strategische Pressearbeit

Kirche und Wirtschaft im Dialog in Pforzheim

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Engagieren sich, damit Kirchenthemen in den Medien stattfinden: Verleger Albert Esslinger-Kiefer (v.l.), Chefredakteur Magnus Schlecht, PR-Berater Leonhard Fromm, Bernhard Würfel und Pfarrer Ulrich Hilzinger. FOTO: PZ

Rund 20 Unternehmer aus dem Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland, Regionalgruppe Württemberg, um Pfarrer Ulrich Hilzinger haben am Freitag bei der Pforzheimer Zeitung mit deren Verleger Albert Esslinger-Kiefer, deren Chefredakteur Magnus Schlecht und mir diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kirche heute in der Öffentlichkeit noch stattfinden kann.

Mit Bedauern hörte ich, dass die Zeitung ihre wöchentliche Kirchenseite u.a. deshalb abgeschafft hatte, weil die Kirchen zu wenig Input lieferten. Das deckte sich mit meiner Erfahrung aus zahlreichen kirchlichen Beratungen und Engagements. Während aber einige Teilnehmer dies von sich wiesen bzw. mehr Pressereferenten in Kirchenkreisen forderten, halte ich davon nichts.

Denn auch hier lehrt die Erfahrung, dass interne Kommunikatoren es vor allem ihren Vorgesetzten recht machen wollen statt sich als Dienstleister der Medien zu verstehen. Und in Kirchenkreisen, auch das weiß ich aus Erfahrung, sind Kontrolle und die Sehnsucht „gut dastehen“ zu wollen, größer als einfach wertfrei zu kommunizieren, was ist.

So antwortete ich auf die Frage, welche Medienstrategie ich der Kirche empfehlen würde: Gehen sie zu ihrer (Lokal-)Redaktionen; fragen Sie, wer für sie zuständig ist; erzählen sie, was bei ihnen so läuft und fragen sie den Redakteur, was ihn wie (z.B. als Anruf, Vorankündigung per e-Mail oder Nachbericht) interessiert. Dabei ist hilfreich, auch die Redaktionsrichtlinien zu erfragen, weil die Zeitungsmacher nach dem Gleichheitsgrundsatz verfahren.

Dass die Kirche genügend Themen hat, dürfte für Insider unstrittig sein. Allerdings braucht es dazu auch ein wenig Selbstkritik. Dann kann man z.B. Themen unter dem Blickwinkel anbieten, was Gemeinden tun, um ihren Bedeutungsverlust und ihre Überalterung zu stoppen. Oder wie sie Konflikte lösen. Spannend wäre auch die Recherche, wie in Kirchenkreisen die Migrationsthematik gesehen wird und was konkret dazu in Gemeinden getan wird (nämlich sehr viel).

Doch dann sollten auch kritische Stimmen zu Wort kommen und nicht nur die offiziellen Verlautbarungen. Denn ich weiß zum Beispeil aus Schorndorf, welchen Zoff wir hinter den Kulisse hatten, nur weil der Leiter der muslimischen Gemeinde in einem evangelischen Gottesdienst zu Wort kam. Für Redakteure und deren Leser sind aber vor allem Themen beliebt, die kontrovers sind.

Auch interessiert niemanden eine Lösung, wenn es zuvor vermeintlich kein Problem gab. Gerade die Kirchen, die vielen als nicht mehr relevant gelten, dürften hier kantiger in den Markt, um das Überraschungsmoment für sich zu nutzen. So übernehme ich bis Ostern nun eine Firmgruppe, obwohl ich fast keine Zeit habe. Aber ich möchte bei den 14-Jährigen einen überraschenden Eindruck von Kirche hinterlassen.

So werde ich von meinen beiden Scheidungen erzählen und die Jugendlichen fragen, wessen Eltern auch geschieden sind. Dann werde ich darüber sprechen, wie mir mein Glaube geholfen hat, dieses existenzielle Scheitern zweimal zu überleben. Beim nächsten Mal lade ich vielleicht meinen Bruder ein, damit er erzählt, wie es ihm ging, als seine Tochter an Krebs starb. Die Jugendlichen dürfen dann Fragen stellen. Vermutlich sind wir dann schon „mitten drin“.

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„Wohnqualität entsteht durch die Gemeinschaft“

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Faszinieren die Zuhörer im Nebenraum eines Gasthofes mit ihren Konzepten für solidarisches Wohnen: Rainer Kroll (v.l.), Sabine Weineck und Uli Bopp. FOTO: FROMM

Betriebswirt, Bankdirektor und Steuerberaterin sitzen mit Krankenschwester, Ergotherapeutin und Lehrerin in einem Stuhlkreis. Die Atmosphäre beim Ankommen und nun der Vorstellungsrunde ist freundlich-neugierig, aber zunächst auch reserviert, geht es doch letztlich um ein gemeinsames Bauherrenmodell und damit um viel Geld. Entsprechend sind die Erwartungen der 17 Teilnehmer groß, Details zum Wohnkonzept, den Kosten, der Rechtsform und dem Prozedere zu erfahren, wie sich am Ende die zehn, elf richtigen Partner finden.

Erstaunlich jung ist die Schnupperrunde dafür, dass es bei dem Wohnprojekt „Mörike-Park“ in bester Schwäbisch Gmünder City-Lage darum geht, dass man idealerweise bis an sein Lebensende darin bleiben kann. Ausgeprägte Nachbarschaftshilfe und Hightech-verkabelte Wohneinheiten, die im Bedarfsfall ohne Aufwand mit Sensoren, Bewegungsmeldern und Telemedizin-Monitoring nachgerüstet sind, sollen dies ermöglichen. Denn das letzte von drei Baufeldern wird auf diese Weise kultiviert.

Neben Ideengeber Uli Bopp, einem IT-Spezialisten aus Donzdorf, der den illustren Kreis in seinem sozialen Umfeld organisiert hat, präsentiert Rainer Kroll als Wohnprojektberater  aus Karlsruhe das Konzept. Der 56-jährige Kaufmann und Architekt hat mit seiner Firma „wohnprojekt-beratung und entwicklung“ vor allem im Südwesten von Deutschland mehrere solche Objekte mit 300 Eigentümern realisiert und Prozesse mit bis zu 120 Partnern moderiert.

Konkret geht es nun in Gmünd um ein städtisches Filet-Grundstück mit 900 Quadratmetern, auf das sich Bauherrengemeinschaften bis 5. Oktober bewerben konnten. Bopp tat dies kommissarisch, um das gemeinsame Projekt am Montag, 19. Dezember, im Gemeinderat präsentieren zu dürfen, der dann entscheidet. Die Folge: Bopp und Kroll brauchen bis dahin mindestens sieben Bauinteressierte, die gut 2000 Euro im ersten Schritt investieren, um das Vorhaben weiterzutreiben.

Denn das Duo ist schon jetzt deutlich in Vorleistung gegangen und es braucht noch viel gute Arbeit von Architekten. Daher soll das Risiko zwischen allen Beteiligten ab jetzt zumindest bedingt gesplittet werden, um Verbindlichkeit herzustellen und gegenüber der Stadt glaubwürdig zu sein. Krolls Erfahrung aus zehn Jahren mit solchen Projekten: „Wir brauchen 100 bis 200 Interessierte, um am Ende Bewohner für zehn, elf Wohnungen beisammen zu haben.“

Das Faszinosum für die Besucher, die beim ersten Treffen gebannt den sozialen, baulichen, kaufmännischen und juristischen Ausführungen folgen: Bislang seien nur zwei Projekte gescheitert. Und beide Male nicht an fehlender Nachfrage, sondern an äußeren Umständen wie etwa Mängeln am Baugrundstück. In Gmünd dagegen verkauft die Stadt das Areal deutlich unter Wert, möchte aber im Gegenzug ein bundesweit möglichst einmaliges Nutzungskonzept.

Daher ist Bopp mit seinem SoLeWo-Konzept (Solidarisch Leben und Wohnen), für das er zwei Drittel Interessenten aus dem Kreis Göppingen, Schorndorf oder Oberkochen in der ersten Runde sitzen hat, für das Areal interessant. „Der übliche Weg einer Immobilienvermarktung ist es ja, etwas vermeintlich Individuelles via Hochglanzprospekt anzubieten, aber letzlich ist das Interesse der Macher nur die Marge“, sagt Ex-BASF-Kaufmann Kroll, der schon für dm-Gründer Götz Werner geplant hat. Er geht den umgekehrten Weg, wie der Abend im Nebenzimmer eines Gasthofs in Waldstetten belegt: Die Käufer passen sich nicht einem fertig geplanten Haus an, sondern gestalten es von Grund auf selbst.

„Die Entwicklung eines Gemeinschafts-Wohnprojektes erfolgt im Rahmen einer dialogischen Projektentwicklung“, beschreibt Kroll seine Methode. „Das Gespräch miteinander ist die beste Voraussetzung, dass sich die Beteiligten kennenlernen und eine gute und verbindliche Gemeinschaft bilden.“ Das Projekt gelingt demnach mit den Beteiligten, die miteinander können und wollen „Die Moderation ist deshalb wichtiger als die Planung“, sagt Kroll der zwar Architekt ist, aber als Moderator selbst nicht mehr plant. Er und Bopp haben für das Planen einen renommierten, ortsansässigen Architekten gewonnen, der dann die individuellen Kundenwünsche mit lokalen Handwerkern umsetzt.

„Wir werden trotzdem nicht teurer sein und sind auf lange Sicht definitiv günstiger“, prophezeit Kroll, der immer wieder Nachfragen aus der Runde zulässt, die teils seine Kollegin Sabine Weineck beantwortet. So seien von einer Eigentümergemeinschaft über eine Genossenschaft bis zur Aktiengesellschaft viele Finanzierungsformen möglich und anderenorts erprobt.

All diese Details, so wird den Interessenten immer klarer, entscheidet die Bauherrengemeinschaft gemeinsam nach Abwägung aller Details, Befürchtungen und Spezifika. Dasselbe gilt, unter welchen Bedingungen vererbt, verkauft oder vermietet werden darf. Auch das muss diskutiert werden und lässt sich regeln.

„Jedes Betreibermodell ist anders,“ sagt Kroll. Bauten etwa überwiegend junge Familien mit den auf sie abgestimmten Fördermitteln, werde die Rechtsform darauf angepasst. Kauften überwiegend ältere Barzahler, spiele dieser Aspekt keine Rolle. Dasselbe gilt für Größe und Zuschnitt der Wohnungen oder Proporz von Privat- und Gemeinschaftsflächen. Letztere umfassen bei anderen von Kroll projektierten Objekten Multifunktionsräume für Hausveranstaltungen, halb-öffentliche Cafés oder Gästezimmer.

In Karlsruhe entwickelte er mit beteiligten Bürgern ein mehrteiliges Projekt mit einem Gesamtvolumen von 100 Wohneinheiten und 30 Millionen Euro, das in drei Rechtsformen sogar Geschäftsräume für eine Arztpraxis, einen ambulanten Pflegedienst und eine Kita umfasst. Hier organisieren die Bewohner untereinander Kinderbetreuung, Nachbarschaftshilfe und Car-Sharing. Mit zwei Biobauern bestehen Kooperationen, die die Bewohner mit Naturalien beliefern. Im Gegenzug gärtnern diese dort teils mit und für Kinder finden erlebnispädagogische Aktivitäten auf den Höfen statt.

Bopp arbeitet in Gmünd seit 2010. In einer städtischen Immobilie organisiert er im Auftrag des Fördervereins Riedäcker in Bettringen Gemeinwesenarbeit. Dabei verknüpft er die Belange von knapp 60 Senioren, die von dem Träger Vinzenz-von-Paul betreut werden, und Anwohnern des Quartiers. Beide Gruppen führt er in kulturellen und sozialen Angeboten zusammen. Dabei vernetzt er generationenübergreifend die personellen Ressourcen von Kirche, Stadt und Sozialträger.

„Hier habe ich viel gelernt, etwa wie man Verträge gestaltet, Ehrenamtliche gewinnt oder dass sich Menschen im Alter verändern“, sagt Bopp, der auf Grund seiner Arbeit vielfältig mit der Stadt verbunden ist und deshalb seine Chance gekommen sah, als die Stadt das Bauherrenmodell ausschrieb. „Wohnqualität entsteht nicht durch das Gebäude, sondern durch die Gemeinschaft“, ist Bopp überzeugt, der selbst nach Gmünd in sein Objekt ziehen würde und die Schwiegermutter gleich mitbrächte.

In der offenen und lebhaften Diskussion zeigt sich an dem spannenden, intensiven Abend rasch das Spektrum menschlicher Vielfalt: Sehen die einen die Chancen, thematisieren die anderen die Risiken. Und wollen die einen über Baustandards diskutieren, ist den anderen wichtig, wie man Nähe und Distanz idealerweise in einer solchen Gemeinschaft auslotet.

Kroll bedauert, dass man nun diesen Zeitdruck hat, was die übliche Teamentwicklung erschwere. Andererseits hätten auch die fünf, sechs Mitbewerber, die Anfang Dezember ihre Konzepte öffentlich vorstellen, dieses Problem. An dem noch festzulegenden Samstag können sich Bauinteressierte Alternativen anschauen und ihren Anbieter noch wechseln.

Das anspruchsvolle Konzept, das sich Bopp unter dem Label SoLeWo hat schützen lassen, steht dann im offenen Wettbewerb. Dem Vernehmen nach gibt es mindestens 30 Interessierte, die dort jetzt schon kaufen und wohnen wollen. Bislang vor allem wegen der Lage. Das nächste Treffen, das Bopp und Kroll für Interessierte am „Mörike-Park“ ausrichten, findet am Montag, 24. Oktober, um 18.30 Uhr im Bettringer Begegnungszentrum, In den Riedäckern 31, statt. Dort, wo Bopp die Gemeinwesenarbeit macht.

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Eichenkreuzsport zeigt mehr Flagge

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Landesebene und Pfarreibasis verzahnen sich in Leonberg: Die Workshops des Eichenkreuzsports beim Jahresforum waren sehr praxisorientiert und boten den Teilnehmern konkrete Handlungsorientierung für ihre Vereinsarbeit. FOTO: FROMM

Integration von Migranten, Pressearbeit, Projektmanagement: Die Verantwortlichen in den 150 Ortsvereinen des Eichenkreuzsports in Württemberg wollen in der Gesellschaft mehr Flagge zeigen. In Leonberg haben sich nun 80 Delegierte beim diesjährigen Sport-Forum kundig gemacht und ausgetauscht. Einer der drei Referenten war ich.

„Wir haben eine Aufbruchstimmung erzielt und Strukturen geschaffen, die die Basis und die Führung besser miteinander verzahnen“, sagt Henrik Struve. Der 40-Jährige ist hauptamtlicher Geschäftsführer beim Eichenkreuz, dem evangelischen Sportverband. In Personalunion ist der Diakon auch Sportjugendreferent beim Evangelischen Jugendwerk Württemberg (EJW).

Der Kick kommt gerade recht. Seit Jahren leiden viele Ortsgruppen unter schwindenden Mitgliederzahlen, Überalterung und Bedeutungsverlust. „Wir machen einen super Job und keiner bekommt es mit“, sagt etwa ein Handball-Trainer im Workshop, in dem es um effiziente Strukturen geht. Auch wird es immer schwieriger, Ehrenamtliche für den Sportbetrieb zu interessieren.

Eine Schwierigkeit liegt darin, dass die Eichenkreuzsport-Strukturen komplexer sind als die eines klassischen Sportvereins und viele Mannschaften nicht am Liga-Betrieb des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) teilnehmen. Letzteres aber ist oft Kriterium für die Berichterstattung der Lokalzeitungen, kläre ich die Teilnehmer auf.

„Bei uns steht nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern die Gemeinschaft“, begründet Anastasios Leontopoulos diesen Unterschied. „Wir wollen Jugendlichen beibringen, dass man auch aus Niederlagen etwas lernen kann“, begründet der Leonberger EJW-Jugendreferent diese Haltung. Zudem sei Sport nur eine Möglichkeit, seine Persönlichkeit zu entwickeln.

Das wird im Workshop von David Scholz deutlich. Bei dem WLSB-Referenten für Flüchtlingsintegration holen sich rund 20 Teilnehmer Anregungen, wie sie in ihren lokalen Sportgruppen auf Migranten zugehen können und worauf dabei zu achten ist. „Als Christen gebietet uns die Nächstenliebe, diesen Schritt zu gehen, aber auch als Bürger dieses Landes ist es klug, dass aus Fremden bald Freunde werden“, sagt ein Übungsleiter. Und ein Schiedsrichter ergänzt: „Diese unverhofften Neuzugänge stärken unsere Vereinsstrukturen.“

Dass die Jugendarbeit im christlichen Sportverein viele Themen bietet, die auch für die Presse interessant sind, arbeite ich in meinem Workshop vor großer Kulisse heraus. So kann interessant sein, wie und warum ein Verein ein polizeiliches Führungszeugnis für seine Trainer eingeführt hat. „Damit kommen wir unserer Sorgfaltspflicht gegenüber den Eltern nach,“ sagt der Fellbacher Sportchef, dem die 15 Euro je Testat die Stadt bezahlt hat.

Ein anderer erzählt, was sie gegen Koma-Saufen unter jungen Leuten tun; wie sehr überfürsorgliche Mütter die Jugendarbeit behindern oder wie sie Ehrenamtliche für ihren Verein finden. Den Teilnehmern empfehle ich, in ihrer Lokalredaktion zu identifizieren, welcher Journalist für sie zuständig ist und ihm offen zu erzählen, welche Themen den Vereinsalltag begleiten.

Im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg betreuen über 350 Haupt- und 53.400 Ehrenamtliche mehr als 300.000 Kinder und Jugendliche in 1400 Pfarreien. Hinzu kommen 100 FSJ-ler (Freiwilliges Soziales Jahr) in Pfarreien, die beim EJW angestellt sind. Unter dessen Dach sind 10.000 Sportler in 600 Gruppen in 150 Pfarreien im Eichenkreuz organisiert. Diese bilden in 48 Bezirken oft eigene Ligen und tragen Turniere aus.

Neben Wintersport sind vor allem Fußball, Handball, Volleyball und Indiaca populär. Vereinzelt auch Lauf- und Radsport. Neben dem Eichenkreuzsport gehören zum EJW vor allem der CVJM (Christlicher Verein junger Menschen) und Jugendgruppen in Pfarreien. Der Haushalt des EJW von zehn Millionen Euro finanziert sich zu je einem Drittel aus Mitteln der Evangelischen Landeskirche; öffentlichen Zuschüssen, Projektgeldern und Spenden; sowie Freizeit-/Bildungsarbeit und sonstigen Ersätzen.

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PR-Workshop am Sonntag in Leonberg

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Am Sonntag beim SportForum in Leonberg: Beim Evangelischen Jugendwerk spreche ich über Öffentlichkeitsarbeit und im Workshop geht es darum, warum Kinder und Eltern sich für einen christlichen Verein entscheiden sollten.

Über Öffentlichkeitsarbeit referiere ich am Sonntag beim SportForum des Evangelischen Jugendwerks in Leonberg im Haus der Begegnung. Erwartet werden 100 Teilnehmer aus 48 Bezirken, die im Evangelischen Sportverband, dem Eichenkreuz-Sport Württemberg oder der CVJM organisiert sind. Denn nicht zuletzt nehmen die Konfirmanden aller Gemeinden jährlich an einem Turnier, dem sogenannten Konficup, teil.

Über diese Schiene hat die evangelische Landeskirche gute Strukturen für ihr Nachwuchsrekruiting. Und dennoch scheint es an Bindekraft zu fehlen, weshalb man auf mich als einer von drei Referenten für den Tag kam. Am Nachmittag vertiefe ich mit Interessierten in einem Workshop, warum Jugendliche gerade bei ihnen Sport treiben sollen und wie die Verantwortlichen mit diesen Argumenten ihre  lokale Öffentlichkeit erreichen.

Im Kern geht es letztlich ums Verkaufen, worin erfahrungsgemäß nahezu alle kirchlichen Mitarbeiter und Ehrenamtlichen schlecht sind. Meine Vermutung: Die christliche Erziehung zur Bescheidenheit stellt den Betreffenden genau an dieser Stelle ein sehr kontraproduktives Bein. Aber auch: Weil es früher zur Kirche keine Alternative gab, haben die Verantwortlichen nicht gelernt, wie Wettbewerb geht. Im Kern geht es dabei auch uim Verdrängung, denn Jugendliche können sich ja nicht klonen.

Das Spannende ist die Analyse: Mit welcher Begründung soll ein Kind in meine kirchliche Jugendarbeit statt in den Klavierunterricht der städtischen Musikkschule, ins Balett der privaten Tanzschule oder ins Training eines säkularen Vereins? Einiges ist da sicher auch Zufall, wohin die Freunde gehen, wie andere Termine liegen etc. Im Kern geht es aber auch darum, was ich in meiner Jugendarbeit leiste und an Mehrwert biete, z.B. soziale Kompetenzschulung, Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität, Bewältigung von Lebenskrisen.

Interessiert? Neugierig? Mehr dazu in meinem Workshop am Sonntag ab 14 Uhr. Am Morgen findet um 10 Uhr in der Stadtkirche ein Gottesdienst statt, ehe es im Plenum zu den Vorträgen geht. Ich freue mich auf den Tag, die Begegnungen und die Impulse. Am Freitag, 14.10., bin ich übrigens ab 17 Uhr bei der Pforzheimer Zeitung, wo ich beim Arbeitskreis „Kirche & Wirtschaft“ vor christlichen Unternehmern spreche. Montag, 17.10., referiere ich um 19 Uhr bei der IHK in Heidenheim.

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Wasserstofftankstelle am ZSW in Ulm eröffnet

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Meinen es ernst mit dem Wasserstoffantrieb (v.l.): Prof. Dr. Christian Mohrdieck (Daimler), Helmfried Meinel (Umweltministerium), Dr. Klaus Bonhoff (NOW), Guillaume Larroque (Total), Prof. Dr. Werner Tillmetz (ZSW), Dr. Dieter Prangenberg (Linde), Kunde Dr. David Wenger (Wenger Engineering) und Thomas Bystry (Shell, Vorsitzender Clean-Energy-Partnership). FOTO: ZSW

Die Manager von Daimler, Linde, Total und Shell, die am Freitag (15. Juli) am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Ulm die bundesweit 21. Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen haben, zeigen die Ernsthaftigkeit der Industrie, diese Technologie nun marktfähig zu machen.

In diesem Kontext war das ZSW, das heute 220 Hauptamtliche und 100 studentische Hilfskräfte beschäftigt,1988 von den Universitäten Stuttgart und Ulm sowie Playern aus der Automobilindustrie gegründet worden. Bei der Einweihung der Ulmer Tankstelle skizzierte Dr. Klaus Bonhoff die Strategie der Bundesregierung. Für den Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) war der Tag ein Indiz, dass der Hochlauf der Infrastruktur nun „richtig begonnen hat“.

Ministerialdirektor Helmfried Meinel betonte, ein Drittel der aktuell 21 Wasserstofftankstellen stünden in Baden-Württemberg. Fünf weitere seien in Planung. Vor dem Hintergrund des Pariser Klimagipfels plane die Bundesregierung, nach 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen.

Dass die Daimler AG nicht nur deshalb in der jungen Technologie einen Zukunftsmarkt sieht, versicherte Prof. Dr. Christian Mohrdieck. Der Leiter der Fuel Cell-Sparte kündigte an, dass 2017 der GLC, ein Verkaufsschlager der Premiummarke, auch als Plug-In-F-Cell auf den Markt kommt. Das gäbe dem Antrieb „einen richtigen Schub“.

Guillaume Larroque, Manager der französischen Mineralölgesellschaft Total, die die Ulmer Tankstelle betreibt, reklamierte für sein Unternehmen, Wasserstoff seit zwölf Jahren als Antriebsmittel des 21. Jahrhunderts zu forcieren, und ZSW-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Werner Tillmetz wertete es als wichtiges Signal in die Fläche, nun auch direkt am ZSW in Ulm über eine eigene Tankstelle zu verfügen.

Bei der Eröffnung dabei war David Wenger, Geschäftsführer der Wenger Engineering GmbH aus Ulm. Sein Ingenieurbüro hatte seit 2006 wesentliche Beiträge zur Entwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen und Wasserstofftankstellen erbracht. Unter anderem ist das Büro 2016 Preisträger des Automotive Safety Award der SAE für den Beitrag zur Norm SAE J2601, nach der die Fahrzeuge betankt werden.

Dass in Ulm Bedarf für die Tankstelle besteht, belegte der promovierte Ingenieur Wenger, der auf Grund seines beruflichen Engagements ein Brennstoffzellenfahrzeug fährt. Bislang musste dieses in Stuttgart oder München betankt werden.

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80 Gäste bei unserem Agentur-Sommerfest

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Tobias Köhler fasziniert die Besucher unseres Sommerfestes mit seinem Vortrag: Der Innovationsbeauftragte der Südwestdeutschen Medienholding gab tiefe Einblicke in die Zukunft der Medien. FOTOS: Spantig

Düsseldorf, Jena oder München – unsere Gäste haben teils weite Wege auf sich genommen, um am Freitag an unserem mittlerweile dritten Sommerfest der Agentur im Ambiente von „Raum & Zeit“ am Rems-Ufer teilzunehmen. Tobias Köhler, Chefstratege der Südwestdeutschen Medienholding, die u.a. Stuttgarter Zeitung, Süddeutsche und Rheinpfalz herausbringt, warf einen Blick in die Medienzukunft.

„Redakteure und deren Content bleiben wichtig, aber wir müssen immer mehr Kanäle bespielen“, so der Referent in seinem frei gehaltenen Vortrag vor den 80 Besuchern. Das Lkw-Attentat von Nizza am Tag zuvor hätten bspw. tausende Menschen auf ihren Smartphones teils live in ihre Communities gesendet. Da müsse Exklusivität einer Nachricht neu definiert werden.

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Gute Gespräche und interessante Begegnungen: Unser Sommerfest bietet eine Plattform für den persönlichen Kontakt.

Schon heute arbeiteten Redakteure eng mit Technikern zusammen, die die einzelnen Nachrichtenkanäle bedienen, Filme und Fotos bearbeiten oder mit Communities kommunizieren, um sie als Follower zu gewinnen. Wichtig sei auch, einzelne Kanäle nur mit Nachrichten zu bestücken, die für deren Zielgruppe relevant sind. Immer wieder fragte Köhler in das Auditorium hinein, wer welchen Dienst nutzt, wodurch sich leicht Zielgruppen (und Generationen) definieren liesen.

Vor allem die Vernetzung mehrerer Techniken in Verbindung mit einer heute noch globigen Datenbrille, die vielleicht schon in fünf Jahren in eine filigrane Brille und in zehn Jahren in Contactlinsen integriert sein kann, machte die neuen Dimensionen deutlich. So kann man ein Konzert aus der Perspektive eines Rockstars erleben, der in die Gesichter zehntausender Fans blickt.

011 Sommerfest Zuhörer schreiben mit
Wenn die Kunden mitschreiben, war es wohl interessant (v.r.): Tempus-Chef Prof. Jörg Knoblauch, ÜAG-Geschäftsführer David Hirsch und der KEFF-Beauftragte von Ostwürttemberg, Dirk Zoller, mit seiner Partnerin.

Problematisch sei die Entwicklung, dass Marken verschwinden. So hätten Menchen immer häufiger etwas nicht in der Stuttgarter Zeitung, sondern „in Facebook gelesen“, etwas nicht in der ARD gesehen, sondern „bei Youtube“ und nicht mit einem Auto gefahren, sondern „mit Ueber“. Die Zukunft sei also ziemlich offen und „wer mit was wo Geld verdient“, noch lange nicht durchdacht. Klar aber sei, dass digitale Player sich immer massiver zwischen Dienstleister und Nutzer schieben.

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Unrecht: Entschädigung für Kachelmann

Zwar haben sich die Wege von Jörg Kachelmann und mir im Dissens um Geld im Februar getrennt, trotzdem empört mich, welches Unrecht ihm die deutsche Justiz und einige Medien, allen voran die Springer-Presse und die mittlerweile verurteile Steuerhinterzieherin Alice Schwarzer, angetan haben. Da wirkt die Entschädigung von knapp 400.000 Euro, die ihm nun das Oberlandesgericht Köln zugesprochen hat, eher wie ein besseres Trinkgeld.

Sein tiefer Fall hatte es mir ermöglicht, ihn 2011 nach seiner Haftentlassung für „kleines Geld“ für einen Kunden zu buchen und damit bundesweit mediale Aufmerksamkeit auf meinen Mandanten zu ziehen. Andererseits trugen wir das Risiko, unsere guten Namen mit ihm in Verbindung zu bringen, was damals höchst kontrovers diskutiert wurde. Und: Wir trugen zu seiner Rehabilitation bei.

So war ja auch der Deal im Februar zustande gekommen. Denn der Trick ist einfach: Hole einen (bezahlbaren) Prominenten, der deine Zielgruppe und die Medien interessiert, und viel kann dir nicht mehr passieren. Aktuell bediene ich den Hebel wieder. Zwar würde Kachelmann auch hier prima passen, um die Bude voll zu bekommen, doch aktuell sondiere ich u.a. bei ehemaligen Fußball-Nationalspielern.

Und während ich hier schreibe, flattert mir die Einladung einer Ludwigsburger Agentur auf den Schreibtisch, die den früheren „Sprecher“ des Fellbacher Flatrate-Bordells „Paradise“ für ihren Event gebucht hat. Dort spricht der smarte Beau als Kommunikationsberater. Übrigens: Bei unserem Agentur-Sommerfest am Freitag spricht Tobias Köhler, Leiter des Strategie- und Innovationsteams der Süddeutsche Medienholding, zu der u.a. Stuttgarter Zeitung/Nachrichten, Rheinpfalz und Süddeutsche gehören.

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PR-Job wird immer vielfältiger und schneller

Die PR-Plattform Mynewsdesk hat mehr als 2000 Journalisten aus aller Welt zu Trends im Journalismus befragt. Dabei herausgekommen ist u.a. dass Journalisten immer weniger Zeit haben, immer mehr Aufgaben erledigen müssen und für mehrere Publikationen gleichzeitig tätig sind. Für unser Redaktionsbüro kann ich diesen Trend bestätigen.

Dass wir dennoch in der Lage sind, Qualität zu liefern, liegt letztlich daran, dass unsere Redaktionsgemeinschaft (auf zuletzt acht Journalisten) wächst und sich immer intensiver austauscht, um Effizienzpotentiale zu nutzen. Elementar ist hierbei der Austausch von Redaktions- und Recherchekontakten bzw. die Spezialisierung innerhalb unseres Teams etwa auf Pflege und Gesundheit, Energieeffizienz oder Logistik.

Das geht so weit, dass wir mit der Pflegebibel seit März 2015 ein eigenes Online-Magazin herausbringen und einzelne Redaktionen energieintensiver Branchen das komplette Thema Energiemanagement an uns auslagern. Das macht es für uns wiederum attraktiv, uns tiefer in Themen einzuarbeiten, und leichter, mit interessanten Firmen in Kontakt zu kommen.

Laut Journalistenbefragung schreiben und redigieren übrigens 98 Prozent aller Kollegen, 60 Prozent befassen sich mit Social Media, 51 Prozent fotografieren, 38 Prozent analysieren Daten (dazu gehört vermutlich auch Clipping), 29 Prozent produzieren Videos und 18 Prozent designen Graphik. Fast alles findet auch bei uns im Büro statt. Teilweise kooperieren wir aber auch mit (Werbe-)Agenturen, um  unseren Fokus auf Content scharf zu halten.

 

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Schwerstarbeit: Blog für Banker anschieben

010 Energieautarkes Haus VR-Bank Altenburger Land 03-2016
Spatenstich mit Minister Wolfgang Tiefensee: Eine Geno-Bank in Ostthüringen besetzt neuerdings mit energieautarken Häusern als Immobilienfinanzierer ein Medienthema.

Bei 3XBanktechnik haben wir seit Januar das Mandat, einen Blog aufzusetzen, der bundesweit unter Bankern gelesen und beachtet wird. Doch obwohl das Beratungsunternehmen für Filialumbauten bundesweit rund 220 Institute betreut, kommen bislang weder Themenvorschläge aus dieser Klientel, noch lesen deren Verantwortliche das neue Forum, das Ideen transportieren und zu kontroversen Debatten einladen will.

Da trifft es sich gut, dass unsere Agentur bundesweit vielfältig unterwegs ist. Etwa in München bei Gebäudereiniger Markus Wasserle, der in Marktoberdorf und Landsberg teils schon seit sieben Jahren zweitägige Berufsorientierungsmessen an Hauptschulen ausrichtet, die mittlerweile bis zu 100 Aussteller und 5500 Schüler, Lehrer und Eltern besuchen. In beiden Fällen sind die lokalen Geno-Banken starke Partner, die sich mit den Events sympathisch in Szene setzen.

Auch die VR-Bank Altenburger Land eG im ostthüringischen Schmölln hat seit 2001 ein sympathisches Profil, mit dem sich die 138 Mitarbeiter mit einem Bilanzvolumen von 572 Mio. Euro ökologisch profilieren. Auf Mittwoch, 13. April, laden die Genossen zum Spatenstich für ein energieautarkes Haus nach Schmölln. Mit dem Objekt will der Immobilienfinanzierer Erfahrungen sammeln, wie energetische Konzepte wirtschaftlich aussehen.

005 Leukefeld spricht mit Besuchern (hoch)
Fasziniert potentielle Häuslesbauer mit seinen ökologischen Innovationen: Prof. Timo Leukefeld (r.) am Rand einer Bankveranstaltung für deren Kunden auf der Alb.

Damit besetzt er zugleich in seinen Lokalmedien ein Thema, bei dem etwa ein Vier-Personen-Haushalt pro Jahr 4000 Euro an Heiz- und Stromkosten und zugleich an CO2-Emissionen sparen kann. Zur Pressekonferenz kommen Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee als Schirmherr und Prof. Timo Leukefeld, der das solarthermie-basierte Haus schon vor Jahren konzipiert hat.

Die Geno-Bank hat seit 2001 fast 50 ökologische Sanierungen mit einem Kreditvolumen von einer Mio. Euro finanziert. Von 2012 bis 2014 verkauften die Ostthüringer über einen eigenen Vertrieb 58 Photovoltaik-Anlagen im Gesamtwert von 1,4 Mio. Euro. Und 11,6 Mio. Euro investierte das Institut in neun bankeigene PV-Anlagen mit sechs Megawatt Gesamtleistung. Der erzeugte Strom reicht rechnerisch für mehr als 20.000 Haushalte und erlöst jährlich 1,6 Mio. Euro Ertrag.

Ich würde mir wünschen, die genannten Banken kommen ins Netzwerk von 3XBanktechnik, tauschen sich untereinander aus, experimentieren gemeinsam und duplizieren ihre Erfolge jeweils im Marktgebiet der Kollegen, in dem sie mit ihren Erfahrungen und ihrem Know-how die Kollegen beraten.

Wünschenswert wäre, der Blog der 3XBanktechnik wird zum Dreh- und Angelpunkt dieser Kommunikation, auf dem sich die Kreativen, Innovativen und Mutigen der Branche austauschen und bestärken. Langweiler und Bedenkenträger hat die von Filialschließungen und Dividenenkürzungen bedrängte Zunft ja bereits genug.

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Warum wir unsere Honorare nicht verzehnfachen

002 Vorstand mit Kachelmann
Hatten für eine Stunde die öffentliche Aufmerksamkeit: Die Vorstandsmitglieder der Stuttgarter Dachdecker-Innung Matthias Walter (v.l.) und Christian Hanisch mit Wettermoderator Jörg Kachelmann und Obermeister Andreas Ambrus. FOTO: INNUNG

Die vorige Woche war für mich sehr stressig, weil neben der ohnehin aufwändigen Routinearbeit die Pressekonferenz mit Jörg Kachelmann auf der Dach und Holz anstand, die ich für die Dachdecker-Innung Stuttgart ausrichtete. Diese hatten mich im August 2015 mit dem Auftrag gebucht, dass sie bei der nur alle vier Jahre in Stuttgart stattfindenen Messe unter 8500 internationalen Ausstellern redaktionell stattfinden wollten.

Nach einem Brainstorming mit dem Vorstand stand die Grobkonzeption, die Dachdecker als Klimaschützer zu positionieren und Jörg Kachelmann dazuzuholen, der bei den Medien für Aufmerksamkeit sorgt und passend zum Thema über Wetter und Klima redet. Es folgte für mich eine intensive Vorarbeit, Kachelmann zu buchen und vor allem die erforderlichen Fakten zu recherchieren.

Dazu gehört, dass jeder Dachdecker pro Jahr soviel Dachfläche saniert, dass er in Summe durch seine Arbeit pro Jahr 4,6 Tonnen Kohlendioxyd spart, was in etwa der Hälfte des biologischen Fußabdrucks jedes Menschen pro Jahr entspricht. Und: Durch die Dachisolierung spart der Investor entsprechend Heizenergie, was einer Investitionsrendite von sieben Prozent entspricht.

Parallel besuchte ich im November die Versammlung der 84 Mitglieder der Stuttgarter Innung, um dort für den zweiten Teil meiner Kampagne zu werben: Die Betriebsinhaber sollten am Tag der Pressekonferenz zur Messe kommen, um sich mit dem illustren Schweizer ablichten zu lassen. Mit diesem Foto und dem auf den Betrieb individualisierten Bericht gehen wir nun im zweiten Schritt auf deren Lokalzeitungen zu – und transportieren dort dieselben CO2- und Rendite-Botschaften.

Teil eins war mit rund zehn akkreditierten Journalisten, darunter ein Team von RTL, schon mal ein voller Erfolg. In den kommenden Tagen und Wochen werden die Fachzeitschriften darüber berichten, die teils bereits im Vorfeld Ankündigungen publiziert hatten. In Kreisen der Dachdecker wurde dennoch Kritik laut, nachdem sie tags darauf die Veröffentlichungen in Stuttgarter Zeitung und Nachrichten gelesen hatten.

Der Grund: Die Redakteure berichteten über das Ereignis, aber eben so wie sie es für richtig befinden. Im einen Fall war dies ein genereller Bericht über die Messe, in dem auch die (verfeindeten?) Zimmerleute genannt waren, im anderen Fall ging es primär um die Person Kachelmann. Immerhin war in beiden Publikationen der Innungs-Obermeister im Bild abgelichtet und das Öko-Thema zumindest angerissen.

Völlig anders läuft es im zweiten Teil der Kampagne, in dem Lokalredaktionen personalisierte Berichte und Fotos über die Dachdeckerbetriebe aus ihrem Verbreitungsgebiet bekommen. Hier werden die Redaktionen (gekürzt) veröffentlichen, was sie von uns bekommen – oder auch nicht. Dass aber Auftraggeber glauben, wir könnten zaubern und Redaktionen würden 1:1 machen, was wir gerne hätten, fasziniert mich immer wieder. Dann würde ich nämlich unsere Honorare mindestens verzehnfachen.

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