßige Teilnehmer sind auch Vertreter von Sparkassen-Verlag und Deutschem Genossenschafts-Verlag, die wiederum viel Branchen- und Insider-Wissen aus ihren Organisationen einbringen. Geprägt sind diese Treffen vom vertrauensvollen Austausch jenseits des Tagesgeschäfts und der Mitbewerber-Konkurrenz. Beim kreativen Nachdenken entstehen neue Ideen und Handlungsansätze.

Um diese Atmosphäre zu schaffen, arbeiten die Veranstalter auch methodisch. So beginnen die Workshops mittlerweile obligatorisch mit einer Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer sich gegenseitig vorstellen und bekennen, was aktuell Licht und was Schatten in ihrem Leben ist. Dabei werfen sie sich ein rotes Seil zu, so dass der Vorredner bestimmt, wer weiterspricht. Dadurch knüpfen die Teilnehmer symbolisch ein Netz, das jeden in der Runde trägt.

Seit Januar „macht“ unsere Agentur den Bankberatern einen Blog, in dem wöchentlich mindestens ein Beitrag aus dem Berufsalltag der Banker eingestellt wird, der zum Lesen, Weiterleiten, Verlinken und Kommentieren einlädt. Noch sind die Reaktionen im Netz verhalten, was dem Konservatismus der Branche geschuldet sein mag. In den kommenden Wochen werden wir dort über Themen wie Geldautomatensprengung, Filialschließungen, alternative Nutzungsformen und Kooperationen zwischen KSKs und Geno-Banken schreiben.

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PR-Job wird immer vielfältiger und schneller

Die PR-Plattform Mynewsdesk hat mehr als 2000 Journalisten aus aller Welt zu Trends im Journalismus befragt. Dabei herausgekommen ist u.a. dass Journalisten immer weniger Zeit haben, immer mehr Aufgaben erledigen müssen und für mehrere Publikationen gleichzeitig tätig sind. Für unser Redaktionsbüro kann ich diesen Trend bestätigen.

Dass wir dennoch in der Lage sind, Qualität zu liefern, liegt letztlich daran, dass unsere Redaktionsgemeinschaft (auf zuletzt acht Journalisten) wächst und sich immer intensiver austauscht, um Effizienzpotentiale zu nutzen. Elementar ist hierbei der Austausch von Redaktions- und Recherchekontakten bzw. die Spezialisierung innerhalb unseres Teams etwa auf Pflege und Gesundheit, Energieeffizienz oder Logistik.

Das geht so weit, dass wir mit der Pflegebibel seit März 2015 ein eigenes Online-Magazin herausbringen und einzelne Redaktionen energieintensiver Branchen das komplette Thema Energiemanagement an uns auslagern. Das macht es für uns wiederum attraktiv, uns tiefer in Themen einzuarbeiten, und leichter, mit interessanten Firmen in Kontakt zu kommen.

Laut Journalistenbefragung schreiben und redigieren übrigens 98 Prozent aller Kollegen, 60 Prozent befassen sich mit Social Media, 51 Prozent fotografieren, 38 Prozent analysieren Daten (dazu gehört vermutlich auch Clipping), 29 Prozent produzieren Videos und 18 Prozent designen Graphik. Fast alles findet auch bei uns im Büro statt. Teilweise kooperieren wir aber auch mit (Werbe-)Agenturen, um  unseren Fokus auf Content scharf zu halten.

 

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Landesseniorenrat und Pflegebibel eng beisammen

008 mit Karl-Otto Völker
Manchen gemeinsame Sache: Der 2. Vorsitzende des Landesseniorenrats, Karl-Otto Völker (l.), und der Herausgeber der Pflegebibel, Leonhard Fromm, wohnen beide in Schorndorf und finden auf Anhieb etliche Anknüpfungspunkte für Kooperationen. FOTO: CC

Schon einige Zeit war klar: Der 2. Vorsitzende des Landesseniorenrates (LSR), Karl-Otto Völker, wohnt in Schorndorf wie ich. In der Geburtsstadt von Gottlieb Daimler hat deshalb auch unsere Pflegebibel seit ihrer Gründung im März 2015 ihr Redaktionsbüro. Am Montag, 23. Mai, kam nun der SPD-Stadtrat und frühere AOK-Landespressesprecher zum Meinungsaustausch in die Redaktion.

Günstig für uns: Der LSR hat mit „Im Blick“ eine viermal jährlich erscheinende Publikation, in der Völker unser Online-Magazin vorstellen will, damit es weitere Bekanntheit erfährt. Denn Klicks – aktuell 13.000 Leser im Monat – sind die Währung, die uns relevant macht für Leser, Politiker oder Anzeigenkunden. Und allein im Südwesten leben 2,7 Millionen Rentner.

Weil auch diese Senioren immer häufiger online gehen, könnte hier eine Medienpartnerschaft entstehen. Denn für Themen, Ideen und Anregungen von außen ist unsere Redaktion ebenso offen, wie wir gerne bei LSR-Veranstaltungen referieren und mit deren Teilnehmern (kontrovers) diskutieren, schließlich bekommen wir sehr viel mit über Praktiken, Probleme, Lösungen und Trends.

Der 70-jährige Völker ist ein gutes Beispiel für die „modernen Alten“: Er hat jede Menge Berufserfahrung, bundesweite Kontakte und die nötige Zeit und den politischen Willen, Prozesse zu gestalten. Bei der AOK führte der gelernte Sozialversicherungskaufmann einst Öffentlichkeitsarbeit ein, als die Krankenkasse „noch eine Behörde war und wir hinter dem Schalter weiße Kittel getragen haben.“

Im Outfit des Gottlieb Daimler führt der Sozialdemokrat, der für seine Partei seit 1978 im Stadtrat und im Kreistag sitzt, rund 100 Mal im Jahr Touristen und Interessierte durch die Stadt. Unserem Agenturteam hat er eine solche Führung spontan angeboten, wo wir doch gerade darüber sprachen, was wir miteinander und füreinander tun könnten. Eine Menge.

 

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