Interessante Köpfe

Calli Calmund: Ein Mann wie ein Baum

Ein Typ zum Anfassen: Bis nach Mitternacht fachsimpelt Reiner Calmund mit mir über Uli Hoeness, Compliance, Vorbilder und Selbstverpflichtung. FOTO: STARGARDT
Ein Typ zum Anfassen: Bis nach Mitternacht fachsimpelt Reiner Calmund mit mir in Würzburg über Uli Hoeness, Compliance, Vorbilder und Selbstverpflichtung. FOTO: STARGARDT

„Ihr müsst auch mal Dreck fressen und für eure Ziele brennen“, feuert Reiner Calmund im Würzburger Felix-Fechenbach-Haus 120 Führungskräfte, Trainer und Dozenten aus der Bildungsszene an. Der 160-Kilo-Mann ist der Topact des Abends, den die Stuttgarter Privatakademie StarConTra GmbH am Mittwoch zum zweiten Mal im Fränkischen mitveranstaltet, wo unser Kunde, die Eheleute Simone und Jochen Stargardt, eine Niederlassung betreibt.

Für mich war seit Januar klar, dass ich den Abend miterleben möchte. Calmund, der in dritter Ehe seit 2012 in Saarlouis lebt, kommt aus kleinen Verhältnissen. Der Vater früh in der Fremdenlegion gestorben, wächst der 1948 Geborene mit der Mutter beim Stiefvater, einem Baggerfahrer, auf. Weil er wegen einer Sehschwäche die Aufnahmeprüfung zum Elektriker nicht schafft, lernt Reiner Groß- und Einzelhandelskaufmann und leitet mit 18 bereits einen Versand.

„Ich habe nie eine Party ausgelassen, aber zur Arbeit war ich immer pünktlich da“, streut der Ex-Manager von Bayer Leverkusen, dem schon nach zehn Minuten der Schweiß von der Stirn rinnt, seine Werte wie Disziplin, Kompetenz und Leidenschaft ein. In freier Rede, in der er immer wieder mit seiner Leibesfülle kokettiert („mit der Macht kam das Gewicht“), schlägt der Ex-Jugendtrainer und Stadionsprecher von Bayer virtuos den Bogen zwischen Spitzensport, Wirtschaft und Weiterbildung, wie sie etwa die Stargardts kultivieren.

Kurzweilig hält Calmund seine Zuhörer 90 Minuten bei Laune, wobei diese tiefe Einblicke in die Intelligenz mancher Nationalspieler oder das Trinkvermögen erfolgreicher Trainer erhalten. Jochen Stargardt ist gegen 23 Uhr begeistert. Nach Joey Kelly, der im Vorjahr die Mitarbeiter und Kunden, darunter Personaler von S‘ Oliver, begeistert hatte, habe nun auch der sechsfache Vater den Nerv getroffen, der noch bis Mitternacht Bücher signiert oder mit Typen wie mir über Fußball oder die fehlende Compliance des FC Bayern-Aufsichtsrats fachsimpelt.

Zuvor waren die Stargardt für den 1. Platz beim Wettbewerb „Kundenorientierester Dienstleister 2013, Kategorie Bildung“, der vom Handelsblatt und der Uni St. Gallen verliehen wird, geehrt worden. Der bundesweit aktive und auf IHK-Abschlüsse spezialisierte Weiterbilder carriere & more betreibt in Würzburg seit 2011 einen eigenen Satelliten. Die Stargardts haben ihn von Stuttgart aus gegründet und führen aktuell die Geschäfte, sind aber mittlerweile auf Geschäftsführersuche.

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„Und führe uns nicht in Versuchung“

Die Zahl seiner Fans ist mit Sicherheit gesunken: Uli Hoeneß
Die Zahl seiner Fans ist mit Sicherheit gesunken: Uli Hoeneß

Es wäre ein Leichtes, nun in die allgemeine Kritik an Uli Hoeneß‘ Steuerhinterziehung einzustimmen. Mich macht sein Verhalten aber vor allem traurig und nachdenklich, weil offensichtlich auch die vermeintliche Lichtgestalt charakterliche Schwächen hat. Aber seit Petrus‘ Verrat an Jesus ist mir keine Schwäche fremd. Viele empört dennoch, wie meine gestrige Skatrunde belegte, dass sich der Präsident des FC Bayern München öffentlich zu dem Thema geäußert und sich gerade dadurch Sympathien erworben (erschlichen) hatte.

Ja, stimmt. Und doch bleibt, unabhängig von seinem Fehlverhalten, alles richtig, was er gesagt hat. Auch seine Lebensleistung als Spieler; Wurstfabrikant, der 800 Arbeitsplätze schuf; als FC-Präsident, der den Club an die Weltspitze führte und als Mäzen, der viel Gutes tat, bleibt. Und jeder, der sich jetzt über den 61-Jährigen empört, sollte sich kritisch fragen, wie er es selbst mit der (Steuer-)Ehrlichkeit hält. Zugegeben, der normale Angestellte hat nur kleinste Spielräume, irgendetwas zu gestalten. Heißt aber umgekehrt auch, dass er den Test, ob er gegen die Versuchung gefeiht sei, erst gar nicht bestehen muss.

Spannender wird es da schon bei uns kleinen Selbstständigen aufwärts. Die Selbstwahrnehmung, ein hohes Risiko zu tragen, sehr viel zu arbeiten und – noch viel elementarer – täglich mehrfach (richtig) entscheiden zu müssen und Motor zu sein, prägt auch den Blick auf Leistung, Erfolg und letztlich Vergütung. Und da hat auch mich schon gelegentlich der heilige Zorn gepackt, wenn einerseits ein Kunde 20.000 Euro nicht bezahlt oder eine Scheidung 350.000 Euro kostet (netto! also muss ich 700.000 Euro erwirtschaften – wegen der Steuer!) und andererseits das Finanzamt munter fünfstellige Beträge abbucht.

Ich zahle heute ein Vier- oder Fünffaches an Steuer gegenüber der Zeit als ich gut bezahlter angestellter NWZ-Redakteur mit 14 Monatsgehältern und 30 Urlaubstagen war und selbst im Halbschlaf nicht unangenehm aufgefallen wäre. Je nach Tagesform bin ich heutzutage dankbar, dass mir der liebe Gott diese Dynamik geschenkt hat, soviel bewegen und gestalten zu können. Manchmal aber, wenn z.B. in meiner Agentur schwere Tage sind und parallel die Nachricht herausgeht, dass Alt-Bundespräsident Christian Wulff 200.000 Euro Jahresrente auf Lebenszeit bekommt, frage ich mich auch, was gerecht ist. Auch ist die Staatsverschuldung weiter gestiegen, obwohl ich mein fiskalisches Engagement verfünffacht habe.

Es sind vermutlich solche Momente, die Unternehmer dazu verleiten, ihre Steuerpflicht zu gestalten. Spielraum gibt es da manchen. Das reicht vom opulenten Geschäftsessen über den dicken Firmenwagen bis zu Sponsoringaktivitäten und vielem mehr. Und da kann sich eine Moral leicht verselbstständigen, wenn man etwa bestimmte Bereiche nicht „ausschöpft“ und dann meint, man habe an anderer Stelle etwas gut.

Ich halte es da mit dem Vater-unser und der Passage „und führe uns nicht in Versuchung“. Vielleicht empöre ich mich über Hoeneß‘ Vergehen auch deshalb nicht so sehr, weil ich ihn als Vorbild nicht brauchte. Ich fand gut, dass er so denkt und handelt, wie er redete. Dass dies in letzter Konsequenz nicht stimmte, erschüttert mich nicht. Es macht mich allenfalls traurig. Es zeigt aber auch, wie Geld die Sinne vernebeln kann und wie janusgesichtig die Versuchung uns täglich umgarnt.

Mein Vorbild aber ist und bleibt Jesus. Mein Maßstab sind seine Bergpredigt und das Vater-unser, wonach das „täglich Brot“ schon reicher Segen ist. Eine Milliarden Hungernde auf der Welt belegen dies. Und dieses Leitbild führt mich auch in den Momenten, in denen mich vermeintlich keiner sieht. Ich aber sehe mich immer. Das ist eine Frage der Haltung. Und die kommt von innen, nicht von außen. Der „Fall Hoeneß“ lehrt mich, achtsam zu bleiben. Mir tut der Mann leid. Er dürfte so ziemlich alles verloren haben. Das könnte den Blick des 61-Jährigen im dritten Lebensabschnitt ganz neu ausrichten.

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Ron Traub entwickelt Persönlichkeit

Über den Münchner Unternehmer Markus Wasserle habe ich den Musiker Ron Traub kennengelernt, der seit 1998 professionell auch für Firmen wie Deutsche Post AG, Siemens oder Porsche arbeitet. Der mittlerweile 56-Jährige komponiert individuelle Firmenhymnen, spielt spezielle Arrangements für Service-Hotlines ein oder kreiiert mit Abteilungen, Führungskräften oder Auszubildenden binnen eines Tages deren ganz persönlichen Song.

RonDen eigenen Rhythmus finden: Traub (hinten) arbeitet gleichermaßen gerne mit Auszubildenden und Führungskräften. FOTO: TeamHit
Den eigenen Rhythmus finden: Ron Traub (hinten mit Gitarre) arbeitet gleichermaßen gerne mit Auszubildenden und Führungskräften. FOTO: TeamHit

Seit 2007 ist Teamhit eine Geschäftsidee des Bad Wörishofeners. Gebucht wird er etwa, wenn Veränderungsprozesse im Unternehmen emotional flankiert werden sollen; Teams nicht mehr rund laufen oder als Belohnung, um die Firmenkultur zu leben und gemeinsam Spaß zu haben. Spaß hat dabei auch Ron Traub immer wieder, wenn er Skeptikern vom Morgen am Abend ihre persönliche CD überreichen kann, Introvertierte zentrale Textzeilen beisteuern oder vermeintlich Unmusikalische einzelne Textzeilen solo singen.

Dabei kann der Profi, der 3,5 Millionen Tonträger verkauft hat, viele Awards und TV-Auftritte hatte und international seit 25 Jahren auf der Bühne steht, seinen Teilnehmern viele Tipps geben, wie man Selbstvertrauen tankt, sein Gegenüber in gute Laune versetzt, hohe Ziele erreicht oder eine professionelle Haltung einnimmt und Niederlagen wegsteckt. Gerade deshalb bereitet ihm vor allem die Arbeit mit jungen Leuten viel Freude.

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Gestalttherapeutische Ausbildung

Befördert unbewußte Seiten meines Handelns an die sichtbare Oberfläche: Mein analytischer Gestalttherapeut Hans-Jürgen Krebs (l.).
Haben Freude an Veränderung: Mein analytischer Gestalttherapeut Hans-Jürgen Krebs (l.) und ich.

Seit Herbst bin ich in der Nähe von Ulm einen Samstag im Monat mit gut 20 anderen Teilnehmern in einer gestalttherapeutischen Ausbildung. Ich gehe diesen fünfjährigen Weg, der rund 750 Stunden umfasst, weil ich mich weiter mit mir selbst auseinandersetzen möchte. Zugleich erlebe ich sehr viele andere Biographien und Verhaltensweisen in der Gruppe, die meinen Horizont weiten und mir mehr von meiner eigenen Art zu fühlen, zu denken und zu handeln bewußt machen.

Dieses Bewußtmachen in Verbindung mit dem permanenten Training und Ausprobieren in der Gruppe ermöglicht es, dass meine Klaviatur zu fühlen, zu denken und zu handeln immer breiter und virtuoser wird. Damit kann ich auch besser bei meinem Gegenüber sein, egal ob in der Familie, im Beruf oder in anderen sozialen Kontexten. Diese Auseinandersetzung strengt mich gleichermaßen an, wie sie mich auch fasziniert.

Zudem lerne ich nicht nur sehr viel über die Klassiker wie Sigmund Freud oder C.G. Jung, sondern gehe jeden Samstagabend auch friedlicher und innerlich wieder geordneter nach Hause. Möglich macht dies unser Trainer und Coach Hans-Jürgen Krebs. Der 64-jährige Pädagoge und analytische Gestalttherapeut, der seine Qualifikationen am Gestaltinstitut Bodensee erworben hat, macht keinerlei Werbung und tritt kaum öffentlich auf, weshalb ich auch hier – auf seinen Wunsch – nichts Näheres zu seiner Biographie mitteile.

Seine Klienten bis hin zu Führungskräften aus Industrie und öffentlicher Verwaltung, kommen allein über Empfehlung. Krebs Kernsatz, den alle nur Hajü nennen: „Ihr wollt euch verändern, deshalb seid ihr hier. Auf, los geht’s.“ Gleichermaßen konfrontativ wie einfühlsam geht er auf jeden einzelnen ein, so dass sich jeder im vertrauten Kreis öffnen kann. Dabei agiert er gleichermaßen mit einfachen Worten, wie der blitzgescheite und jederzeit hellwache Coach auch mal kurze Exkursionen in biochemische oder medizinische Zusammenhänge samt lateinischer Fachbegriffe machen kann.

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RTL berichtet über unsere Kunden

[youtube GXUrj0GeNGs Tempus im RTL-Nachtmagazin]

Wie vielfältig der Nutzen unserer Göppinger PR-Agentur der-Medienberater ist, belegt der jüngste Beitrag im RTL-Nachtjournal über unsere Kunden Tempus Consulting und Rüdinger, für die wir beide erst seit 2009 arbeiten. RTL hatte über die Methodik des Tempus-Geschäftsführers Jürgen Kurz, der als  Büro-Aufräumer längst bundesweit Expertenstatus genießt, einen Beitrag produzieren wollen. Allerdings zierten sich viele PR-unerfahrene Kurz-Klienten. Deren Sorge: Sie könnten im Privatsender als Oberschlamper ihren guten Ruf gefährden.

Weil RTL das Thema rasch realisieren wollte, musste schnell eine geeignete Referenzfirma gefunden werden, sollte der Dreh nicht scheitern. So recherchierten wir in unserem Kundenkreis Firmen, die von Größe, Branche und räumlicher Lage her (das Filmteam kam aus Ludwigsburg) für den TV-Beitrag geeignet waren und deren Chefs (und Mitarbeiter) mit einem Dreh einverstanden waren. Bei der PR-versierten XXL-Spedition Rüdinger wurden wir binnen Tagen fündig, so dass nur noch ein gemeinsamer Termin gefunden werden musste.

Neben dem mittlerweile ausgestrahlten TV-Beitrag, der auch auf Stern-Online vermarktet wird, verfassten wir einen Pressebericht samt Fotos, der gleichfalls bereits in mehreren Lokalzeitungen erschienen ist und in Bälde auch in Fachzeitschriften wie der Deutschen Verkehrszeitung DVZ in Hamburg erscheint. Das Beispiel zeigt, wie wir gut „über Bande“ und „multichanel“ spielen (und arbeiten) können und dabei eine Win-win-Situation für alle Beteiligten herstellen, die deren Medienpräsenz verbessert.

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Neuer Kunde heute in Spiegel Online

Am 11. Mai hatte ich in meinem Blog geschrieben, dass die Unternehmensberatung tempus von Prof. Jörg Knoblauch neuer Kunde unserer Agentur wurde. Mittlerweile haben wir bereits 17 Veröffentlichungen in Tageszeitungen und Fachmagazinen für die Berater aus Giengen.

Heute zitiert Spiegel Online unter der Überschrift „Ordnung am Arbeitsplatz“ mehrfach tempus-Geschäftsführer Jürgen Kurz. Der Organisationsberater hat zu dem Thema 2007 den Bestseller „Für immer aufgeräumt – Zwanzig Prozent mehr Effizienz im Büro“ geschrieben;  hält regelmäßig Seminare, bei denen „Volltischler“ wieder den Überblick erhalten und spricht über das „schlanke Büro“ auf Kongressen.

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