Enthüllungsjournalismus

Medien: Kachelmann und die Eitelkeit

mit Jörg Kachelmann PK seitlich 17.10.2011
Ein Bild aus harmonischeren Tagen: Jörg Kachelmann (v.r.) mit meinem damaligen Kunden Michael Aigmner und mir bei der legendären Pressekonferenz auf der Schwäbischen Alb. 2011 war dies der erste öffentliche Auftritt des Deutsch-Schweizers außerhalb seiner Rechtsstreitigkeiten. FOTO: der-Medienberater

Mit Bedauern lese ich auf Spiegel online, dass Wettermoderator Jörg Kachelmann im Streit um die Höhe seines Schmerzensgeldes, das ihm der Axel-Springer-Verlag für seine Berichterstattung über den damaligen vermeintlichen Vergewaltigungsskandal zahlen soll, erneut kämpfen muss. Zudem sollen die ursprünglich in Aussicht gestellten 635.000 Euro überhöht gewesen sein.

Dabei habe ich 2011 dessen Absturz aus dem Medienzenit unmittelbar miterlebt. Wenige Tage nach seiner Haftentlassung versuchte ich mehrfach, mit Kachelmann Kontakt aufzunehmen, um ihm einen Werbe-Deal mit einem meiner Kunden in der Photovoltaikbranche anzubieten. Später stellte sich heraus, dass ich auf der richtigen Spur war, er aber fürchtete, ich könne von BILD oder RTL sein und ihn hereinlegen wollen.

Schließlich gelang es, am Weinsberger Autobahn-Kreuz im Haus meiner Schwester ein konspiratives Treffen zu arrangieren, aus dem tatsächlich eine Kooperation mit meinem Kunden entstand. Der eloquente Kachelmann meinte damals: „Am Tag als mich der Medienberater anrief, spürte ich das erste Mal, dass es für mich ein Leben nach der U-Haft gibt.“

Tatsächlich hatten wir in der Folge viel Spaß miteinander und rund 250 Veröffentlichungen bundesweit binnen 24 Stunden, nachdem wir auf einer Pressekonferenz den Deal öffentlich machten. Bild, RTL, dpa und viele andere waren da und berichteten. Zwei Jahre später gewannen wir damit sogar einen Marketingpreis, der uns im Verlagshaus der Süddeutschen in München überreicht wurde.

Im Sommer 2015 kontaktierte ich Kachelmann auf Wunsch eines anderen Kunden erneut, um ihn für diesen Februar für eine Pressekonferenz auf einer Branchenmesse in Stuttgart zu buchen. Erneut war die Zusammenarbeit mit dem Medienprofi, den ich stark als gekränkte Diva mit höchst komplexer Persönlichkeitsstruktur erlebte, anstrengend und für mich zeitaufwändig, da er Absprachen nicht einhielt oder Mails ignorierte.

Da ich aber wußte, wie tief er (finanziell) gefallen war, „verkaufte“ ich ihn dem Auftraggeber für einen Tagessatz von 5000 Euro, obwohl er bereits „mit 2000 bis 3000 Euro zufrieden“ gewesen wäre. Immerhin hatte er auch die Anreise aus der Schweiz und ich wußte um die Effizienz meines Konzeptes, in dem die Zugkraft seiner Person dieses Honorar rechtfertigte. Außerdem wollte ich nicht seine Not ausnutzen.

Auch hierbei bediente ich seinen Drang in die Öffentlichkeit, sein Mitteilungsbedürfnis und letztlich verbesserte ich seinen Marktwert, zumal es um den einstigen Star der Öffentlich-Rechtlichen ging, um den es doch ziemlich ruhig geworden war. Tatsächlich beobachteten auch meine Kunden mit großem Interesse, was ich mit Kachemann wie mache und ein, zwei Firmen zeigten konkretes Interesse, seine Medienwirkung gleichfalls zu buchen. Auch sein Tagessatz von 5000 Euro, den ich kommunizierte, schreckte nicht.

Als ich mit Kachelmann seriös über eine solche Vereinbarung reden wollte, bei der ich je 20 Prozent (oder 1000 Euro) als Vermittlungsaufwand für mich reklamierte, hielt er mir sinngemäß wahlweise Geldgier vor und sprach von seinen materiellen Sorgen, weshalb er mir von einem etwaigen Honorar nichts abgeben könne. Die Tatsache, dass er durch meine Vermittlung je Auftritt immer noch mindestens 1000 Euro mehr hätte als Solist, ignorierte er total.

Als ich ihm dann noch empfahl, seine dümmlichen Auftritte wie auf ZDF neo bei Jan Böhmermann um Mitternacht vor 200.000 Zuschauern sein zu lassen, um nicht das seriöse Image zu beschädigen, das ich ihm vermitteln wollte, war für die Diva offenbar zu viel Kritik auf einmal und auf Augenhöhe. Mitte Februar hat dieser undankbare, anstrengende Mensch den Kontakt zu mir abgebrochen – und ich kann sehr gut damit leben.

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Panamapapers – ein Lichtblick für die freie Welt

Man mag mich für naiv halten. Aber als ich am Sonntag in der Tagesschau um 20 Uhr erstmals von den Panamapapers hörte, war dies für mich ein Lichtblick: Denn die Dekadenz unserer vermeintlich freien Welt scheint so weit fortgeschritten zu sein, dass immer mehr Menschen moralisch zu den Missständen und dem schreienden Unrecht nicht mehr schweigen können.

Ein Anonymus hatte der Süddeutschen vor rund einem Jahr 11,5 Millionen Dokumente zugespielt, die die Besitzverhältnisse von 214.000 Briefkastenfirmen und Stiftungen in Panama offenlegen, die die Vermögensverhältnisse Superreicher in aller Welt verschleiern und Steuervermeidung in großem Stil ermöglichen (sollen).

Überraschend kommt diese Nachricht für mich nicht, wenngleich mich Umfang und Systematik irritieren. Umso mehr freut mich als Journalist, dass meine Kollegen ihr Handwerk doch noch immer zu verstehen scheinen. Denn die Redakteure der Süddeutschen machten die Daten auch dem 1997 in Washington gegründeten Recherchenetzwerk ICIJ zugänglich statt im Wettbewerb um Auflage und Relevanz den Exklusivitätsvorteil zu nutzen.

Das Netzwerk, das seither grenzübergreifend und investigativ weltweit recherchiert, involvierte 400 Journalisten in 70 Ländern der Erde, die sich ein Jahr lang strikt an die gemeinsam vereinbarte Geheimhaltung bis zu diesem Sonntag um 20 Uhr hielten. Wer die Geschwätzigkeit, Eitelkeiten und den Konkurrenzdruck unserer Branche kennt, kann ermessen, welch ethische Leistung hinter diesem Kollektiv stand.

Hoffentlich „rollen“ in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten „die Köpfe“ hunderter Vermögender, die ihr charakterliches Recht auf Besitz m.E. durch ihre Gier verwirkt haben. Denn was sie besitzen – das Wort „privat“ stammt aus dem Lateinischen und kann mit „rauben“ im Sinne von Vorenthalten übersetzt werden – fehlt der Allgemeinheit, die diese Ressourcen für Bildung, Gesundheit, Ernährung oder Behausung dringend braucht.

Vielleicht rückt auch die Weltgemeinschaft enger zusammen, in dem sie sich auf (steuer- und finanz-)politische Standards verständigt, die den Wettbewerb um Steueroasen und Verschleierungsoptionen möglichst massiv behindert. Der nächste Schritt ist, dass die Söldner dieser Welt ihre Waffen niederlegen, weil sie persönlich nie die Kriege gewinnen können, die vermutlich etliche Briefkastenkonten-Inhaber angezettelt haben.

Oder der Waffennachschub bleibt aus, weil Demokraten weltweit konsequent gehandelt haben.  Persönlich gewinne ich den Eindruck, dass sich bei immer mehr Egoisten die logische Erkenntnis durchsetzt, dass sie auf derselben Welt leben, die sie scheibchenweise mit zerstören, um ihres lächerlich kleinen Vorteils willen. Denn das faire an dem Thema: Auch Milliardäre können nur die Luft atmen, die auf dieser Welt vorhanden ist. Und wenn der Terror global ist, trifft er demokratisch statistisch jeden.

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AfD muss jetzt zeigen, was sie kann

006 Wahlforum SN 24.02.2016
Die AfD darf nun nicht mehr nur mitdiskutieren, sondern muss u.a. im Landtag von Baden-Württemberg die Steuergelder rechtfertigen, die der Aufwand für ihre Parlamentarierer verursacht. FOTO: FROMM

Nach dem ersten Schock über den Wahlerfolg der AfD, der ohnehin zu erwarten war, kehrt die Republik allmählich zur Sacharbeit zurück. Als junger Redakteur habe ich erlebt, welch erbämliche Figur die Republikaner abgaben, wenn es um Sachthemen ging. Jetzt ist die AfD dran, die laut ihrem Parteiprogramm zurück zu Atom- und Kohlekraft will, den Mindestlohn abschaffen, bei Scheidungen zum Schuldprinzip zurückkehren und vieles mehr.

Das wird ein grausames Erwachen für viele gefühlte Verlierer und Verbitterte in unserer Gesellschaft, die in ihrem diffusen Frust die „Aufräumer“ gewählt haben, die nun womöglich bei ihnen selbst damit anfangen. Nicht nur das PV-Magazine hat mit der Berichterstattung schon mal angefangen.

Selbst dem AfD-Spitzenkandidaten Prof. Jörg Meuthen – stets bemüht, im Ton verbindlich und in der Aussage diffus zu bleiben – war bei der Diskussion der Stuttgarter Nachrichten in der Liederhalle vor der Landtagswahl mit den Spitzenkandidaten der Satz herausgerutsch, man wolle zur Atomkraft zurück, „weil das mit dem Wind und der Sonne ja nicht funktioniert.“

Herrn Meuthen und seinen Wählern sei gesagt, es funktioniert (wenn nicht die Kohle- und Atom-Lobby das Rad der EEG-Umlage für regenerativ erzeugten Strom weiter überdreht): Denn Speichersysteme werden immer billiger (teils um 50% pro Jahr), Geräte immer effizienter (teils um 30 % mit jeder neuen Produktgeneration), softwarebasierte Energiemanagementsysteme vermeiden Verschwendung (teils um 40 %) und senken Lastkurven (teils um 20 %).

Mehr noch: PV-Anlagen werden nur noch auf 90 % und mehr Eigenverbrauch ausgelegt, der umso häufiger erreicht wird, wenn Firmen zunehmend auch auf e-Mobilität umsteigen. Deren Autarkiegrad wächst dank Eisspeicher, Wärmerückgewinnung, biogas-betriebenem Blockheizkraftwerk, Solarthermie und Windkraft auf bis zu 100 Prozent, wobei das letzte Drittel aktuell noch nicht „betriebswirtschaftlich“ ist. All das schafft und erhält bundesweit hunderttausende Arbeitsplätze im Handwerk, also bei Nicht-Studierten. Das ist sozial und volkswirtschaftlich klug.

Wenn die Partei nun genügend Abgeordnete in immer mehr Landtagen (und 2017 auch im Bundestag) hat, hat sie genügend Geld und Personal, sich in Energiepolitik, aber auch Bildung, Innere Sicherheit, Gesundheitswesen, Verkehrswesen, Finanzen  etc. kundig zu machen. Das ist sicher ähnlich anstrengend, wie wenn ein NPD-Sympathisant den Hauptschulabschluss nachholt, aber es ist der einzige Weg, dem deutschen Volk, also auch mir, Nutzen zu stiften.

Die (Pegida-)Party ist zu Ende. Es mag ja entlastend gewesen sein, wenn man selbst ein Looser ist, gegen noch Schwächere zu polemisieren. Wenn die Partei aber jetzt ihre Hausaufgaben macht, wird sie künftig änliche Wahlprogramme und Positionen haben wie Linke, SPD, Grüne, FDP oder CDU/CSU. Wenn die Mitglieder allerdings den deutschen Staat verhöhnen und abschaffen wollen, sollen sie das bitte sagen. Danke.

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Kretschmann setzt auf Konsens statt Krawall

006 Wahlforum SN 24.02.2016
Lehrstunde der Demokratie: Die Elefanten-Runde der sechs Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, die am Mittwoch in der Stuttgarter Liederhalle erstmals aufeinandertrafen. FOTO: FROMM

Um es gleich zu sagen: In der knapp zweistündigen Podiumsdiskussion der „Stuttgarter Nachrichten“ am Mittwoch (24.02.) in der Stuttgarter Liederhalle hat der Spitzenkandidat der Grünen, Winfried Kretschmann, als Ministerpräsident überzeugt. Breiten Raum nahm zu Beginn leider die unappetitliche Debatte um die rechtsradikale AfD ein, deren Claquere offenbar zu Dutzenden im Auditorium saßen.

Mit zynischen Zwischenrufen und Hohngelächter gaben sie einen traurigen Vorgeschmack darauf, was unsere Demokratie nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 13. März zugemutet wird. Umso bedauerlicher, dass der eloquente AfD-Spitzenkandidat und Verwaltungsprofessor Jörg Meuthen in der Lage ist, die Rassistenfratze seiner Partei immer wieder kreideweiß zuzutünchen mit Distanzierungen und Differenzierungen, die den Anschein von Wahrhaftigkeit vermitteln.

Wirklich lehrreich wurde es erst im zweiten Drittel der von Chefredakteur Christoph Reisinger und Landespolitikredakteur Frank Krause moderierten Runde vor 780 Lesern und Journalisten aus dem Südwesten. Dabei irritierten aber durchweg Reisingers mangelnde Prägnanz Fragen zu stellen, das Gespräch zu führen oder beim Publikum auf Zurückhaltung zu drängen.

Dass die Pflege nur punktuell thematisiert wurde, war dem Umstand geschuldet, dass sie kein landespolitisches Thema ist. Immerhin reklamierte Bernd Riexinger (Linke), dass im Land 16.000 Pflegekräfte fehlten, und Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) betonte, dass auch für „Pflegekräfte, Verkäuferinnen und Polizisten“ die Mieten finanzierbar bleiben müssten.

Hans-Ulrich Rülke (FDP) und Schmid hatten beim Thema Staatsverschuldung sogar Konsens, in dem beide eine Milliarde Euro aus der Landesstiftung nehmen wollen, die unter Schwarz-Gelb aus den 2,4 Mrd. Euro Erlös der EnBW-Aktien gebildet wurde, um damit die Breitbandverkabelung in den Industriegebieten des Landes zu finanzieren.

Mehrfach liefen die Attacken von CDU-Herausforderer Guido Wolf ins Leere, der den Ministerpräsidenten als „Kanzlerinnen-Versteher“ lächerlich machen wollte oder seine Verhandlungsergebnisse beim Länderfinanzausgleich als Mißerfolg kritisierte. Kretschmann zu Letzterem: „Wenn 16 Ministerpräsidenten quer durch alle Parteien von der CSU bis zur Linken zufrieden sind, nur nicht der CDU-Oppositionsführer in Baden-Württemberg und der Bundesfinanzminister, dann frage ich mich schon, ob Sie, Herr Wolf, für den Bundestag kandidieren oder hier Ministerpräsident werden wollen.“

Dass Kretschmann auf Konsens statt Krawall setzt, „wenn die Demokratie im Kern gefährdet ist“, belegte nicht nur sein Beispiel des Länderfinanzausgleichs, sondern auch sein Interesse am Wohlergehen der Kanzlerin: „Wer soll denn Europa zusammenhalten, wenn unsere Kanzlerin an der Flüchtlingsfrage scheitert“, fragte er erneut Wolf, der in seinem Wahlkampf um AfD-Stimmen mehr und mehr auf Distanz zu seiner Parteifreundin geht.

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Dekadente Marktwirtschaft: Zum Beispiel Daimler

Aus dem Thema lässt sich locker eine Serie machen. Hier noch ein Beispiel, dass meine Leser gerne kontrovers diskutieren können. Dieter Zetsche, mit dessen Tochter mein Patenkind einst auf dem Frauenkopf in Stuttgart in Kindergarten und Grundschule ging, „verdiente“ 2015 insgesamt 9,7 Millionen Euro, womit sein Gehalt gegenüber 2014 um 21,6 Prozent stieg. So weit so gut, schließlich verdient mancher Fußballprofi soviel wie der Vorstandsvorsitzender der Daimler AG.

Schön für die 284.000 Daimler-Mitarbeiter: Auch sie bekommen für das Erfolgsjahr 2015 eine Einmalprämie von 5650 Euro und damit 1300 Euro mehr als im Vorjahr. Auch das gilt soweit als erfreulich. Wenn man aber weiß, wie Daimler und andere Autobauer ihre Zulieferer knechten, um ihre Kapitalrendite, Erträge und wie all diese BWL-Terminologien heißen, zu steigern, bekomme ich die kalte Wut.

Die Dividende von 2,45 Euro je Daimler-Aktie, die Vorstandsgehälter von insgesamt 38,8 Mio. Euro (+29,8%) und die Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter sind, so sehe ich das jedenfalls, den Zulieferen und Dienstleistern abgepresst, die vermutlich 60 Prozent der Wertschöpfung an jedem Auto erbringen. Da müssen Zulieferer Knebelverträge unterschreiben, wonach sie z.B. jährlich den Preis um drei Prozent nachlassen (!!!) müssen, schon bei geringsten Fehlervermutungen Zahlungsziele verlängert und Beträge gekürzt werden und mieseste Arbeitsbedingungen abverlangt werden, z.B. beim Rampenmanagement.

Über all diese Praktiken redet öffentlich niemand aus Angst vor den Folgen. Aber nicht nur ich kenne Zulieferer, die in die Insolvenz getrieben wurden, weil sie sich aus solchen Abhängigkeiten nicht lösen konnten. Gesunde Mittelständler pflegen oft die Floskel: „Wir können es uns leisten, nicht für Daimler oder Audi arbeiten zu müssen.“

Und was machen meine Kollegen in den Wirtschaftsredaktionen, die dasselbe Wissen haben sollten wie ich? Die schreiben Jubel-Kommentare, dass die Mitarbeiter am guten Ergebnis beteiligt wurden. Super. Sie sollten besser aufzeigen und ausrecherchieren, was ich hier in diesem Blog behaupte. Denn wenn 60 Prozent (eher mehr) des Erfolgs bei den Zulieferern liegt, sollten diese belohnt statt weiter ausgebeutet werden.

Das wäre soziale Marktwirtschaft. Was hier läuft, ist innovationszerstörender Kapitalismus, weil den Zulieferern die Marge fehlt, Forschung zu betreiben. Die wird dann wiederum mit Steuergeldern finanziert, also mit Geld, das die wirtschaftlich Schwachen bräuchten, um es in Erziehung und Bildung zu investieren, damit Daimler & Co. auch morgen noch die Intelligenz haben, die das System braucht.

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Dekadenz der Marktwirtschaft: ein Beispiel

005 Kongressredner
Gibt das Gefühl der Wichtigkeit, bei großen Kongressen zu reden: Hinter den Kulissen sieht der Deal häufig deutlich anders aus. FOTO: PRIVAT

Beruflich komme ich viel herum, auch in der Trainer- und Speakerszene. Und nachdem mein jüngster Beitrag, der sich kritisch mit der unsozialen Marktwirtschaft befasst hatte, so positiv aufgenommen wurde, möchte ich heute mit einem Branchenbeispiel nachlegen. Vielleicht wird dies auch eine Serie, denn keine Branche scheint besser zu sein als eine andere.

In der Trainerszene ist üblich, dass ausgebuchte Referenten nicht absagen, wenn sie nicht können, sondern mit Provisionen von 30 Prozent das Mandat weitergeben. Wenn er also den Trainertag für 3000 Euro an einen Kollegen seines Vertrauens weitergibt, erhält er 900 Euro Provision. Dieser ist aber gelegentlich auch überbucht, so dass er mit der üblichen Provision von 630 Euro den Auftrag an den Nächsten weiterreicht, der ihn dann für 1470 Euro ausführt.

Wird der Seminartag für 2500 Euro verkauft, werden 750 bzw. 525 Euro fällig und auf der dritten Stufe erhält der Ausführende 1225 Euro. Das ist dann weniger als die Hälfte, aber offenbar noch immer ein gutes Geschäft für den Aufstrebenden, weil er es vermutlich ähnlich macht, wenn er die nächst höhere Stufe erklommen hat.

Etwas anders liegt der Fall bei den Kongress-Rednern. Wer denkt, die sogenannten Keynote Speaker würden für ihren Auftritt vor 4000 Zuhörern, von denen jeder für die reguläre Karte zum Beispiel 398 Euro bezahlt hat (inklusive Mehrwertsteuer), Honorare von 5000 oder 10.000 Euro bekommen, der irrt. Um hier sprechen zu dürfen, zahlt der Referent bis zu 12.000 Euro an den Veranstalter.

Im Gegenzug wird er in der Ankündigungswerbung für den Kongress auf Plakaten, Flyern und in Zeitschriften als Experte positioniert, was seinen Marktwert verbessert. Außerdem kann er hinterher mit den werbewirksamen Fotos auf seiner Homepage und in der Akquise arbeiten. Mehr noch: Meist hat er auch mindestens ein Buch geschrieben, das die Zuhörer im Foyer erwerben können.

Und für die 12.000 Euro, die ihn die Auftrittsberechtigung kostet, erhält er im Gegenzug zum Beispiel 50 Karten, die er in seinem Umfeld zum regulären Preis von bspw. 398 Euro veräußern kann. Weil das aber in den seltensten Fällen gelingt, und die AGBs besagen, dass die Karten nicht verramscht werden dürfen, verschenkt er sie im Freundeskreis und bei den Mitarbeitern.

Das wiederum hat zur Folge, dass im Auditorium nur zu einem Bruchteil potentielle Kunden sitzen, sondern vor allem Angestellte, Angehörige und ehemalige Unternehmer, die sich mal wieder richtig wichtig fühlen wollen. Dass es immer mehr Speaker gibt, ist der Tatsache geschuldet, dass die Cash-Cow gefüttert werden muss, denn neue „Speaker“ rekrutieren eine neue Zuhörerschaft.

Mich erinnert das System an Drückerkolonnen. Und wenn dann noch die Redner über Ethik in der Wirtschaft sprechen, finde ich die Inszenierung zynisch und grotesk. Übrigens habe ich mich vor zehn Jahren in meiner (damaligen) Naivität mal um das Mandat beworben, Pressearbeit für die German Speakers Association zu machen. Ich glaube, die wußten, warum sie mich nicht genommen haben.

 

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Fake: „Bitte haben Sie keine Angst“

001 Presseartikel Köln-Fake
Stand so gestern, 19. Januar, in der Waiblinger Kreiszeitung: Dümmer kann man menschenfreundliche Redakteure nur noch schwer blamieren. FOTO: FROMM

Der Dilettantismus vieler Zeitgenossen in Sachen Pressearbeit geht mir an manchen Tagen schon mächtig auf den Senkel. Das reicht von den Pegida-Demonstranten, die „Lügenpresse“ rufen, bis zu den „Gutmenschen“, die dieser Tage Lobbyarbeit für die Flüchtlinge machen wollen, die sie in ihrem Idealismus fälschlicherweise „Gäste“ nennen: Gäste lädt man ein, wenn man gesellig ist. Flüchtlinge nimmt man auf, wenn man barmherzig ist.

Zur Sache: In Korb hat eine Ehrenamtliche, die sich für Flüchtlinge engagiert, „Waiblinger Kreiszeitung“ und „Stuttgarter Zeitung“ einen vermeintlichen Appell örtlicher Zuwanderer an die „lieben Frauen in Deutschland“ untergejubelt, in dem sich Autor Majed Mahouk – den syrischen Studenten gibt es tatsächlich – für die Übergriffe von Muslimen in Köln in der Silvesternacht entschuldigt.

Heimische Bürger und Zeitungsleser, die die vermeintlich Flüchtlings-freundliche Berichterstattung ihrer Lokalredakteure seit Monaten zunehmend stört, haben als Reflex den empathisch verfassten Text in exzellentem Deutsch gegoogelt und festgestellt, dass die Mahouk zugeschriebenen Zeilen fast identisch von Flüchtlingen aus dem anhaltinischen Köthen stammen.

Die Folge: Die naive Korberin hat die Redakteure und Redaktionen, die ohnehin schon in der Kritik stehen, bis auf de Knochen blamiert (verarscht) und damit Öl ins Feuer der „Lügenpressen“-Sympathisanten gegossen. Im Kern hätten natürlich die Redakteure die (Google-)Recherche machen müssen, die ihre erzürnten Leser nun gemacht hatten. Und die Korberin hätte besser geschwiegen, selbst einen eigenen Text verfasst oder einen PR-Profi konsultiert.

Das Beispiel aus dem privaten Umfeld zeigt aber schön, wie auch im gewerblichen Umfeld oft noch gedacht wird: Da meint der Mittelständler, weil er vor 30 Jahren in Deutsch die Note drei hatte, er könne einen Pressetext auch selbst verfassen. Liebe Mitbürger, egal ob rechts oder links, ehrenamtlich oder professionell: Was wir Journalisten machen, sofern wir Profis sind, ist so komplexe Arbeit (Handwerk!!!), dass ich mir einfach etwas mehr Respekt und Wertschätzung von euch erwarte – für mich und viele meiner Kollegen bei (Lokal-)Zeitungen, TV-Anstalten und Magazinen.

Hier noch ein Link, den ich gleichermaßen nett wie als öffentlichkeitswirksamen Zeichen professionell finde. Unser Büro macht bei der Aktion vermutlich morgen nach dem Wochenmeeting mit.

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1200 Gläubige erweisen die Referenz

026 Peters Verabschiedung
Heute im schweizerischen Olten: 1200 Gläubige, darunter 60 Sänger und 68 Ministranten, erweisen meinem Bruder (rechts im weißen Liturgiegewand), meiner Schwägerin und Kapuzinerpater Josef zum Abschied in den Ruhestand die Ehre.

Als ich 16 war, war mein 13 Jahre älterer Bruder Peter bereits Pfarrer in Ebersberg bei Backnang. Sein priesterliches Vorbild hat mich so geprägt, dass ich nach dem Abitur Latein, Griechisch und Hebräisch lernte, um Theologie zu studieren. Immer wieder besuchte ich ihn in seinem Pfarrhaus, erlebte seine gut besuchten Gottesdienste mit und wie er Menschen begeisterte.

In meinem fünften Semester Theologie machte mein Bruder öffentlich, dass er heiraten werde und deshalb schweren Herzens das Priesteramt aufgeben müsse. Bedingungslos leistete er „seiner“ Kirche dabei und in der Folge Gehorsam. Es folgten sein sozialer Absturz und das Bemühen, in der öffentlichen Verwaltung mit einem nachrangigen Job seine Familie ernähren zu können.

Im Herzen blieb mein Bruder immer Priester. Weil man ihn in der Diözese aber nicht als Pastoralreferent in einer Gemeinde arbeiten lassen wollte, bewarb er sich vor 17 Jahren in Olten (Schweiz) als Gemeindeleiter – und wurde genommen. Schweren Herzens verließ er mit seiner fünfköpfigen Familie die württembergische Heimat, um in der Fremde endlich wieder als Seelsorger wirken zu dürfen.

Doch auch hier spürte er, dessen Kommilitone Gebhard Fürst mittlerweile Bischof unserer Diözese geworden war, immer wieder die erbarmungslose Macht der Kirche, die „Gefallene“ wie ihn drangsalierte und sanktionierte. So verschärfte sich in der Schweiz das Kirchenrecht, dass er nach zehn Jahren nicht noch einmal die Pfarrei wechseln konnte, sondern ein Geduldeter blieb.

Am Dienstag ist er nun endlich 65 geworden und heute feierten wir in Olten mit SEINER Gemeinde seine Verabschiedung in den Ruhestand. Dass 1200 Menschen gekommen sind, obwohl die Säkularisation auch in der Schweiz längst fortgeschritten ist, spricht für die Qualität seiner seelsorgerlichen Arbeit und die Beliebtheit seiner Person.

60 Sänger intonierten eine südamerikanische Messe und 68 Ministranten aus den vergangenen 17 Jahren Gemeindearbeit erwiesen ihm und meiner Schwägerin, die als Gemeindereferentin hier wirkte, die Referenz. Mit Bruder Josef, einem Kapuzinerpater, der all die Jahre die Messen hielt und die Sakramente spendete, lebte mein Bruder seine priesterliche Brüderlichkeit.

In dem 90-minütigen Gottesdienst, der mit Standing Ovations für das Trio endete, kullerten mir mehrfach Tränen. Als Zwölfjähriger ministrierte ich bei seiner Primiz in unserer Heimatstadt; als 52-Jähriger war ich dabei, wie sein berufliches Leben endet. Sein priesterliches Leben, nämlich Verkündigung und Seelsorge, wird er bis zu seinem Lebensende weiterführen.

Ich danke den Oltenern, die meinen Bruder so brüderlich aufgenommen und ihm Heimat gegeben haben. Mein Bruder kann wie ich motivieren, provozieren und begeistern. Mit ihren harten Regeln hat die Amtskirche einen wundervollen Menschen von sich gestoßen, die ihrem verstaubten und verlogenen Laden gut getan hätte mit seiner Menschenliebe und Leidenschaft.

Ich bewundere meinen Bruder heute aufs Neue: Soviel Unrecht und Lieblosigkeit mit so viel Demut zu ertragen, nötigt mir größten Respekt ab. Er hätte das Zeug gehabt, innerhalb dieser Kirche Karriere zu machen, zumal die Konkurrenz angesichts des eklatanten Priestermangels (und derer charakterlicher und psychischer Deformationen) immer dünner wird.

Statt dessen ist mein Bruder immer spiritueller geworden. Das äußere Ansehen wurde ihm immer unwichtiger und lächerlicher, während es galt, „die Sache Jesu“ zu verfolgen, beim Nächsten zu sein und die Regeln der Bergpredigt zu befolgen. Ich denke, das hat er immer besser hinbekommen. Zwar bekam ich damit keinen Bruder, in dessen klerikalem Licht ich mich sonnen kann, aber eine bezaubernde Schwägerin und zwei wundervolle Nichten.

Ich bin übrigens vor circa sieben Jahren zum zweiten und letzten Mal aus der katholischen Kirche ausgeteten. Es war mein letzter Liebesdienst, den ich dieser Kirche erweisen konnte, um nicht mit meiner Kirchensteuer auch noch Verlogenheit und Unbarmherzigkeit zu mästen. Mehr als das eingesparte Geld gebe ich dorthin, wo Seelsorge und Diakonia stattfinden. Beispiele dafür gibt es glücklicherweise noch immer viele. Lieber Bruder, danke für Deine Wegbegleitung und Deinen aufrechten Gang. Du bist mir an Demut ein Vorbild.

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Lokalredakteur lebt in Sammelunterkunft mit

flüchtlinge
Essen in Zimmer 3 einer Waiblinger Sammelunterkunft: WKZ-Redakteur Peter Schwarz (r.) hat hier fünf Tage mitgelebt und seine Eindrücke ungefiltert in einer Zeitungsserie geschildert. FOTO: BÜTTNER

Peter Schwarz von der Waiblinger Kreiszeitung beweist es: Guten Lokaljournalismus zu machen, ist wirklich nicht so schwer. Fünf Tage hat der Reporter, der mit mir einst in Ellwangen Abitur gemacht hatte, in einer Waiblinger Sammelunterkunft für 117 Flüchtlinge mitgelebt. Darüber schrieb er für sein Blatt eine fünfteilige Serie mit jeweils ganzseitigen Reportagen.

Der Autor beschreibt den Alltag in einer solchen Unterkunft, in der er selbst einen Platz in „Zimmer 3“ bekommt. Dessen Bewohner stellt der Reporter unaufdringlich in einzelnen Sequenzen seinen Lesern vor: Wie ihre Flucht verlief; Motive zur Flucht; deren beruflicher und familiärer Hintergrund. So werden hinten den anonymen Zahlen Menschen spürbar, mit denen man in Resonanz geht. Die Wirkung: Man mag Kasim aus Aleppo bei sich wohnen lassen oder Jehad, dem Koch, einen Job vermitteln.

Der Reporter beschreibt, was er wahrnimmt; erzählt, welche Impulse er als Journalist in diesen Migranten auslöst; und beschreibt immer wieder, mit welcher Herzlichkeit sie ihren Mangel teilen oder ihn bekochen. Welches Glück es in diesem Elend ist, wenn ein Araber Englisch redet oder das Landratsamt einen türkischen Mitarbeiter als Übersetzer abstellt.

Ganz nebenbei räumt Schwarz viele Klischees beiseite, dass nämlich die meisten Smartphones schwer lädiert sind und die einzige Verbindung zu den Angehörigen, die oft in Todesgefahr irgendwo ausharren. Auch macht sich der Redakteur nützlich, in dem er Flüchtlinge mit seinem Auto zum Arzt fährt oder stellvertretend für uns Deutsche unsere Kultur vermittelt.

Schwarz ist, seit ich ihn kenne, ein kantiger, sperriger Kerl. Aber genau diese Typen tun dem Journalismus gut. Denn als Leser sind wir längst überinformiert. Solch profilierte Schreiber aber bieten uns Identifikations- und Reibungsfläche und letztlich Orientierung in unserem Überflussalltag. Gerade, weil ich den Sohn des früheren Ellwanger Landgerichtspräsidenten (ich war da mal Redakteur) kenne, freue ich mich an seinen Coups.

Denn wenn etwa der Ex-Rockmusiker in seiner Lokalzeitung eine Glaubensdebatte lostritt, in dem er auf einer ganzen Seite offenlegt, wie seine christliche Sozialisation im katholisch-konservativen Ellwangen war und was davon heute noch trägt oder wohin sich diese transformiert hat, dann ist das lesenswerter Journalismus. Mehr noch: Dann bestimmt die Lokalzeitung noch das Stadtgespräch. Respekt, Pit, für Deine Haltung. Du bist ein Glücksfall für die WKZ-Leser und unsere (sterbende) Zunft.

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Hagen Rether sagt uns, wie es geht

Einer der besten deutschen Kabarettisten ist für mich der Essener Hagen Rether. Denn der mittlerweile 45-Jährige, der 1973 mit seinen Eltern als Deutschstämmiger von Bukarest nach Freiburg übersiedelte, hält nicht unseren Politikern, sondern uns selbst den Spiegel vor. In seiner unvergleichlich ruhigen Art, in der er jede Menge Sprachwitz produziert, transportiert er viele Fakten, die die katastrophalen Widersprüche unserer Bequemlichkeit deutlich machen.

„Wer für zwei Wochen auf eine Yoga-Farm in Indien fliegt, um heißes Öl auf seine hohle Birne träufeln zu lassen, hat für den Rest des Jahres jedes Recht, sich über Ökologie zu äußern, verwirkt,“ ist so ein Rether-Satz, mit dem er unsere dumme Sattheit charakterisiert, um gleich den Bogen zu schlagen: „Wie sollen Politiker für solche Bürger noch die richtige Politik machen?“

Es sei leicht, auf die Politiker zu schimpfen und sich selbst nicht zu bewegen. Zu den Blödmännern gehören für Rether auch die Medien: Seit zehn Jahren machten sie Angela Merkels Politik für die sinkende Wahlbeteiligung verantwortlich. Wer das als Leser glaube, sei selbst schuld. Er gehe immer wählen, denn es sei wie mit dem Zähneputzen: „Wenn Du es nicht machst, wird alles braun.“

An dem Kabarettisten, der seine Solo-Karriere 2003 mit dem Programm „Liebe“ startete, gefällt mir sein pragmatischer Ansatz, der an meine Eigenverantwortung appelliert. Das erinnert mich an meine gestalttherapeutische Ausbildung, in der ein Kernsatz lautet: „Alles in der Welt bist Du selbst.“ Ich kann mein Leben damit verbringen, mich über Verhältnisse zu beschweren, oder ich kann die Verhältnisse ändern – oder ihnen die Macht über meine Befindlichkeit entziehen.

Der intelligente Mann, der auf der Bühne mit Bananen und roter Kaffeetasse an seinem Flügel, sitzt, ist ein Lehrmeister für diese Lebenshaltung. Am Freitag, 27. November, gastiert er in Schorndorf in der Künkelinhalle. Mit meinem Freund Martin Hollnaicher werde ich mir dieses Coaching gönnen. Meinen Lesern empfehle ich 45 Minuten Pause, das Video oben zu goutieren. Viel Vergnügen!

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