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Journalisten Preis: Verleihung in Frankfurt

045 DJP-Preisverleihung
Finale bei der DJP-Preisverleihung 2013 mit Preisträgern und Juroren: Der zum siebten Mal verliehene Preis in fünf Kategorien belegt, dass investigative Recherche, veränderte Blickwinkel und journalistische Qualität in der Medienlandschaft ihren Platz haben.

Um den Qualitätsjournalismus bei Wirtschaftsthemen zu fördern, hat The Early Editors Club (TEEC) 2007 den Deutschen Journalisten Preis ins Leben gerufen. Dieser wird seither jährlich in fünf Kategorien wie Innovation & Nachhaltigkeit, Bildung & Arbeit oder Mobilität & Logistik in festlichem Rahmen in Frankfurt vergeben. Neben 50.000 Euro Preisgeld, das Sponsoren stellen, umfasst die Jury Chefredakteure führender Wirtschaftsmedien wie Handelsblatt oder Wirtschaftswoche.

404 Print- und Onlinebeiträge von 371 Journalisten aus 86 Medien haben dieses Jahr an dem Wettbewerb teilgenommen. Auf die Preisträger und das Urteil der Jury verlinke ich hier. Vorige Woche war ich erstmals bei der Preisverleihung, nachdem ich Initiator Volker Northoff im Januar beim Christlichen Führungskräftekongress in Leipzig kennen gelernt hatte. Daraus resultierte, dass wir im Mai in Stuttgart ein erstes TEEC-Pressefrühstück gemeinsam ausrichteten.

Denn in Städten wie Frankfurt, Berlin, München oder Hamburg bietet der TEEC solche Treffen für Redakteure schon länger an, um nicht zuletzt auch für den DJP zu werben. Hier können Journalisten niederschwellig Kontakte knüpfen. In der Regel nehmen hochkarätige Wirtschaftsvertreter teil, die in kurzen Statements Hintergründe zu aktuellen Wirtschaftsthemen liefern. Ziel ist auch hier, Journalisten – im geschützten Raum – Zusammenhänge aufzuzeigen, die sie sonst so nicht unbedingt bekommen.

Bei der DJP-Preisverleihung im Westhafen beeindruckte mich vor allem der professionelle Rahmen, in dem die Veranstaltung ablief. Auf die Preisverleihung folgte die Journalistenparty, bei der Redakteure, Wirtschaftsvertreter, Sponsoren und PR-Berater zwanglos ins Gespräch kamen. Interessant erlebte ich hier, wie unterschiedlich Redakteure auf PR-Berater reagieren: Die einen begrüßen Leute wie mich, die quasi als Vermittler zwischen neugierigen Redakteuren und zugeknöpften Unternehmern agieren.

Andere aber ließen mich ihre Abneigung gegen diesen Berufsstand spüren. Für sie sind PR-Berater demnach eher Manipulierer, Verschleierer und Schönredner. Mit einem Redakteur der Wirtschaftswoche bekam ich mich deshalb fast in die Wolle, so wuchtig trafen mich seine Vorurteile. Als Redakteur zum differenzierten Betrachten erzogen, störte mich vor allem seine Pauschalierung, ohne mich auch nur ansatzweise nach meinem Berufsverständnis oder meiner Methodik zu fragen.

Diese Begegnung überlagerte meinen positiven Gesamteindruck von der Veranstaltung und der Intention, Qualitätsjournalismus zu kultivieren. Denn sie zeigte auch, unter welchen Bedingungen offenbar solche Kollegen immer häufiger arbeiten müssen: Interessierte versuchen demnach, insbesondere Redakteure der Leitmedien zu benutzen und zu instrumentalisieren. Wäre schön, der DJP könnte hier gegensteuern helfen.

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Raum für alle spricht Hunderte an

003 Brot teilen (quer) 21.09.2013
Gabenbereitung inmitten der Kirchenbaustelle: Die Schorndorfer haben am Samstag die ungewöhnlichen Angebote in der evangelischen Stadtkirche sehr gut angenommen. FOTO: EISRICH

Bis zu 250 Besucher je Angebot hat das Projekt „Raum für alle“ der Schorndorfer Stadtkirche am Samstag erreicht. Im Stundenrythmus präsentierten sich von 11 bis 24 Uhr 13 Gruppen und Einzelpersonen, um die Vielfalt kirchlichen Lebens zu vermitteln. Waren es bei „Selbsterfahrung im sakralen Raum“ 15 Teilnehmer, die sich auf das Experiment einließen, kamen zum offenen Taizé-Lieder-Singen Dutzende.

Rein mengenmäßig war die „Tanzbar: Grooves der vergangenen 40 Jahre“ ab 20 Uhr am besten besucht: Philipp Braun (voc), Max Schuller (piano) und Francois Saorine (bass) zauberten mit ihren Grooves eine einmalige Stimmung in die dezent illuminierte Kirche, in der nicht nur der Kruzifixus noch in Folie verhüllt ist. Beeindruckend war auch die Gabenbereitung um 13 Uhr, zu der fünf 6-Kilo-Brotlaibe (Bauernkruste) hereingetragen wurden.

Hier ging es um das Teilen und viele Besucher ließen sich nicht nur am bunt gedeckten Tisch inmitten der Baustelle nieder, sondern brachten sich auch ein. „Es ist eher unüblich, sich beschenken zu lassen“, überwand eine Besucherin ihren Widerstand und eine andere ergänzte, man sage oft „des brauchts doch net“. Ein junger Mann dagegen nahm eine andere Perspektive zum Teilen ein und sagte: „Es ist schön, Teil eines Ganzen zu sein.“

Den ganzen Tag und die halbe Nacht kamen und gingen Junge und Alte, Bekannte und Unbekannte. Mal war es in der Kirche laut, mal mucksmäuschen still. So auch in der letzten Stunde vor Mitternacht, als zu den zarten und weichen Harfenklängen von Irmela Soldner Psalmen vorgetragen wurden, die mal Gott lobten für seine Herrlichkeit, mal ihn anflehten, das Leid des Menschen zu sehen und sein Joch von ihm zu nehmen. Vielfalt eben. So bunt wie das Leben.

Seit heute gehen die Bauarbeiten weiter. Am 1. Advent soll die Kirche wieder eingeweiht werden. Das Projekt „Raum für alle“ wird aber sicher seine Spuren hinterlassen. Pfarrerin Dorothee Eisrich: „Ich bin überwältigt, wie viele positive und ermutigende Rückmeldungen ich schon jetzt bekommen habe.“ Den Schwung will sie mit in das Gemeindeleben nehmen.

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Was wir von Firat Arslan lernen können

Das Team ist bereit: Firat Arslan (4. v.l.) ist ein Vorbild für mich. Vielen Menschen macht er Mut.
Das Team ist bereit: Firat Arslan (4. v.l.) ist ein Vorbild für mich. Vielen Menschen macht er Mut.

Im Geiste setze ich mich mit auf die Teambank von Firat Arslan (33-6-2, 21 K.o.´s), auf der bereits sein Krafttrainer Ted Lackner (von links), Betreuer Duran Hayvali, Coach Dieter Wittmann, er selbst, Organisator Thomas Künzel und Betreuer Bernd Scheufele sitzen. Der Grund: Den 42-jährigen Cruiser-Weltmeister von 2007 kenne ich seit 2005 und bewundere ihn für sein Durchhaltevermögen, seine Selbstdisziplin und seine Weltsicht.

Am Samstag, 14. September, steht der Deutsch-Türke, der zwei Wochen nach dem Kampf 43 wird, gegen WBO-Weltmeister Marco Huck (36-2-1, 25 K.o.´s) im Ring. Es ist sein zweiter Anlauf, nochmals Weltmeister zu werden, nachdem er am 3. November 2012 in Hucks westfälischer Wahlheimat Halle unter skandalösen Bedingungen nach Punkten verloren hatte. Dass Firat der eigentliche Sieger war, räumte der 27-Jährige indirekt ein. Dieses Mal komme er nicht „direkt aus der Kneipe“ zum Kampf, höhnte Huck und zeigte damit seine Respektlosigkeit.

Firat, der in Süßen mit zwei Brüdern und einer alleinerziehenden Mutter groß wurde und heute in seinem  Gym in Donzdorf auch lebt, lässt sich davon aber nicht zu unflätigen Äußerungen hinreißen. Wer ihn kennt, weiß, dass er vor jedem Kampf Gott bittet, dass sein Gegner im Ring keine bleibenden Schäden davontrage. Auch ist ihm als limitiertem Boxer, der erst mit 20 Jahren bei Olympia Göppingen zum Faustsport kam, in seiner Karriere sehr viel Unrecht widerfahren.

Als wir um 2007 noch enger befreundet waren, sagte er immer in gelassenem Ton: „Weißt Du, Leo, Gott allein weiß, wofür was gut ist.“ Aus diesem Vertrauen erwächst letztlich seine Kraft. Er weiß, dass er das Seine beitragen muss – der Rest ist Gnade. Gerade in diesem Sport, wo es nie darum geht, den Besten zu ermitteln, sondern möglichst viel Geld zu verdienen – als Promoter, TV-Sender, Punktrichter (wer gefällig punktet, wird aus Südamerika eher wieder eingeflogen samt Spesen) etc. Mit dieser Gelassenheit war mir Firat nicht nur ein Vertrauter, sondern immer wieder auch ein Vorbild.

„Alle haben ihren Anteil an meiner Leistung und tragen zur guten Stimmung während der Vorbereitung bei. Alle wollen, dass ich am 14. September Weltmeister werde“, hat Firat über sein Team in diesen Tagen bescheiden gesagt, in denen mit dem Sparring die härteste Endphase der Vorbereitung begonnen hat. Ich wünsche auch sehr, dass er Huck besiegt. Es wäre ein Symbol für uns alle, die wir immer wieder fallen, obwohl wir meinen, zuvor hart gearbeitet zu haben. Und die wir zweifeln, ob das Aufstehen auch beim x-ten mal noch lohnt. Firat es lohnt. Zeig es uns. Ich bin in der Halle mit sieben Gästen dabei.

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Wenn schon Online-Akteure Zeitungen kaufen

Der Haupteigner des FC Liverpool hat die Regionalzeitung „Boston Globe“ gekauft, die WAZ-Inhaber weite Teile des Springer-Print-Verlags und nun hat sich auch noch Amazon-Gründer Jeff Bezos in der „good old economy“ engagiert und die „Washington Post“ gekauft. Weil keiner der Genannten Geld vernichten will, sind diese Fakten also ein Indiz, dass ich nicht der Einzige bin, der Print auch in Zukunft eine Chance gibt.

Genialer Vordenker: Amazon-Gründer Jeff Bezos

Andererseits zeigen die Verkäufe, dass mancher – wie etwa die New York Times, die den Boston Globe verkauft hat – mit seinem Latein offenbar am Ende ist. Auch Andreas Schweickert dürfte um 2000 bei der Handball-Traditionsmarke Frisch Auf erst ran, als die Altvorderen mit ihrer Ideen- und Konzeptionslosigkeit den Karren so weit in den Dreck gefahren hatten, dass die Grün-Weißen der Dritten Liga näher waren als der Ersten.

Ähnlich zeigt sich mir das Bild bei der NWZ, aber auch anderen Lokalzeitungen. Von außen sieht man kaum, was schneller in den Keller geht: Die Zahl der Leser oder die Erlöse aus Anzeigen. Der Preisverfall des „Boston Globe“ stimmt mich jedenfalls zuversichtlich, dass ich die nächsten 20 Jahre noch ins (lokale) Zeitungsgeschäft einsteige. Mehr als eine Milliarde Dollar kostete das US-Blatt vor 20 Jahren. Nun war es für 70 Millionen zu haben. Was dürfte demnach also eine NWZ Wert sein, rechnet man rund 20 Arbeitsverträge von Redakteure dagegen, deren Leistung man dem Blatt nicht ansieht?

Klar und mutig auf allen Ebenen führen; Redakteure motivieren und führen können; Nachqualifizierung (oder Eliminierung), wo es an handwerklicher oder sozialer Kompetenz fehlt; ausscheidende Redakteure mit 14 Monatsgehältern durch gut honorierte freie Mitarbeiter ersetzen, um den Kostenblock deutlich zu reduzieren und keine Beamten auf Lebenszeit zu kultivieren, sind wichtige Schritte auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite aber braucht es Leidenschaft für den Journalismus; unbändige Neugierde und Liebe zu den Menschen, die dann immer häufiger auch die eigenen Leser werden; und viel Persönlichkeit und Charakter, um im Dickicht lokaler Nähe kritische Distanz zu wahren. Auch zu sich selbst. Wer sich über den Job Liebe und Zuwendung holt, ist fehl am Platz, weil er sich abhängig macht. Genauso wie der Stinkstiefel, der sich nur zu spüren scheint, wenn er wieder einen durchsichtigen Krawall inszeniert hat, wo eine profunde Recherche und klare Fakten den mündigen Leser bedient hätten.

Das Schöne: All das und vieles mehr kann man lernen. Man muss es allerdings wollen. Gerne darf der ein oder andere über meine Zeilen lachen. NWZ-Redaktionsleiter Rüdinger Gramsch empfahl mir zum Beispiel 2001, NWZ-Redakteur zu bleiben, weil er das Potential für meine PR-Dienstleistungen nicht sah und ich immerhin schon damals mehr als 100.000 Mark verdiente. Er führt noch heute eine Lokalredaktion (dieselbe) und seine freundschaftliche Fürsorge von damals klingt in mir nach.

Viel lernen aber können wir von Typen wie Amazon-Chef Jeff Bezos, über den anfangs auch heftig gelacht wurde (wie über Andreas Schweickert und seine risch Auf-Ideen auch): Der US-Amerikaner öffnete z.B. seine Bücher-Plattform für Konkurrenten, also andere Internethändler, denen er damit immer mehr Logistik- und Marketingaufgaben abnahm. Ein Service. Zugleich fanden Suchende auf seiner Plattform alles. Auch dies ein Service.

Längst ist Amazon eine milliardenschwere Plattform, die niemand übersieht, weil alle Onlinehändler über diese Adresse verkaufen und Bezos von den Gebühren lebt. Für das Zeitungswesen, in dem ich zu Hause bin, habe ich ähnliche Konzepte, die den Nutzen für alle Beteiligten sehen. Schon zu Zeiten des Zeitungsmonopols war mir bspw. wichtig, dass Leser verstanden, warum bestimmte Berichte oder Themen NICHT stattfinden oder warum ein Bericht genau deshalb so seriös ist, wie er in der Zeitung steht. Dieses Leser-Reporting etwa würde ich mit Redakteuren üben. Dabei würde mancher Mitarbeiter sicher sogar zu ganz neuen Erkenntnissen kommen.

Den meisten Kollegen war der Leser letztlich egal oder sie haben psychologisch nicht verstanden, was zwischen beiden Seiten „läuft“, nämlich immer ein Geben und Nehmen. Dies ist ein Ur-Prinzip. Erzogen aber wurden wir als junge Redakteure, dass wir mächtig und unabhängig seien. Ich habe immer auch gehört, dass mir die Macht verliehen sei, diese verantwortungsvoll zu gebrauchen – und zwar niemals für mich selbst und meine Bequemlichkeit. Zum Glück haben die Leser heute Alternativen, denn nur Konkurrenz belebt das Geschäft. Auch so ein Ur-Prinzip. Und die Zeitung bietet für das Gestalten wunderbare Freiräume. Man muss sie nur begehen können. Eine Pionieraufgabe.

 

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Freundlicher Empfang: Wirtschaftsjunioren Rems-Murr

042 Scholz und Kohlberger
Interessant, sympathisch, jung: Sven Scholz (l.) und Steffen Kohlberger engagieren sich bei den neu gegründeten Wirtschaftsjunioren Rems-Murr. FOTO: OSWALD

Unser Büro zieht zwar erst Mitte September ins Röhm nach Schorndorf um, doch der Empfang ist jetzt schon herzlich. Nicht nur, dass Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) zu unserer Eröffnung kommen will. Auch mein Besuch bei den Wirtschaftsjunioren Rems-Murr am Montag in der IHK-Bezirkskammer in Waiblingen war sehr wertschätzend für mich.  Fleißig, motiviert und strukturiert habe ich den Führungskräftenachwuchs erlebt, der sich um Akteure wie Sven Scholz und Steffen Kohlberger erst im Dezember formiert hatte.

Trotz sommerlicher Hitze waren 22 von bislang 27 Mitgliedern, darunter drei Frauen, in legerem Dresscode gekommen. Als es um das erste WJ-Sommerfest am Freitag, 30. August, geht, zu dem ich eingeladen bin, erleben die Besucher den Vorteil eines solchen Business-Netzwerkes: Binnen Minuten steht, wer Catering macht, wer die Location stellt oder Toiletten-Wagen besorgt. Ein geöltes Räderwerk, das sich nun auch Impulse von mir für seine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erwartet.

Dazu bin ich gerne bereit und habe gestern bereits Berichte an Backnanger Kreiszeitung (BKZ), Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) und IHK-Magazin gesandt, wo die Redakteure jeweils gerne auf meine professionelle, externe Dienstleistung zurückgreifen. Aus diesem Netzwerk ergeben sich sicher auch für die Redaktionen mittelfristig spannende Themen, die ihre Blätter besser machen.

Denn nicht nur die Wirtschaftsjunioren selbst wollen mit ihren Veranstaltungen das kulturelle Leben bereichern und mit ihren Aktivitäten, z.B. Förderung benachteiligter Jugendlicher, den Wirtschaftsstandort Rems-Murr stärken. Die
Prokuristen, Bereichsleiter, Inhaber und Freiberufler sind auch ein gutes Netzwerk, um lokale Wirtschaftsthemen aus erster Hand zu erfahren oder auch einzelne Macher und Betriebe in den Medien vorzustellen.

Das Netzwerk bietet auch nicht zuletzt unserer Agentur eine Plattform, unsere Kompetenzen und unseren Nutzen sichtbar zu machen, Dienstleistungen wie etwa ein Presseseminar in diesem Rahmen anzubieten oder den ein oder anderen neuen Kunden zu gewinnen. Was mir an dem Netzwerk aber bisher gefällt: Nicht der persönliche schnelle Vorteil steht im Vordergrund, sondern die Freude am gemeinsamen Tun und Gestalten. Wenn Marktwirtschaft nur immer so liefe.

 

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Small Talk mit IHK-Präsident Fichtner

Beim IHK-Sommerfest hatte ich die Gelegenheit, Präsident Georg Fichtner (Mitte) persönlich kennenzulernen. Martin Hollnaicher (r.) kam auch dazu. FOTO: KUHNLE
Beim IHK-Sommerfest hatte ich die Gelegenheit, Präsident Georg Fichtner (Mitte) persönlich kennenzulernen. Martin Hollnaicher (r.) kam auch dazu. FOTO: WERNER KUHNLE

Beim Sommerfest der IHK Region Stuttgart im Theaterhaus hatte ich die Gelegenheit, den im Februar erstmals gewählten IHK-Präsidenten Georg Fichtner persönlich kennenzulernen. Dem 1957 geborenen Juristen, der seit 1994 geschäftsführender Gesellschafter der Fichtner GmbH & Co. KG ist, bot ich bei unserer kurzen Begegnung die Dienste unserer PR-Agentur an. Der Grund: Bei der internationalen Ausrichtung seines Ingenieurbüros, das mit mehr als 2000 Mitarbeitern in gut 50 Ländern auf allen Kontinenten der Welt vertreten ist, würden die Dienstleister für Kraftwerksbau aller Art, Trinkwasseraufbereitung oder Recycling gut in unser Portfolio passen. Denn vor allem Technik- und Ingenieurthemen, gerne im internationalen Kontext, interessieren bundesweit und international viele Redakteure, mit denen wir kooperieren.

Der Unternehmer bot mir an, mich im September nochmals bei ihm zu melden. Während unseres Gesprächs kam sein Mitarbeiter Martin Hollnaicher dazu, der bei Fichtner das Asiengeschäft verantwortet. Ich wiederum kenne Martin, auch wenn man es mir nicht ansehen mag, aus dem Radsport. 2004 hatte ich mit dem Ottenbacher eine fast zweiwöchige Tour durch die Alpen gemacht, die uns u.a. nach Alpe d’Huez geführt hatte.

Auch mit der IHK verbindet mich viel: Seit einer Betriebsprüfung 2012 ist unser Freiberufler-Büro gewerbesteuerpflichtig und damit IHK-Mitglied. Im aktuellen August-Heft der Stuttgarter Kammer habe ich das Titelthema über Mitarbeiter- und Kundenbindung geschrieben und heute Abend präsentiere ich unsere PR-Agentur ab 19 Uhr bei den Wirtschaftsjunioren Rems-Murr in der IHK-Bezirkskammer Waiblingen.

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Ilse Aigner: Erklärungsbedürftige Verbraucherpolitik

2013-07-20 mit Ilse Aigner k
Nimmt sich ein paar Minuten Zeit für ein gemeinsames Foto und einen Dialog mit mir: Verbraucherministerin Ilse Aigner. FOTO: HORLAUER

Neben ihrer stattlichen Größe hat mich an Ilse Aigner vor allem ihre unkomplizierte, sympathische Art beeindruckt. Am Samstag durfte ich die Verbraucherministerin in Manfred Gebauers Edeka aktiv-Frischmarkt in der Göppinger Dieselstraße kennenlernen. Die CSU-Frau wollte unbedingt den Vorzeige-Edeka-Mann Gebauer kennenlernen, der in sieben Märkten aktuell rund 530 Menschen beschäftigt. Regionalität und Erzeugerliebe lebt der mittlerweile 70-Jährige konsequent wie kaum ein anderer.

Auch Aigner hatte mehrfach von ihm gehört und wollte sich nun einen persönlichen Eindruck verschaffen. Rund 90 Minuten dauerte ihre Visite, an der auch der Offenbacher Edeka-Geschäftsführer Dr. Detlev Weiler teilnahm. An einen Rundgang durch den 3000-qm-Markt schloß sich eine öffentliche Diskussion an, die die Ministerin mit einem Statement einleitete. Im Anschluß fand ich kurz Gelegenheit, mit ihr zu sprechen.

Als sie hörte, dass ich PR-Berater bin, zeigte sie sich erfreut. „Da können Sie im Bereich regionaler Lebensmittel, Qualitäts- und Herkunftszeichen noch viel Aufklärungsarbeit leisten,“ meinte die 49-Jährige aus Bad Aibling. Denn tatsächlich, das hatte auch die Diskussion ergeben, ist der Grat zwischen Kennzeichnung und Täuschung in der Lebensmitelbranche schmal. So wählte Aigner das Beispiel, dass jede Ingredienz ab einem Anteil von 15 Prozent ausgewiesen werden muss. Findige Vermarkter nennen deshalb Käse, der zu 15 Prozent aus Ziegenmilch besteht, offenbar Ziegenkäse.

Ich zog für mich aus der Diskussion ein Fazit: Ich kaufe möglichst alle Lebensmittel bei Gebauer. Damit delegiere ich meine Verantwortung an den Lebensmittel-Pionier, nur ethisch vertretbare Waren in seinem Sortiment zu haben. Zumal er immer wieder plausible Antworten gibt, wenn ich etwa frage, warum kalifornischer Wein im Regal sein muss oder Steaks aus Argentinien in der Fleischtheke. Seine Antwort: Der Verbraucher will es. Aufklärung wäre demnach also ökologisch sinnvoll. Ein typischer Job für meine Agentur.

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Zarte Kontakte nach Schorndorf sprießen

Jochen (l.) und Simone Stargardt referieren bei den Wirtschaftsjunioren Rems-Murr.
Jochen (l.) und Simone Stargardt referieren bei den Wirtschaftsjunioren im Kreis Rems-Murr. FOTO: OSWALD

Nachdem unser Büro in wenigen Monaten nach Schorndorf umzieht, knüpfe ich bereits erste Bande in den prosperierenden Rems-Murr-Kreis. Vorige Woche war ich zwar primär wegen unseres Kunden Simone und Jochen Stargardt bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren im Schorndorfer Postturm, doch auch zum WJ-Vorsitzenden Sven Scholz und seinem Pressesprecher Christian Ibach ergaben sich erste, interessante Kontakte.

So haben sie mich bereits zum nächsten WJ-Treffen am Montag, 5. August, um 19 Uhr bei der IHK in Waiblingen eingeladen und der „Talk im Turm“, zu dem die Stargardts den Auftakt gemacht hatten, sei eine Reihe, die etabliert werden soll. Nachdem am Mittwoch trotz Biergartenwetter rund 50 Zuhörer gekommen waren, scheinen die Veranstalter den Nerv junger Geschäftsleute getroffen zu haben. Auch die Zahl der Mitglieder steige rasant.

Mit den Stargardts aus Korb präsentierten die WJ zwei junge Ex-Aldi-Manager, die auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zunächst sieben erfolgreiche Unternehmer wie Klaus Kobjol oder Jörg Knoblauch interviewt hatten, um sieben gemeinsame Merkmale für Erfolg zu extrahieren, die sie seither als Thesen in Doppelmoderation kurzweilig und informativ referieren. Dabei geht es etwa um festen Willen, klare Ziele, Spezialisierung oder Standardiserung.

Jeden Baustein unterlegen die Anbieter kaufmännischer Weiterbildungen mit Studien, Praxisbeispielen oder anderen Fakten, so dass der Zuhörer die These besser verinnerlichen kann. „Wann hat Ihnen Ihr Humor zuletzt weitergeholfen“, empfiehlt Simone Stargardt Chefs als gute Frage im Vorstellungsgespräch, um mehr über den Charakter eines Bewerbers zu erfahren. Und Jochen Stargardt führt aus, dass nur 16 Prozent aller Unternehmen klare Ziele hätten, 64 Prozent dagegen sich widersprechende. Kein Wunder, wenn dann Mittelmaß entsteht.

 

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Freund Firat: WM-Fight am 14.09. in Stuttgart

Firat (l.) kämpft am 14.September endlich wieder um ie Weltmeisterschaft: Luan und ich (v.r.) wünschen ihm einen sauberen Kampf. FOTO: privat
Firat (l.) kämpft am 14.September endlich wieder um die Weltmeisterschaft: Luan und ich (v.r.) wünschen ihm einen sauberen Kampf. FOTO: privat

Na endlich, mein Freund Firat Arslan, dem ich 2007 einen Sponsor vermittelt hatte, bekommt am Samstag, 14. September, in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart seine Chance, nach 2007 noch einmal Weltmeister zu werden. Denn der Ex-WBA-Titelträger bekommt das Wunsch-Rematch der Boxsportwelt gegen WBO-Weltmeister Marco Huck. Den hatte der Wahl-Donzdorfer, bester Freund von Luan Krasniqi, zwar schon am 3. November 2012 in Bielefeld, quasi in Hucks Wohnzimmer, besiegt, doch nicht nach den Zetteln der Punktrichter.

Dass sich Huck den mittlerweile 42-jährigen Cruisergewichtsboxer noch einmal antut und dieses Mal quasi auf dessen Terrain in Stuttgart, hat einen sympathischen Grund: Bei dessen Ausflug im Februar 2012 in die Schwergewichtsklasse (alles über 83,6 kg) hatte der Wahl-Bielefelder Weltmeister Alexander Povetkin dominiert – und am Ende auch nicht gewonnen. Den Kampf hatte ich in Stuttgart live gesehen.  Und Huck weiß deshalb, wie sich Unrecht anfühlt und er fühlt sich in seiner Ehre getroffen, einerseits Firat eine zweite Chnce zu geben und andererseits dieses Mal alles besser zu machen.

Dass in der Boxwelt überhaupt soviele Fehlurteile getroffen werden, hat einen einfachen Grund: Im Kern geht es nicht darum, den Besten zu ermitteln, sondern als Boxstall, TV-Sender oder Boxverband am meisten Geld zu verdienen. Pikanterweise gehören dieses Mal beide Athleten dem Berliner Boxstall an (früher war Firat bei Universum in Hamburg). So bleibt Winfried Sauerland, dem immer wieder Mnipulationen vorgehalten werden (wie früher Klaus-Peter Kohl auch), auf jeden Fall Sieger.

Am 8. Juni hatte Jochen Klingovsky in den Stuttgarter Nachrichten dankenswerter Weise auf „Seite drei“ Hintergründe des Boxens offengelegt, die Firats Trainer Dieter Wittmann in der Nacht einer Arslan-Niederlage in einem TV-Interview in der Halle bereits angesprochen hatte: Denn jeweils drei Punktrichter, oft aus armen Ländern wie Puerto Rico, werten einen Kampf. Je nach Verband und Gewichtsklasse erhalten sie hierfür 950 bis 1200 Euro. Dazu kommt ein Rund-um-sorglos-Wochenende oft mit Interkontinentalflug, Vier- oder Fünf-Sterne-Unterbringung etc.

Klingovsky schreibt weiter: „Normalerweise müssen Ring- und Punktrichter von dem Verband bezahlt werden, unter dessen Hoheit ein Kampf ausgetragen wird. In der Realität gibt es die Umschläge aber öfter mal direkt vom Veranstalter. Und es soll auch schon vorgekommen sein, dass dann überraschenderweise mehr Geld drin war als erwartet.“ Eine Variation sei, dass der Punktrichter zwei Umschläge erhält.

Dass darüber nicht berichtet wird, liegt auf der Hand: Die ARD zahlt dem Vernehmen nach jährlich 13 Millionen Euro an Sauerland, der im Gegenzug rund zehn Boxnächte po Jahr mit jeweils rund sieben Kämpfen ausrichtet. Das Geflecht erinnert an die Tour de France zu Zeiten Jan Ullrichs und Eric Zabels, als die Öffentlich-Rechtlichen traumhafte Quoten und damit beste Werbeeinnahmen hatten. Kritische Berichte über Doping hätten die Cash-Cow-Maschinerie nur behindert. Solche Zusammnhänge finden sich übrigens auch im Lokaljournalismus immer wieder.

Entsprechend wissen die Punktrichter beim Boxen, was von ihnen erwartet wird. Ohnehin sägen sich die wenigstens selbst den Ast ab, auf dem sie sitzen. Und wo es gerade darum geht, ob die ARD über 2014 hinaus denVertrag mit Sauerland verlängert, ist es gelegen, dass nun zwei Sauerland-Boxer im Ring stehen. Das bringt Ausrichter und Punktrichter nicht in Gewissensnöte, denn am Ende gewinnt Sauerland ohnehin.

Gewertet wird übrigens jede Runde mit zehn Punkten für den Besseren und neun Punkten für den Schlechteren. So kann der Vorsprung pro Runde bei einheitlichem Votum der Richter um drei Punkte steigen (30:27). Spitzenkämpfe gehen immer über zwölf Runden, Aufbaukämpfe auch mal nur über zehn oder acht Runden. Wenn Sie jetzt noch Lust haben, den Fight live zu sehen, was ich tun werde: Karten gibt es bei easyticket im Internet oder z.B. im Göppinger Rathaus.

 

 

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Gelebt herzlich: Schwiegermutter Helga

Mit der Schwiegermutter im Vesperwirtschäftle: Helga und ich, wir mögen uns. FOTO: Susi
Mit der Schwiegermutter am Montag  im Vesperwirtschäftle in Oberwälden: Helga und ich, wir mögen uns. FOTO: Susi

Jetzt habe ich den Muttertag knapp verpasst mit diesem Blogeintrag. Inspiriert hat mich dazu das Foto, das erst Montagabend im Käswirtschäftle in Oberwälden entstanden ist. Denn seit meiner Hochzeit im August 2012 habe ich nicht nur eine wundervolle Frau, sondern auch eine mütterliche Schwiegermutter wie ich sie mir in meiner auf Ratio und Effizienz angelegten Kindheit und Jugend immer gewünscht hatte.

„Die Helga“ war für ihre drei Kinder immer da und hat sie mit ihrer mütterlichen Fürsorge gewärmt und genährt. Als ehemaliger Internatsschüler mit kargen Mahlzeiten profitiere ich heute von ihrer Herzlichkeit in Form von oppulenten Mittagessen oder einem Kuchen zum Mit-nach-Hause-nehmen. Die 75-Jährige ist ganz anders als ich – dezent, bescheiden, ruhig. Vermutlich tut sie mir auch deshalb in meiner knappen Freizeit so gut.

Wenn sie wüßte, dass ich sie hier in meinem Blog öffentlich mache, würde sie wohl ordentlich schimpfen mit mir. Aber gerade daraus lebt unsere Beziehung: Denn heimlich amüsiert sich die zurückhaltende Protestantin über mich, den lauten und schillernden Katholiken. Und sie weiß, dass ich ihrer Tochter gut tue, wie mir meine Gudrun gut tut. Und unsere gemeinsame Quelle, von Helga und mir, sind unser Gottvertrauen und unser Glaube. Danke, Helga, für alles.

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